Was sein ohne zu werden?

Vor einiger Zeit hatte ich mal versucht einen Text zu verfassen, in dem ich mich mit der Frage bzw. der Definition von Beruf und Berufung beschäftige. Leider nur mit mäßigem Erfolg, denn im Verlauf der Worte schweife ich zunehmend mehr ab und verrenne mich, wie gewöhnlich, in Selbstmitleid und Schlimmerem. Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema heute noch einmal aufgreifen. Dazu gebracht hat mich ein Artikel, der sich mit der Frage auseinandersetzt, ob Schulbildung und das klassische Karrierebild noch zeitgemäß sind.

In den letzten Monaten, hatte ich bedauerlicherweise zu viel Zeit um mich zu hinterfragen. Meine Motive und Entscheidungen, meine Motivationen und die Werte, von denen ich glaube sie zu vertreten. Alles wurde akribisch geprüft, abgewogen und neu sortiert. Dabei fing ich zunächst an die Vergangenheit zu analysieren. Wie bin ich zu dem Punkt gekommen, an dem ich heute war? Wo bin ich falsch abgebogen? Was wollte ich und wieso bin ich es nicht? Während meiner Schulzeit hatte ich absolut keine Ahnung was ich mal machen will. Eigentlich noch viel schlimmer, denn ich wusste nicht einmal worin ich wirklich gut war, was ich kann und mag, oder wo ich sein möchte. Es mangelte mir an Vorbildern, da war niemand, dessen berufliche Ausstrahlung mich wirklich motiviert hätte. Meine Mum hangelte sich von Job zu Job und landete letztendlich bei der Versicherung. Sie war für mich kein Vorbild, zumindest nicht im Positiven Sinne. Letztlich habe ich durch ihre Berufswahl nur zwei Dinge gelernt:

1. Ich möchte etwas machen, dass mich erfüllt. Etwas worin ich mein Potential ausschöpfen und mich verwirklichen kann, ganz egal in welcher Hinsicht.

2. Ich wollte etwas tun, was Menschen hilft, sie bewegt oder berührt. Vielleicht auch nur die Grausamkeit der Realität vergessen lässt, ganz egal. Hauptsache nicht in der unsichtbaren Masse der Arbeitswelt untergehen.

Schon früh wurde mir klar, dass Geld keine Rolle spielt. Da mir kein besonderer Lebensstil vor gelebt wurde, hatte ich keinen Standard zu halten oder zu erreichen. Alles was ich hatte waren Werte und im weitesten Sinne Überzeugungen. Meine einzige männliche Bezugsperson, die ich respektierte, war der beste Freund meiner Mutter. Ein Psychologe mit großartigen Ansichten. Wenn ich heute so darüber nachdenke, verdanke ich die meisten Dinge, die mich ausmachen ihm. So in der zehnten Klasse stand ich kurz vor meinem Abschluss in Wirtschaft. Nicht weil mich Wirtschaft sonderlich interessierte, sondern weil es das war, was alle Typen machten. Damit kann man gut BWL oder so studieren und dann könnte ich ja immer noch sehen, wohin die Reise geht.

Doch wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann wusste ich schon damals, dass Wirtschaft nicht meine Welt ist. Ich hatte nicht den Ehrgeiz oder den Willen in einer Ellbogenwelt Teil einer menschenverachtenden Maschinerie zu werden. Meinen Beitrag am Leid anderer zu haben und mich daran zu bereichern, schlimmer noch, mich daran aufzugeilen. Keine Vorbilder, kein erzwungenes Nacheifern. Einzig die Psychologie reizte mich. Zu verstehen, wie Menschen ticken, wieso sie tun, was sie tun. Was sie zu dem macht, was sie sind. Vermutlich ein tief verankerter Wunsch nach Kontrolle, denn wenn ich verstehen würde, was um mich herum passiert, könnte ich meine Verunsicherung kompensieren. In manchen Teilen wünsche ich mir das noch heute.

Als wir dann aber nach Hamburg zogen, verworfen sich meine Pläne und ich musste umdenken. Durch bürokratischen Mist landete ich für zwei Jahre im Abschlussjahrgang für Metalltechnik. Nach dem Abschluss wollte ich Abi machen, meinen ursprünglichen Plan mit der Psychologie wieder aufnehmen. Witzigerweise hatte ich nie weiter gedacht. Weder daran was ich mit dem Studium anfangen wollte, noch wie ich dazu kommen würde. Immerhin liegt der NC bei eins Komma…

Zum Abi ist es nicht gekommen. Nichtmal ansatzweise. Ich machte eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, einem Beruf, den niemand, bei mir vermuten würde. Bis heute glaube ich es mir selbst nicht. Ich machte das nicht weil ich es wollte, vielmehr war es eine Notlösung, der letzte Ausweg, wenn man so will. Zu dieser Zeit wohnte ich gezwungenermaßen allein, sorgte selbst für meinen Lebensunterhalt und ging zur Schule. Schlechter Nährboden für einen guten Abschluss oder einen disziplinierten Werdegang. Alles zusammen wurde mir zuviel. Ich war fertig. Nachts arbeiten und tagsüber Dinge lernen, die mich nicht interessierten, schaffte ich nicht. Also bekam ich den Tipp, dass ich eine Ausbildung machen könnte, was ich tat.

Und damit wurde ich genau zu dem Teilchen, dass ich nicht sein wollte. Nach der Lehre machte ich meinen Zivildienst und hangelte mich von Job zu Job zu Selbstständigkeit über die Arbeitslosigkeit zurück in den Job. Aber diesmal ist mir bewusst, dass es mich nicht erfüllt, meine Werte nicht vertritt oder mich mit all meinen Fähigkeiten nimmt. Nein, ich bin nur ein winziges Teilchen in einer großen Maschinerie.

Hier wären wir nun. Die Unzufriedenheit breitet sich bereits in mir aus, nur das ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß nicht was ich kann, worin ich wirklich gut bin oder wo ich hingehöre. Stattdessen sehe ich nur mit neidischen Blicke all die euphorischen und leidenschaftlichen Macher um mich herum. Wie sie lieben was sie tun, darin aufgehen und ihrer Erfüllung nachgehen. Und ich bin, was ich immer war. Ein stiller Beobachter am Wegesrand.

Mehr als eine Woche – Meine Woche

Es ist mal wieder so weit. Es folgt der unregelmäßigste Wochenrückblick aller Zeiten, der nicht nur alles behandelt, das niemanden interessiert, sondern obendrein auch noch vollkommen subjektiv ist. Deshalb spitzt die Lauscher und poliert die Sehhilfen. In dieser Woche sind ein paar spannende (subjektiv ist das Stichwort) Dinge passiert, denen ich nun ein paar Zeilen widmen möchte. Vollkommen untypisch beginnen wir mal beim Montag.

Kingsman

Die Liebste und ich waren seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder im Kino. Die guten Cinemaxxgutscheine wollen schließlich mal verwendet werden. Gesehen haben wir Kingsman – The Secret Service, eine Comicadaption mit sehenswerter Besetzung. Der Trailer war eher solala aber da nichts anderes lief und die Kritiken ziemlich gut waren, hatten wir auf einen Montag Abend kaum etwas zu verlieren. Da ich mich an anderer Stelle schon sehr ausführlich dazu geäußert habe, hier lediglich ein kurzer Abriss: Das Ding knallt, rockt, ballert und macht ordentlich Laune. Wer Kick-Ass mochte, Samuel L. Jackson in einer seiner spaßigsten Rollen sehen will und auf Unterhaltungskino jenseits testosterongeschwängerter Car-Porns steht, dem sei Kingsman wärmstens empfohlen.

Von wegen Kindergeburtstag

Dienstag hatte dann die Liebste Geburtstag und ich habe mich ordentlich ins Zeug gelegt. Nach den verpatzten Vorjahren, war das auch zwingend notwendig. Also habe ich die Wohnung hübsch gemacht, mit tollen Geschenken aufgewartet und schlussendlich sogar noch einen Kuchen gebacken, der wider Erwarten lecker war. Einziger Nachteil: Vermutlich werde ich jetzt häufiger Backen müssen. Aber was tut man nicht alles.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte war der gefeierte Geburtstag im kleinen Kreis am Freitag. Statt der üblichen ca. 1000 Gäste waren nur 6 Leute eingeladen. Alles sollte klein, gemütlich und überschaubar bleiben. Eine weise Entscheidung wie ich finde, denn es war ein unglaublich spaßiger und unterhaltsamer Abend. Es wurde viel gelacht, alle haben sich angeregt unterhalten und die Spiele, ja Spiele, die gespielt wurden waren toll. Ich hatte den Eindruck, dass alle froh waren, dass keine laute Musik zu überschwänglicher Party animieren wollte. Der gemütliche Rahmen entsprach wohl allen, was ich nicht zuletzt unserem Alter zuschreiben möchte. Aber das ist mein subjektiver Eindruck. Und Partys mochte ich noch nie sonderlich gerne. Überwiegend, weil ich beim Tanzen aussehe als würde ich ein Kalb gebären.

Der Anfang als Ende

Mittwoch war es dann endlich so weit. Ich ging wieder arbeiten. Und es war, nun ja, durchwachsen. Nach sieben Monaten Arbeitslosigkeit, deren Urlaubsgedanke sich schon noch wenigen Wochen vollständig abnutzte, war die Erwartungshaltung für den neuen Job enorm. Er sollte mich ausfüllen, intellektuell fordern, mir wieder soziale Kontakte versprechen und nicht zuletzt auch etwas Geld in die ausgemergelte Kasse spülen. Mit jeder Bewerbung, jedem Gespräch und jeder Absage wuchs mein Ideal von diesem erstrebenswerten Zustand der Beschäftigung. Und wie die Realität es manchmal so will ist das Wunschdenken irgendwann nicht mehr tragbar. Genau das passierte nämlich am Mittwoch. Es fällt mir schwer genau zu benennen, was es war, aber es entsprach nur in Teilen meinen Hoffnungen und Wünschen, was allerdings ausschließlich an mir lag. Denn obwohl es eine Rückkehr an einen mir bekannten Arbeitsplatz war, kam mir alles fremd und ungewohnt vor.

Allerdings nehme ich stark an, dass es eine Weile braucht, bis ich mich wieder vollkommen an das Konstrukt der Arbeit gewöhnt habe. Früh aufstehen, mich fertig machen, Bahn fahren etc. all das muss sich wieder einspielen. Auch muss ich die Einarbeitungsphase hinter mich bringen, damit ich vollständig tätig bin. Sicher wird sich dadurch vieles verändern. Es mag sich nicht so anhören, aber ich bin da guter Dinge.

Zum Schluss noch was für die Augen

Diese Woche habe stechen mir zwei Dinge besonders ins Auge, die ich auf meiner neuen Lieblingsplattform Netflix gesehen habe. Zum einen die SitCom Modern Family und der neuste Bondstreifen Skyfall. Beginnen wir mit Letzterem:

Zugegeben, ich bin kein sonderlicher Freund von Daniel Craig in der Rolle des 007 und daran konnte keiner der bisherigen Filme etwas drehen. Leider. Gestern hab ich also endlich den umjubelten Skyfall gesehen und muss wieder sagen, dass es das nicht war. Während die alten Bonds irgendwie Charme und Witz hatten, wirkt Craig bzw. der ganze Film für meinen Geschmack zu ernst und bewusst böse. Einzig der Antagonist, erzeugt etwas Spannung, wenn auch nur sehr kurz. Neben wohl kalkulierter und völlig überzogener Action bietet der Film vor allem eines: Szenen die bei mir ein fettes HÄH??? hervorriefen. Ein Beispiel? Ich hab sogar zwei (und Spoiler!!!!):

1. Seine Komplizin, Kollegen, was auch immer besucht ihn aus fadenscheinigen Gründen im Hotel. Er ist am Rasieren. Nach einem kurzen und ausgesprochen plumpen Dialog übernimmt sie seine Rasur und er knüpft ihr die Bluse auf. Keine Andeutung, dass da was zwischen den beiden lief oder der gewohnt charmante Umwerbungsversuch. Nix… Er hätte auch gleich fragen können ob sie Bock auf Ficken hat, das wäre ähnlich gewesen.

2. Nachdem er dem Antagonisten auf dessen Insel begegnete, forderte dieser ihn auf ein Glas Whiskey von Kopf des Bondgirls zu schießen. Da wir bereits gesehen haben, dass der einst so taffe Agent nicht mehr in Bestform ist, wissen wir, dass die Nummer schief gehen wird. Was auch passiert. Darauf erschießt der Gegenspieler die Frau und erst dann kommt Bond mit einem lässigen Move aus der Situation. Leider gibt es für mich keinen nachvollziehbaren Grund, weswegen die Frau erst sterben musste, denn er hätte denselben Move auch vorher ausführen können. Aber nein, Bond lässt schon zum zweiten Mal jemanden sterben, ehe er eingreift. Das ist nicht dramatisch oder spannend, das ist albern.

Alles in allem ist der Film jetzt nicht pauschal schlecht. Er ist nur einfach nicht gut. Vor allem wenn man sich Craig näher anschaut und feststellt, dass er so langsam aber sicher zu alt ist. Aber wie so oft ist meine Meinung in der starken Minderheit. Einzig positiv ist die Openingsequenz samt Titellied von Adelé, wofür sie zu Recht mehrfach ausgezeichnet wurde. Der ganze Rest verfällt leider in derartiger Mittelmäßigkeit, dass ich mich noch immer nicht dazu durchringen konnte den ersten Teaser für den kommenden Streifen zu schauen. Was sich wohl auch nicht ändert.

Für Modern Family ist jetzt kein Platz mehr. Dazu äußere ich mich dann beim nächsten Mal.

Ich hasse mein Leben – Ein Zyniker sieht rot

„Nabend zusammen!“, rief ich genervt, während ich die Haustür vorsichtig aufstieß. Dabei balancierte ich zwei Alditüten und einen Karton Milch auf meinem Knie. Alles nur einen winzigen Hauch davon entfernt ein buntes Bild moderner Kunst auf dem schicken grünen Teppich abzugeben. Da ich nichts hörte, versuchte ich es erneut. „Nabend! Ich bin zuhause und könnte durchaus Hilfe gebrauchen.“ Mein Ton wurde schärfer. Ich hasste es, wenn diese faulen Säcke absichtlich so taten, als würden sie mich nicht hören. Nur weil sie keinen Bock hatten mir zu helfen. Wäre schließlich nicht das erste Mal. Ich fragte mich, wieso ich die beiden überhaupt bei mir wohnen ließ.

Arschlöcher…

Auf dem kurzen Weg in die Küche rammte ich mir den Fuß am Türrahmen. Und zwar mit Schmackes. So richtig schön den großen Onkel in die Kante gehauen. Vor Schreck jaulte ich laut auf, lies die Tüten unsanft fallen und verfluchte Gottheiten, an die ich nicht glaubte. „So eine verfickte Scheiße. Ich dreh durch.“ Aus einer der Tüten war ein hässliches Knirschen, auf das ein lautes Schmatzen folgte. Ich rechnete mit dem Schlimmsten. „Verflucht nochmal.“ Und dann noch ein paar unverständliche Wortfetzen hinterher. Ich hüpfte auf dem noch heilen Fuß umher, während ich versuchte die restlichen Einkäufe bei minus behalten. Vergeblich . Eine Milchtüte löste sich aus der ohnehin schlecht verbauten Konstruktion und klatschte mir erst auf den Fuß, dann auf den Boden.

Argh!!!!

Während leise die weiße Flüssigkeit aus dem Karton plätscherte und auch der Rest der Einkäufe den Duft der Freiheit atmen wollen, fragte ich mich, wie hoch wohl die Chancen dafür standen, dass eine Tüte aus dieser Höhe ohne Schwung auf Teppich derartig aufplatzt, dass die Spritzer überall in der Küche zu finden waren. Enttäuscht und frustriert setzte ich mich auf den Boden. Natürlich landete ich dabei genau in der dunklen Pfütze, die sich um die Milch gebildet hat. „Yay!“, sagte ich leise zu mir und legte den Kopf auf die Knie. Das war es dann wohl mit dem Abendessen!

Manchmal hasste ich mein Leben. Meistens an Tagen, wie diesen; Tage die mit einem Arschtritt beginnen und einem deftigen Schlag in die Magengrube aufhören. Ich hatte heute bereits genug Stress auf der Arbeit. Kundenservicehotline für Lebensversicherungen, der wohl entwürdigenste Job der Welt. Denn eigentlich machte ich nichts anderes als mich ständig anpöbeln zu lassen, für Dinge, die ich nicht verbrochen habe. Beispielsweise rief mich eine Kundin an um mir zu sagen, dass ich die Ausbildung ihres Sohnes verzockt hätte. Meine Jacht wäre der Grund, wieso er keinen guten Job finden würde. Sie schrie, kreischte und jammerte. Von Zeit zu Zeit ließ sie ein seichtes Schniefen hören, dass umgehend von einer Welle aus Schimpfworten abgelöst wurde. „Hören Sie,“ fing ich an, „nehmen wir einfach mal an, sie haben Recht. Nehmen wir an, ich habe die Kohle ihres Sohnes verzockt und in eine Jacht gesteckt. Meinen Sie nicht auch, dass ich dann einen anderen Job machen würde als mich von Kunden beschimpfen zu lassen? Sind sie nicht auch der Meinung, dass es bessere Wege gibt Geld zu verdienen? Bei denen man Menschlichkeit und Würde noch achtet?“ Sie schwieg. „Ich will mal ganz ehrlich zu ihnen sein.“, fuhr ich fort. „Wir wurden beide betrogen. Denn von dem Geld, dass sie nicht mehr haben, habe ich jetzt auch nichts. Und dass obwohl ich mir von Ihnen genau das vorwerfen lasse. Wie finden Sie das?“ Sie schwieg weiter. Statt etwas zu sagen, schnaubte sie nur übertrieben laut in die Hörmuschel. „Haben Sie das verstanden?“, wollte ich wissen. Doch sie behielt es sich vor nicht zu antworten. „Nun, ich biete ihnen folgendes an. Ich gebe ihnen die Anschrift meines Chefs, sie fahren hin und holen sich ihr Geld zurück. Wie finden Sie das?“

Stille

„Mehr kann ich ihnen wirklich nicht anbieten. Also, er wohnt in der Rabenstraße 23 in Hamburg. 2. Stock, bei Ottmayer.“ Noch während ich breit grinsend weiterredete, sah ich meinen Chef. Hinter mir. Und was er tat war nur entfernt mit einem Lächeln zu beschreiben.

Ich hasse mein Leben

Und nun saß ich da, Gefahr laufend, demnächst Quark im Hosenbein zu erzeugen und fühlte mich furchtbar. „Wa… Wa… Was… iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisssssssssssst de-de-denn loooooooooooooooos?“ Günther betrat den Flur. Langsam. Sehr, sehr langsam. „Häh?“, entgegnete ich durch meine Knie ohne den Kopf anzuheben. „Wa-wa-wa-wa-…“ „Was hier passiert ist?“, unterbrach ich ihn genervt. Ich war heute nicht in der Stimmung für diese Unterhaltungen. Meine Nerven lagen blank und meine Geduld war am Ende. Beides hätte ich für ein Gespräch mit Günther, meinem Mitbewohner, gebraucht. Allem vorran, weil mein Gegenüber neben seinem Stottern auch noch derart lahm sprach, dass Blumen parallel verwelken würden, ehe er einen Satz zu beenden versucht. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, sonst liebe ich unsere Unterhaltungen samt ihrem Tiefgang, nur eben nicht heute. Hier und jetzt, tief in leicht angetrockneter Milch sitzend.
Nicht mein bester Tag, das erwähnte ich ja bereits. „J-j-j-j-ja genau!“

„Ich komm hier rein, völlig überladen, rufe um Hilfe und was denkst du passiert, huh?“ Schweigen. Seine schrumpelligen Augen sagten Alles. Verlegen blickte er auf den Teppich, wo sich aus einer Tüte ein feines Rinnsaal aus Schoko – Himbeer-Eis bildete.
„Hab ich mir gedacht! Meine beiden Mitbewohner, ach was sag ich, die beiden, die bei mir wohnen dürfen, weil ich ein großmütiger und netter Kerl bin, ignorieren mich einfach. Der Rest ist eine Mischung aus mangelndem Geschick und unglücklichen Zufällen.“ Die aufgeplatzte Milchtüte gluckste, dann ergoss sich auch der letzte Rest über dem Teppich. „Och Kinder, was ist denn hier schon wieder passiert?“ grunzt es aus dem Off. Ich blicke mich um, konnte aber niemanden sehen, auch wenn ich genau wusste, wem die Stimme gehörte. „Was für eine Sauerei das schon wieder ist… Dabei hab ich die Küche doch gestern erst geputzt.“ Kopfschüttelnd stapfte Hans um die Ecke und starrte mich verächtlich an. „Gestern?“, fragte ich ironisch, wissend, dass ich die Küche gestern geputzt habe und er nur korrigierte und Anweisungen gab. „Es reicht wohl nicht, dass du hier reinplatzt, als wärst du Heidi Klum auf neuen Stilletos, nein, dann musst du auch noch lautstark kreischen wie ein Mädchen, weil du dir dein zartes Füßchen stößt.“ Er schüttelte verständnislos den runden Kopf. „Du wohnst hier nicht alleine, mein Lieber. Ist dir das bewusst?“ Dabei hielt er sich einen Huf an die Stirn und seufzte. „Ich brauche doch meinen Schönheitsschlaf!“

Ich rollte die Augen. Diesen Vortrag hatte ich schon unzählige Male gehört. Und war ihn leid. „Du bist ein Schwein.“, entgegnete ich. „Du brauchst keinen Schönheitsschlaf.“ „Oder er hilft nicht!“ fügte ich in Gedanken hinzu. Hans riss die kleinen Knopfaugen auf und versuchte zu knurren. Heraus kam aber nicht mehr als ein Grunzen und heiße Luft. „Das nimmst du sofort zurück!“ Dann rümpfte er die Nase und tippelte zurück in sein Zimmer. „Ich mach das jedenfalls nicht weg. Nur das du’s weißt! “ Damit hämmerte er seine Tür zu. Kurz darauf war lediglich ein dumpfes Schluchzen zu vernehmen. Fast gleichzeitig schüttelten Günther und ich den Kopf. Wahrscheinlich dachten wir sogar dasselbe, schließlich war es nicht das erste Mal, dass so etwas passierte.

„U-U-Unfasssbar!“, mampfte er und machte  allmählich kehrt. „Wohl wahr! Wohl wahr.“ Und dann mehr zu mir als zu ihm: „Ich mach das dann alleine weg?“ Allerdings war er schon wieder im Wohnzimmer verschwunden. „Typisch!“, dachte ich mürrisch und raffte mich auf. Obwohl mein Fuß pulsierte, als würde er nur auf den richtigen Moment zum Platzen warten, machte ich mich daran, dass Chaos zu beseitigen, den Milchfleck bestmöglich trockenzulegen und nicht länger daran zu denken, was für Mitbewohner ich doch hatte.

Etwas später lagen Günther und ich auf der Couch und zappten stumpf durchs Programm. „Nichts. Nichts. Nichts. Weiter. Nächster. Weiter…“, murmelte ich, während mein Daumen in stetig gleicher Frequenz die kleine gelbe Taste auf der Fernbedienung drückte. Ich wollte es nicht zugeben, aber ich schaute längst nicht mehr darauf, was lief. Stattdessen drückte ich die bunten Bildchen pauschal einfach weg. Günther widersprach nie, also nahm ich an, dass er ebenfalls kein Interesse an einem bestimmten Programm hatte. „Worauf hast du denn eigentlich Lust?“, fragte ich in die Stille. Gemächlich drehte er den Kopf zu mir, blinzelte in einer Geschwindigkeit, dass ich zunächst davon ausging, dass er einschlafen würde. „W-W-W-W-Weiß nicht. B-B-B-B-Buch?“

Ihm ging sein Stottern selbst auf den Keks, weswegen er immer dann, wenn er überhaupt keine Lust hatte zu reden nicht mehr sagte, als nötig. „Du willst was lesen? Echt jetzt?“, erwiderte ich. „Ich nehme mal an, du meinst nicht die Facebook-Timeline.“ Ich atmete tief durch und schnitt Günther seine noch unausgesprochene Frage ab. „Schon gut! War nur ein Scherz. Aber ein Buch… ich weiß ja nicht.“ Ich wusste schon, aber das wollte ich nicht zugeben. Lesen lag mir nicht. Fast 30 Jahre mediale Unterhaltung zerstörten meine Fähigkeit mir Dinge vorzustellen komplett. Das ging so weit, dass ich lediglich Bücher las, bei denen ich die Verfilmung bereits gesehen hatte. Fantasie war da nicht mehr nötig, Erinnerungen reichten völlig aus.

Mir lag der Gedanke fern, dass ich meinen Abend vor einem toten Baum mit Druckerschwärze verbringen sollte. „Etwas Bildung würde dir nicht schaden.“ In mir stieg Wut auf. Plötzlich hasste ich das alte Reptil. Zum einen, weil er die unnötigen Sätze schnell und ohne Stottern herausbrachte, zum anderen, weil er recht hatte. Ich konnte Bildung gebrauchen. Schon seit Jahren hatte ich keine Nachrichten mehr gelesen oder eine Zeitung in der Hand gehabt. Außer um witzige Drohbriefe an meine Nachbarn zu schreiben. Dafür schnitt ich verschiedene Buchstaben aus und klebte sie auf einen Zettel. Ich hielt mich dabei für unfassbar kreativ und witzig. Einer meiner Briefe sah so aus:

Hallo Herr Meyer,

ich finde es bemerkenswert, dass sie gerne in den Klamotten ihrer Frau einkaufen gehen, aber bitte ziehen sie sich beim nächsten Mal Unterwäsche an.

Danke

Adressiert natürlich an Frau Meyer!

Ich liebte es Streitigkeiten zu entfachen. Dank der dünnen Wände hier im Haus, konnte ich beinahe allen Unterhaltungen folgen, ohne das die Nachbarn es merkten. Traumhaft. Manchmal machten wir daraus eine Wg-Veranstaltung. Günther mampfte wahlweise Salat oder altes Brot, Hans hingegen Chips, bizarrer Weise am liebsten mit Baconaroma, aber hey, wer würde da urteilen.
Über die Jahre hatte ich allerlei Absurditäten miterlebt, was kümmerte mich da der Hauch von Kannibalismus aus der Tüte?
Hans blieb den ganzen Abend in seinem Zimmer. Wahrscheinlich war er immer noch beleidigt. „Mir egal. Der kriegt sich schon wieder ein“, dachte ich und sah mich augenblicklich wieder mit meinem eigenen Problem konfrontiert. Bücher
Es war mir unangenehm, denn Günther hatte absolut recht. Ich verwahrloste geistig vollkommen. Selbst einfachste Dinge begannen mit anzustrengen, selbst meine Faulheit nahm immer weiter zu. Wenn sich ein Begriff oder eine Erklärung nicht auf Anhieb googlen ließ, war sie nicht wichtig genug. Weitere Nachforschungen strebte ich nicht an, ganz im Gegenteil. Manchmal vergaß ich auf halber Strecke, was ich eigentlich wissen wollte. Also schaute ich fast schon automatisch bei Facebook nach. Dort scrollte ich dann ein bis zwei Stunden durch die Timeline ohne auch nur einen Beitrag zu lesen oder gar zu öffnen. Schrecklich.
In einem Anflug von heroischer Selbstüberschätzung sprang ich von der Couch auf. „Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Schluss mit der Faulheit, Schluss mit dem Rumgehocke und vor allem Schluss mit dem dreckigen Fernseher! “ Wutentbrannt sprang ich auf, hechtete zum bunten Flimmerkasten und packte ihn an den Ecken, als wollte ich ihn anheben. „Mach die Tür auf, das Teil fliegt jetzt raus!“ Günther war sichtlich perplex und schaute mich nur ungläubig an. Dann rollte er die Augen und stieß einen vielsagenden Seufzer aus. „Wirklich?“, zischte er. „Du erwägst also allen Ernstes die Beendigung deiner vielversprechenden Fernsehkarriere durch das martialische Entsorgen des Endgerätes?“ Darüber musste ich nachdenken. Wie immer eigentlich, wenn er derart eloquent daher kam, denn wie immer hatte ich kein Wort verstanden. „Häh?“, blaffte ich zurück. Erst jetzt fiel mir auf, wie schwer der Fernseher war. Mit knallrotem Kopf ließ ich den 50″er fallen, wo er ein lautes Knacken von sich gab. „Uhh…“, dachte ich und sog kräftig durch den spitzen Mund. „Das klang hässlich!“
Es dauerte nicht lange, bis die bislang verschlossene Tür zu Hans sich öffnete und ein einsamer Schweinekopf heraus lugte. Er rümpfte den Rüssel, als könnte er der Luft etwas entnehmen, dass niemand sonst bemerken würde. „Was ist hier los? Warum der Krach? Seid ihr noch ganz dicht?“
Entnervt zuckte ich mit den Achseln, während Günther lediglich den Kopf schüttelte. Den Blick auf den Boden gerichtet, sagte er: „Es ist nichts von Belang. Der Spinner hatte nen Anflug von Selbstverwirklichung und wollte sich des Fernsehers entledigen. Seine schwache Brust ließ er dabei gänzlich außer acht.“ Dann formte sein runzeliger, kleiner Kopf ein schelmisches Grinsen. Sicher kam er sich gerade super schlagfertig vor.
„Oh mein Gott!“, krakelte Hans, wobei er das ‚O‘ besonders in die Länge zog. „Was ist das nur für ein Kerl… Ständig etwas neues in Der Birne…“
Vor meinem inneren Auge stellte sich der rosa Vierbeiner auf und stemmte sich einen Huf in die speckige Hüfte. Er redete wie eine dieser Model-Anwärterinnen, die sich benehmen, als wären sie längst reich und berühmt. Hans trug zwar keine Schminke, aber das war für den Eindruck auch nicht notwendig.
„Macht nur so weiter! Macht nur so weiter!“ Grummelig drehte ich mich um. „Ihr seid mir ja ein schöner Haufen Freunde. Könntet mir zur Seite stehen, mich bei meinem Lebenswandel unterstützen, aber nein, ihr mault nur rum und macht euch lustig. Klasse. Genau sowas wünscht man sich. Ernsthaft.“ Zwar konnte ich mich dabei nicht sehen, aber ich bin mir sicher, dass ich männlich die Augenbrauen hochzog.

Kingsman – The Secret Service

Heute mal was ganz anderes. Ich lasse mich über den Film aus, den ich jüngst im Kino gesehen habe. Es geht um die Actionkomödie Kingsman – The Secret Service. Ich war heute drin und möchte meine Meinung kurz zum Besten geben. Für den schnellen Appetit: Samuel L. Jackson, Colin Firth, Mark Strong und nicht zuletzt Michael Caine sorgen für ordentlichen Aufwind in der Besetzung, die ansonsten überwiegend aus unbekannteren Gesichtern besteht.

Ab der ersten Minute steht eins ganz eindeutig fest: Dieser Film meint alles, was er zeigt mit einem Augenzwinkern. Und zwar dem charmanten, coolen und nicht dem amerikanisierten „Schau mal, dass ist witzig, weil ein fetter Kerl Segway fährt“. Wer glaubt mit Kingsman einen neuen James Bond zu bekommen, wird hingegen schnell enttäuscht werden. Britisch ist er, keine Frage. Es wird auch geschossen und gemordet; gerade letzteres nicht zu knapp; und dennoch ist es kein reiner Agentenfilm.

Vielmehr ist das Werk, das auf dem gleichnamigen Comic von Mark Millar (ja, dem der auch Kick-Ass gemacht hat!) basiert, eine Hommage an all die Bonds, Bournes und Bauers da draußen. Von Anfang bis Ende paart sich gekonnt Selbstironie mit Stil und dem Charme der Briten. Wer knallharte HauDrauf-Testosteronbomber-Superman-Actionhelden erwartet, ist hier falsch. Colin Firth als moderner Tafelritter mit Decknamen Galahad trägt feinen Zwirn, hat Manieren und achtet höchste moralische Grundwerte. Er ist der Archetyp, des britschen Agenten und erinnert dabei an den frühen Roger Moore.

Insgesamt geizt Kingsman nicht mit Referenzen und kleineren Andeutungen auf andere Filme, ja sogar die Vorlagen, die er persifliert ohne sich über sie lustig zu machen. Wenn ich es anders formulieren müsste, dann wäre es das uneheliche Kind von James Bond und Kick-Ass. Besonders deutlich wird das in der Szene, als sich Firth und der Antagonist gegenüberstehen und sich darüber unterhalten, wie in den guten, alten Agentenfilmen mit dieser Situation umgegangen würde. Gemeint sind damit eben jene Situationen, in denen der Schurke den Helden versucht möglichst kompliziert zu töten, nachdem er ihm seinen Plan erzählt hat und der Held sich letztlich ebenso unerklärlich befreit. Ich spoilere bewusst nicht, wie die Szene endet. Grundsätzlich mag ich Unterhaltungsfilme, die nicht unnötig ernst daherkommen, sondern nicht mehr sein wollen als sie sind und mit frischen und spritzigen Elan daherkommen.

Einen nicht unwesentlichen Part am Gesamtpaket hat der vollkommen absurde Schurke. Als hipper Internetmilliardär mit „so what“- Attitüde trägt Samuel L. Jackson hier eine seiner markantesten Rollen auf. Mit schrägem Basecap und lässigem Hip-Hop-Look, wirkt er beinahe nie bedrohlich. Denn selbst wenn er spricht, wirkt sein Straßenslang gemeinsam mit dem Gelispel selten gefährlich, sondern urkomisch. Und das soll er auch sein, denn damit ist er der perfekte Gegenpart zu den vornehmen Gentlemen der Kingsman. In Unbreakable, in dem er ebenfalls den Part des Bösen mimte, brachte er es auf den Punkt als er sagte, dass jeder seinen Konterpart besäße. Auf stark trifft schwach, auf schlau dumm und so weiter. Hier trifft die Unterschicht auf die britischste aller Umgangsformen. Seine Assistentin, eine Kampfsportlerin, die mit ihren messerscharfen Beinprothesen kämpft rundet das vollkommen überzeichnete Bild des Schurken nur ab. Und weil das noch nicht reicht, kann der Böse kein Blut sehen. Wenn das nicht saulustig ist, weiß ich auch nicht.

Auch wenn das bisher alles sehr spaßig klang, der Film geizt, ähnlich wie sein Comicbruder, keineswegs an Gewalt und teilt ordentlich Kopfschüsse aus. Der Blutfluss hält sich dabei zwar in Grenzen, aber dennoch zählt Kingsman einen ordentlichen Bodycount, der sich nicht hinter seinen „ernsten“ Brüdern verstecken muss.

Kurz gesagt, dass Ding ist ein Brett. Wer auf komische, unterhaltsame und dabei nicht dämliche 2 Stunden Lust hat, der sollte sich mein bisheriges Highlight des noch jungen Jahres auf keinen Fall entgehen lassen.

Immer wieder sonntags…

So langsam sollte ich geübt sein im Verfassen spannender Einleitungen, aber irgendwie nicht. Mag vielleicht mit der viel zu kurzen Nacht und meiner allgemeinen Sonntagsmüdigkeit zusammen hängen. Richtig einladend ist dieser Frühling bisher nämlich leider nicht. Es kann aber auch schlichtweg an meinem mangelnden Talent liegen. Darüber zu urteilen, obliegt meinen Lesern. Dennoch möchte ich mich kurz sammeln und die Ereignisse meiner Woche in ein paar Worten niederschreiben.

Wolverine macht Schluss

Gestern sorgte Hugh Jackman mit einem Post in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. „One last time“. So lauteten seine verheißungsvollen Worte. Gemeint ist damit natürlich die ikonischste Rolle seiner Karriere, der grummelige Wolverine. Bereits 7 Mal war er als der Mutant aus den Reihen der X-Men auf der großen Leinwand zu sehen. Nun soll mit dem nächsten Film endgültig Schluss sein. Bedenkt man Jackmans Nachricht von vor einigen Wochen, in der er mitteilte,  die Rolle bis zum Ende zu spielen, könnten wir durchaus mit dem Tod des nahezu unsterblichen Wolverine rechnen. Das Netz überschlägt sich bereits mit Theorien, möglichen Storys und welcher Film denn nun der nächste sein wird. Denn es wird einen Solo – Auftritt geben, soviel ist klar. Allerdings würde das bedeuten, dass in dem kommenden Apokalypse, wo wieder die versammelte Mannschaft ausfläuft, der grantige Kanadier mit Abwesenheit glänzt. Ich persönlich finde das garnicht schade, denn so langsam bin ich den Charakter leid. Sein Ausscheiden bietet anderen interessanten Mutanten; von denen es bei Weitem genug gibt; Raum und macht die Geschichten wieder etwas Vielseitiger. Warten wir also ab, was da kommt.

Der Arbeitslosigkeit sein Ende

Ja, es ist vollbracht. Aus, Schluss Ende und vorbei. Der Onkel wird nicht länger bis in die Puppen pennen, Pfandflaschen sammeln und mit den anderen Arbeitslosen im Park abhängen. Ich bin endlich wieder in Lohn und Brot wie man so schön sagt. Dieser Eintrag ist mein Letzter, bevor am Mittwoch der Ernst des Lebens zurückkehrt. Nein, mal ganz im Ernst. Es ging mir mit der Zeit so richtig auf den Keks, untätig zu sein. Zwar habe ich versucht meine Freizeit zu nutzen, habe viele Serien, Filme und Spiele nachgeholt und mir auch den Raum genommen, mir über vieles Gedanken zu machen. Meistens erfolgreich, es gab nach der gescheiterten Selbstständigkeit ja auch genug Um nicht vollkommen abzudriften, habe ich aber immer versucht einen normalen Tagesablauf zu erhalten. Früh aufstehen, tagsüber fleißig sein und abends entsprechend müde, wieder rechtzeitig zu Bett gehen. Wollen wir mal hoffen, dass das ausreichend ist. Neben meiner Vorfreude, Körper und Geist wieder einem besseren Zweck zu widmen, bin ich auch etwas skeptisch. Schließlich habe ich mir vorgenommen jeden Tag 750 Worte zu schreiben, im Idealfall für mein Buch, nur habe ich dazu nun täglich acht Stunden weniger Zeit. Wir werden sehen, was das bedeutet. Zumindest bin ich geneigt, mich reinzuhängen. In Beides.

Zwitschert ein Vögelchen…

Ich habe jetzt Twitter. Keine sonderlich spannende Neuigkeit, aber als Freund des Internets, war es nur eine Frage der Zeit. Lange habe ich mich gegen den Trend verwehrt, habe weder Notwendigkeit noch Spaßfaktor verstanden. Zu verwirrend kamen mir all die Bezeichnungen und Kürzel vor. So ein durchschnittlicher Tweet kann recht kryptisch wirken. Das schreckte mich bisher ab. Aber jetzt war es an der Zeit, der Sache eine zweite Chance zu geben. Account erstellt und was soll ich sagen… Ich liebe es. Nicht, dass ich wirklich spannendes beizutragen hätte, darum geht es mir nicht. Aber als Sammelstelle für Informationen und Nachrichten, gibt es in meinem Spektrum nichts besseres. Die Geschwindigkeit ist unglaublich. Durch die Verschlagwortung mittels Tags bietet eine tolle Verkettung von Tweets, die Informationen zu bestimmten Informationen kombinieren. Es ist in Windeseile möglich aus verschiedenen Quellen Fakten, Vermutungen und Wissenswertes zu erhalten. Natürlich auch viel Unfug, ist ja schließlich das Internet.

Zu guter Letzt der ganze Rest

Und was ist sonst noch so passiert? Das Wichtigste zuerst: Bloodbourne ist seit einigen Tagen auf dem Markt und sprengt derzeit alle Tests und Reviews. Das ist auch der Grund für die neu angelegte PS4-Kasse. Jeder Euro, der zu viel ist, wandert dort hinein und vielleicht ist es ja bald so weit. Für das Buch habe ich mich viel mit Perspektiven und Erzählweisen auseinandergesetzt. Leider scheitere ich gerade im Moment gerne Mal an der Motivation. Im Kopf habe ich zwar Ideen und irgendwie auch Lust zu schreiben, aber kaum habe ich das Notebook gezückt und das Dokument zeigt mir den blinkenden Cursor, schon ist alles weg. Mehr mühevoll als spaßig arbeite ich mich durch meine täglichen Texte, ohne so wirklich Erfolg zu haben. Hoffentlich ist das eine Phase, die auch recht schnell wieder verfliegt. Sonst wird das nichts mit dem Buch bis Ende 2015. Und das wäre doch schade.