Alles neu macht der Mai – Ein Resümeé

Es ist schon eine Weile her, dass ich das Letzte mal etwas geschrieben habe und das hat auch einen guten Grund. Wie so oft, drehten sich meine Gedanken in letzter Zeit um mich. Wer bin ich, wieso bin ich und wo möchte ich sein…. Diese Fragen sorgten für schlaflose Nächte und geistesabwesende Tage, doch zu einer wirklichen Antwort bin ich nicht gekommen. Doch eins stand außer Frage. Etwas musste sich ändern.

Denn inzwischen ertrage ich mein Wesen nicht mehr. Dazu muss ich sagen, dass ich ein Schwarzmaler bin, ein pessimistischer Miesepeter, wie er im Buche steht. Wo andere frohes Kinderlachen vernehmen, spüre ich Wut über den Geräuschpegel. Man könnte fast sagen, ich sei die zu junge Version des pöbelnden, ewig unzufriedenen Rentners, der stets und ständig über die „respektlose Jugend“ schimpft. Obendrein, oder eben deswegen, bin ich ein Zyniker. Zwar mit Sinn für Humor, aber der ist nicht mehr als mein Umgang mit der Welt, in der ich mich so fehlbesetzt fühle. Und genau das muss sich ändern, denn mein Glück und die Lebensfreude nehmen ab. Es scheint ein wenig so, als höhlte ich mich von innen aus, bis nicht mehr verbleibt als eine substanzlose Hülle.

Also habe ich ein paar Entscheidungen getroffen, wie ich dem Umstand Herr werden könnte… Der erste war es, mit meiner täglichen Schreiberei aufzuhören. 750 Worte sind eine ordentliche Stange und es erfüllt mich mit Stolz, dass ich es über 100 Tage in Folge geschafft habe. Dabei sind mal mehr und mal weniger gute Texte entstanden. Einige Ideen, lesenswerte Minikurzgeschichten und sogar der Grundstein für das Buch, an dem ich natürlich weiterhin arbeite. Auch mein Schreibstil, Wortwahl und Ausdruck haben sich deutlich verbessert. Etwas wofür ich dankbar bin, denn ich habe gelernt, was es heißt sich zu engagieren und auch mal Dinge zu tun, auf die man gerade keinen Bock hat. Ich erinnere mich an Abende, an denen mein Kopf genauso leer war wie die Seite vor mir. Die Augen schwer und nur der Gedanke an die eigene Pflicht trieben mich durch den Text. Ich habe gelernt, wie sich Kreativität, Ideen und Einfälle über das Schreiben wie von selbst entwickeln, was dazu führte, dass kaum ein Text den geplanten Verlauf annahm. Eigentlich hätte ich gegensteuern müssen, aber das wollte ich nicht. Die Worte sollten sich frei und ungezwungen entwickeln, weshalb sie mehr und mehr zum Spiegel meiner Seele wurden. Vielleicht sollte ich anfangen Tagebuch zu führen und meine Gedanken mit mir selbst teilen. Ist nämlich nicht so leicht, wie es klingt. Mit dem Schreiben um des Schreibens Willen ist allerdings Schluss. Leider ist mir aufgefallen, dass mir das Ganze zu viel Zeit und Kraft raubt. Und von beidem habe ich derzeit zu wenig. Lieber nutze ich die vorhandenen Ressourcen sinnvoll. Für mich, denn die bereits gemachte Erfahrung kann mir niemand mehr nehmen.

Den neu gewonnenen Raum widme ich meinem allgemeinen Wohlbefinden. Wie etwas weiter oben bereits beschrieben, habe ich es mir zum Ziel gesetzt positiver zu werden und die guten Aspekte stets vor den negativen zu erkennen. Um das zu bewerkstelligen, möchte ich einiges ausprobieren.

Ein erster Schritt dafür ist die Rückkehr zu meinem „Glückstagebuch“. Einem kleinen und wunderschönen Büchlein, in das ich bestenfalls täglich die positiven Erlebnisse des Tages sammle. Ich hatte damit schon vor ein paar Jahren angefangen, aber aus Gründen der mangelnden Disziplin wieder damit aufgehört. Mein Ziel ist es, immer wenn ich mich schlecht fühle, nachlesen kann, wieso mir der Tag gefallen hat und welche Kleinigkeiten glücklich machen können. Hoffentlich schärft eben das meine Sinne.

Ein weiterer Plan ist es, möglichst viele neue Erfahrungen zu  sammeln um mich der Welt, vor der ich allem Anschein nach Angst habe, weiter zu öffnen. Gemeint sind damit vollkommen neue Erfahrungen und Eindrücke, zu denen ich mich wie bei der Schreibchallenge erst zwingen muss. Auch hier verpflichte ich mich mir selbst und sammle die Ergebnisse unter dem Hashtag #machsgut bei Twitter und FB. Vielleicht steigt ja irgendwer mit ein. Gemeinsam für ein besseres Wohlbefinden.

Das soll es soweit erstmal von mir sein. Machs gut, altes Leben! Egal was du nun tust, mach’s gut!

 

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