Letzte Woche aus der Sicht von mir (KW 8)

Es ist mal wieder soweit. Spotify bedient die Bedürfnisse meiner Ohren, der Lüfter meines Notebooks erfüllt den Raum mit einem lieblichen Surren und ich resümiere die vergangene Woche. In den letzten Rückblicken habe ich mich sehr auf Film und Fernsehen beschränkt. Dies möchte ich zukünftig ändern, indem ich auch meine Gedanken, Ansichten und/ oder Erfahrungen teile, denn im ursprünglichen Sinne ist ein Blog nichts anderes als ein virtuelles Tagebuch für all jene, die eine exhibitionistische Veranlagung haben. Meine Hoffnung ist es, mich dadurch mehr mit mir selbst zu beschäftigen und mir eine Möglichkeit der Reflektion zu schaffen. Ob mir das gelingt wird sich zeigen :)!

Serienentdeckung: Luther

Geht es euch auch manchmal so, dass amerikanische (oder amerikanisierte) Krimiformate irgendwie wirken wie ein John Woo Actionfilm? Die kompliziert verschachtelten und verworrenen Fälle, werden spektakulär und lässig von viel zu glatten, coolen Ermittlern gelöst und der Zuschauer fühlt sich um seine Spannung betrogen? Interessantes Storytelling, Charaktere über die man mehr erfahren möchte und Situationen, die ohne Weiteres der Realität entsprechen könnten sind meistens Fehlanzeige. Ganz anders kommt da die britische Serie Luther herbei.

Der Titelheld John Luther, verkörpert durch den wunderbaren Idris Elba (der aktuellen Gerüchten nach im Gespräch für die Rolle von James Bond ist), ist ein gebrochener und emotional aufgewühlter Polizist, der mehr als trotz seiner Intelligenz mehr als nur einmal die Gesetze umgeht um Tätern auf die Spur zu kommen. Was zunächst klingt als wäre es der Plot einer weiteren beliebigen Krimiserie, dem kann ich sagen, er irrt. Denn dieses Serie ist gerade wegen der wunderbaren Charaktere Gold wert. Sei es der labile John Luther, der nach einem Zusammenbruch versucht seine Ehe zu retten, seine Ex-Frau, die noch Gefühle hat oder ihr neuer Partner. Und als ob diese Konstellation nicht schon genügend Zündstoff bieten würde, gerät Luther beruflich immer wieder in Schwierigkeiten mit seiner Chefin, Kollegen oder der internen Dienstaufsicht. Mehr möchte ich hier nicht spoilern, aber gerade weil alle agierenden Personen glaubwürdig und keineswegs wie Statisten mit Aufgaben für den Plot wirken, ist es spannend den Entwicklungen zu folgen. Alles hat einen realistischen Unterton und stets wird auf glattpolierte Verläufe und Wendungen verzichtet.

Daher kann und möchte ich die Serie jedem ans Herz legen, der Hollywood leid ist und nicht mehr auf die vierte Staffel Sherlock warten möchte :D!

Neuer Alienfilm!

Vor einiger Zeit kursierten Bilder im Netz, die District9-Schöpfer Neil Blomkamp über seinen Twitteraccount veröffentlicht hatte. Darauf zu sehen waren Designvorlagen und Entwürfe für seine Vision eines Films im Alien-Universum, denn wie er mitteilte, hatte er tatsächlich Interesse an dieser Arbeit. Aus verschiedenen Gründen wurde aber nichts daraus, was viele bestürzte, denn die gezeigten Artworks machten einen sehr guten Eindruck. Blomkamp, der sich mit seinem Sci-Fi-Drama District9 in die Herzen vieler Fans katapultierte schien wie der perfekte Mann, das in die Jahre gekommene Franchise aus der Versenkung zu retten.

Jetzt wurde offiziell bekanntgegeben, dass es diesen Film geben wird. Zur Handlung ist noch nichts bewusst und damit ist unklar, ob er sich vor Alien 1 aber nach Prometheus, bzw. dem geplanten Sequel einreiht oder ob er nach den Ereignissen von Alien 4 ansetzt. Viel mehr als die Concept-Arts und die Bestätigung haben wir derzeit nicht, aber ich bin mir sicher, dass der südafrikanische Regisseur die perfekte Wahl ist.

Übernächste Woche startet sein neuster Film Chappie in den deutschen Kinos und ich bin nach der Enttäuschung mit Elysium mehr als nur gespannt, wie sich die Dramödie um eine künstliche Intelligenz mit einem Bewusstsein macht. Denn der kritische und reflektierende Ansatz ist es, der District9 zu einem so guten Film gemacht hat, weswegen ich mir wünsche, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat. In Chappie spielt auch Xenomorph-Veteranin Sirgourney Weaver mit, die laut eigenen Aussagen großen Einfluss auf Blomkamps Entscheidung für einen Alienfilm hatte. Blicken wir also neugierig in die Zukunft.

Ein Buch mich zu knechten

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte zu meiner Schreiberei an sich verlieren, denn das ist bisher von mir eher still umgangen worden. Ich habe nunmehr ein paar Kapitel für Dunkle Pfade (Zum Glück nur ein Arbeitstitel) geschrieben, bin mir aber im Unklaren, ob das alles gut ist. Ich mag meinen Stil nicht und fühle mich gefangen in routinierten, sich ständig wiederholenden Satzfragmenten. Dabei wollte ich doch etwas rundes und wunderbares zu Papier bringen, stattdessen schleudere ich absatzweise leere Phrasen umher ohne einen echten Bezug zu entwickeln. Manchmal bin ich geneigt das alles in die Tonne zu werfen und aufzugeben. Mir selbst eingestehen, dass ich einfach nicht dazu tauge etwas lesbares zu produzieren. Vielleicht sind das auch nur die ganz normalen Zweifel mit denen sich jeder im meiner Situation auseinander setzen muss. Zunächst werde ich mich zwingen am Ball zu bleiben und wer weiß, vielleicht lässt sich diese Phase überwinden.

Schreibe einen Kommentar