Da isser ja, der Wochenrückblick

Na was ist das schon wieder spät geworden. Kaum hat die Woche begonnen, da ist sie auch schon wieder vorbei und wie so oft, lasse ich meine Gedanken schweifen, blicke zurück auf vergangenes und alles was mich die letzten sieben Tage so bewegt hat. Da gab es nämlich einiges zu erleben. Neben einer kurzen Abhandlung zu Trailern, gab es Einblicke in meine Gedankenwelt, ein ereignisreiches Wochenende und vieles mehr. Dem geneigten Leser wünsche ich viel Spaß.

Was heute so los war?

Ich sitze erst jetzt vor meinem Notebook und tippe diese Zeilen, weil wir zusammen mit einigen Freunden im Heidepark waren. Freizeitpark macht auch ohne Kinder und mit Anfang 30 einen riesen Spaß. Schafft den Körper aber auch deutlich mehr, als noch mit zwanzig. Nicht mehr lange und ich muss mir nach so einem Tag erst Mal Urlaub nehmen. Hinzu kommt, dass ich Freitag Abend ein wenig kränklich war und mit Fieber frühzeitig in eine schlaflose Nacht gewandert bin. Samstag waren wir dann den ganzen Tag unterwegs und abends sogar noch mitttels 3-stündiger Bahnfahrt auf einer Einweihungsfeier (jedoch in der alten Wohnung) in Harburg. Auch sehr nett, weshalb es später wurde als geplant. Aber wir wollen ja nicht in Selbstmitleid zergehen. Jedenfalls war der Tag absolut perfekt, unsere bunt zusammen gewürfelte Truppe hat viel Freude bereitet, das Wetter war angenehm warm, aber nicht so heiß, dass der Park vollkommen überlaufen wäre mit schreienden Kindern. Falls das noch nicht reicht, waren die Eintrittskarten auch noch umsonst. Hammer, oder? Der Park war überraschend leer und wir mussten kaum anstehen. Manche Attraktionen konnten wir sogar mehrfach hintereinander fahren ohne erneut zu warten. Wie oft kommt das denn bitte vor? Also folgte ein bunter, lauter, sonniger, lustiger und irgendwie auch stimmiger Tag, den ich gerade, vollkommen erschöpft, ausklingen lasse. Denn neben all dem guten, bin ich auch erschöpft und platt, aber glücklich.

Ein Gedanke zum Werden

Wo wir gerade dabei sind. In den gefühlt letzten 200 Beiträgen habe ich mich über meine Perspektivenarmut aufgeregt und immer wieder betont, dass ich keine Ahnung habe, wo ich hin will. Dazu kann ich zweierlei ergänzen. Denn zum einen lese ich nach ‚Gone Girl‘ ein Buch, dass mir genau dabei helfen soll zu finden was ich suche, bzw. mir die richtigen Fragen aufzeigt. Noch bin ich nicht sonderlich weit gekommen, aber es macht den Anschein, als könnte ich daraus wirklich das eine oder andere lernen.

Für den anderen Teil muss ich leider etwas ausholen. Am Freitag war eine Freundin bei uns zu Hause, weil ihr Freund sie kürzlich verlassen hatte. Deswegen brauchte sie Trost, Nähe und ein wenig Zuspruch. Freunde eben. Während sie mir so erzählte, vor sich hin weinte und vermeintliche Fehler ihrerseits analysierte, wurde mir bewusst, dass ich solche Verstrickungen sehen kann. Und es interessiert mich. Ja, es macht mir sogar Spaß mich tiefer in die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Menschen einzuarbeiten und zu verinnerlichen, wie sie an den Punkt X gekommen sind. Das war für mich dann auch der Ausschlag, der mich dazu brachte näher mit dem Thema des Coachs zu befassen. Vielleicht ist das ein Bereich, den ich auch mit Herz und Seele füllen kann, etwas das mir Spaß macht und meine Talente zum Einsatz bringt. Psychologie hat mich schon immer interessiert und ansonsten gibt es kaum Themen, die in meiner Freizeit akut wären. Deswegen ist der Gedanke an sich meiner Meinung nach weder falsch noch an den Haaren herbeigezogen. Gemeinsam mit der Liebsten habe ich dann schon Witze darüber gemacht, dass wir ja eine Praxis aufmachen könnten. Möglicherweise keine schlechte Idee.

Trailerpark

Wahrscheinlich final noch ein paar Worte zur cineastischen Woche bzw. kurzen Werbefilmchen mit viel Aufsehen. Wahrscheinlich ist niemandem entgangen, dass der zweite Teaser zum neuen Star Wars Film offiziell vorgestellt wurde. Binnen kürzester Zeit drehten sämtliche Social-Media-Dienste völlig durch und ganze Steams waren ausschließlich voll mit dem zweiminütigem Filmchen, das niemanden kalt zurück ließ. In einem älteren Beitrag habe ich mich genau dazu nochmal geäußert.

Fast zeitgleich folgte seitens Warner die Ankündigung, dass am 20.04, also morgen, der erste Teaser für den umstrittenen Batman v Superman gezeigt werden sollte. Gerade darauf war ich sehr gespannt, weil ich wissen wollte, wie sich Ben Affleck als Dark Knight macht. Ebenso war ich neugierig, wie sich das Treffen der Comicgrößen von der bunten Marvelwelt abgrenzen will. Der Trailer leakte aber wenig später und erschien zunächst in einer spanischen Wackel-Version. Natürlich ging das Teil los wie ein Lauffeuer, weshalb Warner zur Schadensbegrenzung den echten Trailer zeigte. Inhaltlich muss ich sagen, dass es mich recht kalt gelassen hat. Obwohl die Ausgangslage durchaus Spannung in den generischen Superheldenmarkt bringen könnte. Aber warten wir das Ergebnis einfach mal ab, vielleicht tut sich da ja noch was.

100 Tage Unfug schreiben

Die Sonne lacht, mein Fieber scheint weg, der Kaffee schmeckt vorzüglich. Alles in allem ein sehr gelungener Start in den Tag. Dazu kommt noch, dass ich heute ein Jubiläum zu verbuchen habe, denn seit exakt 100 Tagen schreibe ich täglich 750 Wörter. Das macht insgesamt 75. 000 Worte, die beinahe willkürlich zu Sätzen geformt werden. Da ich das ganze als eine Art Schreibübung begonnen habe, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und ausführen, was mir der Aufwand gebracht hat. Denn machen wir uns nichts vor, jeden Tag einen zusammenhängenden Text zu zaubern ist aufwändig und raubte mir mehr als einmal den letzten Nerv.

Eigentlich hatte ich vor, alle Texte auf meinem Blog hier zu veröffentlichen. Könnt ihr euch das vorstellen? Dann wäre ich heute bei 100 Beiträgen von jeglicher Qualität. Sowohl furchtbar und kaum lesbar als auch interessant und gut geschrieben. Alles lässt sich hier finden. Angefangen habe ich mit einer Aufstellung der kommenden Superheldenfilme bis 2020. Das war für den Start ganz gut, denn da war ich im Thema. Zu jedem Projekt habe ich ein paar Fakten zusammen getragen und meine Meinung dazu preisgegeben. Nur fiel mir schnell auf, dass die Informationsdichte gerade für den Bereich ab 2017 oder später mehr als dürftig ist. Deswegen habe ich damit aufgehört. Aus heutiger Sicht auch keine blöde Idee, denn wirklich interessant ist das nur für Nerds und die wissen alles, was da steht.

Nach ein paar sehr durchwachsenen Texten ging ich dazu über mir Kurzgeschichten aus den Rippen zu leiern. Als Basis dienten einzelne Sätze aus irgendwelchen Büchern im Regal. Auf diesem Satz entwickelte ich eine Geschichte, oder einen kurzen Text. Manche sind dabei geblieben, andere wurden über die Tage zu Mehrteilern. Dunkle Pfade hat mir dabei sogar so viel Spaß gemacht, dass ich die Geschichte in ein Buch packen möchte. Das ist auch der Grund, wieso nicht alle Beiträge hier auf dem Blog zu finden sind. Manche liegen ordentlich abgelegt in einer Word-Datei und warten auf Vollendung. Auch wenn Dunkle Pfade (Arbeitstitel) eine Fantasygeschichte ist und ich dem Genre in Buchform wenig abringen kann, macht es mir doch zu viel Freude, die Welt, ihre Personen und den Plot zu entwickeln.

Damit wären wir auch schon bei dem Punkt auf den ich hinaus wollte: Was ich gelernt habe. Texte gehen mir nach den ersten drei Sätzen wesentlich leichter von der Hand. Ist der schwierige und meist holprige Start gemacht, dann läuft der Rest eigentlich gut. Natürlich gibt es dann und wann Aussetzer, aber die haben mit Sicherheit selbst die Profis. Ich denke ich habe ein gewisses Selbstvertrauen erlangt, weswegen ich nicht pauschal alles lösche, wenn es nicht perfekt ist. Fehler oder besser Sätze, Absätze oder ganze Texte mit denen ich nicht zufrieden bin, lasse ich ebenso stehen, wie die, die ich richtig gut finde. Auch auf der Arbeit fällt es mir leichter Sätze, beispielsweise in E-Mails, zu formulieren. Das war es ja auch, was ich erreichen wollte. Die Freue an Worten, das Konstruieren von Sätzen und erzeugen von Klangwelten hat mich schon immer interessiert, nur war ich meistens nicht mutig genug, wirklich zu bloggen. So gerne ich auch wollte. Die leere weiße Seite, der streng blinkende Cursor, meine eigene Erwartungshaltung… Da habe ich es lieber gelassen anstatt etwas aufs Papier zu bringen. Durch den auferlegten Zwang, habe ich jetzt nicht mehr die Wahl. Am Ende müssen 750 Wörter stehen, ganz egal wie. Ich zwinge mich also zu Mut, zu Selbstvertrauen und vielleicht entdecke ich ja ungeahnte Talente. Wer kann das schon sagen.

Mein Schreibstil ist noch lange nicht perfekt, aber gerade im Vergleich zwischen den ersten Gehversuchen und den neueren Exemplaren fällt auf, dass sich doch einiges getan hat. Sie wirken runder, nicht länger abgehackt und blutleer (mein neues Lieblingswort). Früher hatte ich starke Probleme meine Gedanken in Schriftform zu kanalisieren. Es fiel mir schwer Thesen und Behauptungen auszuführen, Gedankengänge vielleicht in 2-3 Sätzen mit anderen Worten zu umschreiben oder Beispiele anzubringen. Durch das Limit von 750 Wörtern, war ich gezwungen, eben genau das zu tun, denn sonst hätte ich sehr schnell Probleme bekommen. Und an manchen Tagen hatte ich die auch.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich hundemüde war, weil ich sehr schlecht geschlafen habe. Jedes Wort war eine Qual. Buchstabe um Buchstabe quälte ich mich durch den Text und das Ergebnis ist auch entsprechend. Aber ich habe es durchgezogen und darauf kommt es an. Insgesamt habe ich das Texten mittlerweile in meinen Alltag integriert und auch die Liebste ist sich dessen bewusst. Ich bin stolz und froh, dass ich es bis hierhin geschafft habe und freue mich auf die nächsten 100. Und wer weiß, vielleicht habe ich zum Ende des Jahres mein Buch fertig. Auch wenn ich das nicht glaube 😀

Fuck Yes and more

Was war da schon wieder los in diesem hippen Internet? Gestern Abend, circa halb acht, drehten alle völlig durch. Erst dachte ich, Leonardo Di Caprio hat seinen Ehrenoscar erhalten. Nachträglich. Für die letzten Jahre. Denn das ist der einzige Grund, für den das Internet zusammenbrechen würde. Dachte ich. Doch die Streams diverser sozialer Netzwerke wurden geflutet, von kryptischen Worten, Freudengesängen und der Floskel „We’re Home“. Ratlos, planlos und über alle Maßen verwirrt versuchte ich mir einen Reim darauf zu machen und wurde schnell fündig. Denn am gestrigen Tag wurde der 2. Teaser zum heiß erwarteten Star Wars veröffentlicht. Damit wurde es schnell äußerst unangenehm für mich. Meine Finger juckten, das Notebook grinste mich diabolisch von der Seite an; alle darauf bedacht mich in Versuchung zu führen.

Aber der Reihe nach. Normalerweise verschlang ich jegliches Bildmaterial zu filmen fast zeitgleich zu ihrer Veröffentlichung. Wie ein Raubtier durchforstete ich das Netz nach Leaks von Fotos, Videos oder sonstigen Informationen. Jedes noch so kleine Fitzelchen war interessant, denn es brachte mich dem ersehnten Film ein Stückchen näher. Es fühlte sich realer an und erweckte zumindest den Eindruck die Wartezeit verkürze sich. Denn wer sich für Filme interessiert leidet nicht selten an unsäglichen Wartezeiten. Manche Projekte werden weit in die Zukunft bekannt gegeben und hinterlassen neben Neugier auch einen sehr schalen Beigeschmack der Wehmut. Wieso musste man mir schon 2013 sagen, dass es einen neuen Star Wars geben wird? Wozu musste Marvel mich letztes Jahr mit ihrer Agenda 2020 quälen? Nun sitze ich über Jahre auf heißen Kohlen und zähle die Stunden, bis der eine oder andere Leckerbissen endlich im Lichtspielhaus meines Vertrauens über die Leinwand flimmert.

Und dann kommt die Ernüchterung, wenn es denn endlich so weit ist. Bestanden Trailer früher überwiegend aus Andeutungen und Bildern, die Lust auf mehr machen sollten, zeigen sie heute einfach viel zu viel. Gerade bei Komödien und Actionfilmen werden die besten Szenen bereits für den Trailer benutzt, was die Erwartung an den Film zwar steigert, letztlich aber beim zahlungswilligen Besucher für Ernüchterung sorgt. Da kann ich schon verstehen, wieso sich einige Filme häufiger runter geladen werden als andere. Manchmal erzeugt das Vorabmaterial auch einen völlig anderen Eindruck des Gesamtwerks in dem Dialoge und Szenen in verändertem Kontext zusammengeführt werden. Tja, und dann gibt es noch das schlimmste aller Übel. Den Luzifer der Filmwelt, den Spoiler.

Spannende Filme leben von Überraschungen und Wendungen. Todgeglaubte Charaktere tauchen wieder auf, geliebte Figuren entpuppen sich als die Bösen oder alles verändernde Kampfsequenzen. Taucht solch eine Szene bereits im Trailer auf, ärgert sich ein jeder. Der Spaß während der Sichtung nimmt rapide ab, wenn man den „Twist“ bereits kennt. Nicht erahnt, weil er schlecht versteckt ist, sondern kennt. Nur weil man den Trailer, also den Werbeclip, bereits gesehen hat. Das ist schrecklich und macht gute Filme kaputt. Und ich weiß wovon ich rede, denn man hat mir Fight Club und The Sixth Sense gespoilert. Zum Glück war nur letzterer danach absolut nicht mehr sehenswert.

Will man aber noch einen Schritt weitergehen, dann verrät man einfach den gesamten Plot. Die jüngsten Beispiele sind Cinderella und der kommende Terminator. Beide feiern den gesamten Verlauf des Films gepresst in 3 Minuten chronologisch ab. Da nützt auch kein Schwarzenegger, kein hübsches Kleid, keine CGI-Kaugummiwelt, kein Actionfeuerwerk und kein brachialer Sound mehr etwas. Mein Interesse kommt zum erliegen und kehrt nur minimal zurück, wenn ich durch Zufall die Blu-Ray in die Hände bekomme. Ein Beispiel für einen wirklich gelungenen Trailer liefert übrigens „Gone Girl“. Das aber nur am Rande.

Eben wegen dieser Entwicklung habe ich mir vor einiger Zeit vorgenommen, für jeden Film nur so viele Trailer zu schauen, wie nötig sind um mir das Material schmackhaft zu machen. In der Regel reichen 1-2 vollkommen aus, denn sowohl Stimmung als auch Ausrichtung lassen sich damit klar erkennen. Jedes weitere kleine Video würde mir nur mehr Bildmaterial zeigen, dass mich im Film noch überraschen soll. Und eigentlich lief das ganz gut. Bis der erste Avengers 2 Trailer kam. Einer DER Filme dieses Jahres und der, den ich am meisten erwartete (Zumindest war das bis vor einer halben Stunde so!). Hatte der erste Trailer schon richtig Lust auf mehr gemacht. Ich sag nur: „There are no strings on me“ (Gänsehaut)!!! Dann kam der zweite Clip, gefolgt von einem dritten. Zwar nur mit ein klein wenig neuem Material aber dennoch konnte ich den Schlusskampf sehen. Obwohl ich das nicht wollte. Aber widerstehen war einfach nicht drin. Zu heiß war ich auf Bilder, wollte sehen, wie der Hulk Iron Man auf die Mütze gibt und wie Ultrons Stimme aus dem Off brummt.

Für Star Wars gelobte ich Besserung. Der Teaser, der vor einiger Zeit erschien, zeigte genaugenommen nichts und doch alles. Er hatte den richtigen Stil, die richtigen Leute, ein fucking interessantes Schwert und den größten Gänsehautblender (Milenium Falcon und so ;D) ever. Angefixt war ich, aber der Dezember noch unendlich weit weg. Tja, deswegen muss ich leider gestehen… Ich hab ihn gesehen. Mehrfach. Neben Gänsehaut ab der 5. Sekunde, wurden meine Äuglein zum Schluss hin etwas feucht. Danke JJ, dass du uns vergessen lässt, was der große George Lucas einst seiner Schöpfung antat.

Was’n da los? Der Wochenrückblick

Kaum zweimal umgedreht, schon ist die Woche wieder um. Was Montags noch klingt wie Hohn ist des Freitags Segen und am Sonntag bittere Realität. Die Zeit rennt ohne auch nur den geringsten Gedanken an die Gegenwart zu verschwenden. So verging auch die letzte Woche, wie im Flug. Eigentlich sollte ich jetzt ein Kapitel überarbeiten und meine „Schreibübung“ auf diesem Weg für heute erledigen, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich keine Lust. Das ist insgesamt so eine Sache, an der ich wirklich arbeiten muss…

Ein Buch mich zu knechten

Mit weit aufgerissener Fresse habe ich überall publiziert, dass ich mich endlich daran machen würde ein Buch zu schreiben. Leider war der Plan nicht so gut durchdacht, denn jetzt sehe ich mich in der Verantwortung es wirklich zu tun. Als ich arbeitslos war, ging das ganz gut, aber jetzt? Ich arbeite 40 Stunden die Woche und verwende einen Großteil meiner geistigen Kapazitäten auf die Einarbeitung. Und das ist auch gut so, aber es sorgt eben dafür, dass es mir an Zeit fehlt. In einem der letzten Posts bin ich darauf bereits näher eingegangen. Warum ich heute nochmal auf das Thema zu sprechen komme ist die Tatsache, dass ich viel Motivation und Aufwand betreiben muss, bis ich in dem Kapitel oder der Figur wieder drin bin. So vergehen gerne mal zwei bis drei Stunden, ehe ich den Stift auch nur in die Hand nehme.

Bin ich hingegen einmal drin, kann ich auch daran arbeiten, bis mir die Finger schmerzen oder der Akku meines Notebooks glüht. Doch eben genau dazu mangelt es mir an Zeit, denn ich könnte vielleicht sogar die Einarbeitungszeit aufwenden, aber dann fehlt mir hinten raus die effektive Schreibzeit (schrilles Wort *_*). Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich auch noch eine Beziehung, die ich pflegen möchte und andere Interessen ebenfalls. Deswegen dämmert mir allmählich, dass ich den Mund etwas zu voll genommen habe. So ein Buch zu schreiben ist weit mehr Aufwand, als ich gedacht habe und jetzt muss ich mit den Konsequenzen leben. Auch wenn ich nicht vorhabe hinzuwerfen, liegt noch ein großes Stück Arbeit vor mir. Hoffen wir einfach mal das Beste.

Netflix, das Internet und Hater

Am Freitag ging die heiß erwartete Serienumsetzung von Daredevil, dem Mann ohne Furcht, an den Start. Viel wurde im Vorfeld gemunkelt und geflammed. Insgesamt ist mir aufgefallen, dass es im Internet viel unnötigen Hate gibt, der sich auf jede noch so kleine Information stürzt, sie auf ihre Essenz reduziert und daran krude Theorien aufhängt. So war es nicht nur mit der Serie auf die ich gleich noch etwas näher eingehe, sondern auch bei vielen anderen Projekten. Mich interessieren größtenteils Informationen aus dem Superhelden-Spektrum und ich versuche den Spagat zwischen der Befriedigung meiner Neugier und dem Umgehen von Spoilern zu halten. Leider ist das nicht einfach, wie sich am Beispiel von Avengers 2 gezeigt hat. 3 Trailer, diverse Fersehspots, unzählige Interviews und mehr machen es schon fast unnötig den Film sehen zu müssen. Aber das ist ein anderes Problem, dem ich mich vielleicht nochmal gesondert widmen werde.

In den unzähligen Berichten zu kommenden Projekten fallen auch Namen für Besetzungen, die im Anschluss heiß diskutiert werden. Jüngstes Beispiel ist da wohl ohne Frage Jared Leto, der für die Suicide Squad-Verfilmung den Joker mimen wird. Schon seit dieser Ankündigung dreht das Internet durch und jedes Bild, jeder Leak und jede Information heizt die Vorverurteilung noch weiter an. Ehrlich gesagt geht mir das ziemlich auf den Keks und setzt unnötige Erwartungshaltungen, denn sind wir mal realistisch: als Heath Leadger für die Rolle in Dark Knight angekündigt wurde, war auch erstmal niemand begeistert. Und NACH dem Film waren alle begeistert. Also geben wir dem guten Mann doch eine Chance, er hat ohnehin ein schweres Kreuz zu tragen, denn die Messlatte liegt irgendwo zwischen Zimmerdecke und Mond.

Warum ich darauf zu sprechen komme? Weil zu Daredevil im Vorfeld auch viel kritisiert wurde. Das Kostüm aus dem ersten Trailer war furchtbar, der Schauspieler eine Fehlbesetzung und insgesamt sieht alles danach aus, als wäre das Projekt zu scheitern verurteilt. Und trotzdem hatte der Mann ohne Furcht für eine exklusiv produzierte Serie einen brachial guten Start. Und nach dem was ich bisher gesehen habe, werden die meisten Vorverurteilungen Lügen gestraft. Das Setting ist großartig. Hells Kitchen, drei Jahre nach den Ereignissen aus Avengers, ist ein raues Pflaster, voller mehr oder weniger brutalen Gangstern und mittendrin ein junger Matt Murdock auf der Suche nach Gerechtigkeit in seiner Stadt. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl, hier würde sich auch Batman wohl fühlen, denn die Stadt ist schmutzig, düster und gnadenlos. Diese Stadt formt sich ihren Helden, der absolut nicht unfehlbar ist. Alles ist toll und ich habe eine Weile gebraucht, bis ich wusste, was mich stört. Leider muss ich dem Chor der anonymen Inet-Hater etwas zugestehen: der Hauptdarsteller wirkt auf mich nur wenig überzeugend. Alles andere ist großartig und ich werde mich demnächst mal etwas ausführlicher damit befassen.

Für heute soll es das gewesen sein.

Schönes Restwochenende und Reingehauen.

Was sein ohne zu werden?

Vor einiger Zeit hatte ich mal versucht einen Text zu verfassen, in dem ich mich mit der Frage bzw. der Definition von Beruf und Berufung beschäftige. Leider nur mit mäßigem Erfolg, denn im Verlauf der Worte schweife ich zunehmend mehr ab und verrenne mich, wie gewöhnlich, in Selbstmitleid und Schlimmerem. Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema heute noch einmal aufgreifen. Dazu gebracht hat mich ein Artikel, der sich mit der Frage auseinandersetzt, ob Schulbildung und das klassische Karrierebild noch zeitgemäß sind.

In den letzten Monaten, hatte ich bedauerlicherweise zu viel Zeit um mich zu hinterfragen. Meine Motive und Entscheidungen, meine Motivationen und die Werte, von denen ich glaube sie zu vertreten. Alles wurde akribisch geprüft, abgewogen und neu sortiert. Dabei fing ich zunächst an die Vergangenheit zu analysieren. Wie bin ich zu dem Punkt gekommen, an dem ich heute war? Wo bin ich falsch abgebogen? Was wollte ich und wieso bin ich es nicht? Während meiner Schulzeit hatte ich absolut keine Ahnung was ich mal machen will. Eigentlich noch viel schlimmer, denn ich wusste nicht einmal worin ich wirklich gut war, was ich kann und mag, oder wo ich sein möchte. Es mangelte mir an Vorbildern, da war niemand, dessen berufliche Ausstrahlung mich wirklich motiviert hätte. Meine Mum hangelte sich von Job zu Job und landete letztendlich bei der Versicherung. Sie war für mich kein Vorbild, zumindest nicht im Positiven Sinne. Letztlich habe ich durch ihre Berufswahl nur zwei Dinge gelernt:

1. Ich möchte etwas machen, dass mich erfüllt. Etwas worin ich mein Potential ausschöpfen und mich verwirklichen kann, ganz egal in welcher Hinsicht.

2. Ich wollte etwas tun, was Menschen hilft, sie bewegt oder berührt. Vielleicht auch nur die Grausamkeit der Realität vergessen lässt, ganz egal. Hauptsache nicht in der unsichtbaren Masse der Arbeitswelt untergehen.

Schon früh wurde mir klar, dass Geld keine Rolle spielt. Da mir kein besonderer Lebensstil vor gelebt wurde, hatte ich keinen Standard zu halten oder zu erreichen. Alles was ich hatte waren Werte und im weitesten Sinne Überzeugungen. Meine einzige männliche Bezugsperson, die ich respektierte, war der beste Freund meiner Mutter. Ein Psychologe mit großartigen Ansichten. Wenn ich heute so darüber nachdenke, verdanke ich die meisten Dinge, die mich ausmachen ihm. So in der zehnten Klasse stand ich kurz vor meinem Abschluss in Wirtschaft. Nicht weil mich Wirtschaft sonderlich interessierte, sondern weil es das war, was alle Typen machten. Damit kann man gut BWL oder so studieren und dann könnte ich ja immer noch sehen, wohin die Reise geht.

Doch wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann wusste ich schon damals, dass Wirtschaft nicht meine Welt ist. Ich hatte nicht den Ehrgeiz oder den Willen in einer Ellbogenwelt Teil einer menschenverachtenden Maschinerie zu werden. Meinen Beitrag am Leid anderer zu haben und mich daran zu bereichern, schlimmer noch, mich daran aufzugeilen. Keine Vorbilder, kein erzwungenes Nacheifern. Einzig die Psychologie reizte mich. Zu verstehen, wie Menschen ticken, wieso sie tun, was sie tun. Was sie zu dem macht, was sie sind. Vermutlich ein tief verankerter Wunsch nach Kontrolle, denn wenn ich verstehen würde, was um mich herum passiert, könnte ich meine Verunsicherung kompensieren. In manchen Teilen wünsche ich mir das noch heute.

Als wir dann aber nach Hamburg zogen, verworfen sich meine Pläne und ich musste umdenken. Durch bürokratischen Mist landete ich für zwei Jahre im Abschlussjahrgang für Metalltechnik. Nach dem Abschluss wollte ich Abi machen, meinen ursprünglichen Plan mit der Psychologie wieder aufnehmen. Witzigerweise hatte ich nie weiter gedacht. Weder daran was ich mit dem Studium anfangen wollte, noch wie ich dazu kommen würde. Immerhin liegt der NC bei eins Komma…

Zum Abi ist es nicht gekommen. Nichtmal ansatzweise. Ich machte eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, einem Beruf, den niemand, bei mir vermuten würde. Bis heute glaube ich es mir selbst nicht. Ich machte das nicht weil ich es wollte, vielmehr war es eine Notlösung, der letzte Ausweg, wenn man so will. Zu dieser Zeit wohnte ich gezwungenermaßen allein, sorgte selbst für meinen Lebensunterhalt und ging zur Schule. Schlechter Nährboden für einen guten Abschluss oder einen disziplinierten Werdegang. Alles zusammen wurde mir zuviel. Ich war fertig. Nachts arbeiten und tagsüber Dinge lernen, die mich nicht interessierten, schaffte ich nicht. Also bekam ich den Tipp, dass ich eine Ausbildung machen könnte, was ich tat.

Und damit wurde ich genau zu dem Teilchen, dass ich nicht sein wollte. Nach der Lehre machte ich meinen Zivildienst und hangelte mich von Job zu Job zu Selbstständigkeit über die Arbeitslosigkeit zurück in den Job. Aber diesmal ist mir bewusst, dass es mich nicht erfüllt, meine Werte nicht vertritt oder mich mit all meinen Fähigkeiten nimmt. Nein, ich bin nur ein winziges Teilchen in einer großen Maschinerie.

Hier wären wir nun. Die Unzufriedenheit breitet sich bereits in mir aus, nur das ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß nicht was ich kann, worin ich wirklich gut bin oder wo ich hingehöre. Stattdessen sehe ich nur mit neidischen Blicke all die euphorischen und leidenschaftlichen Macher um mich herum. Wie sie lieben was sie tun, darin aufgehen und ihrer Erfüllung nachgehen. Und ich bin, was ich immer war. Ein stiller Beobachter am Wegesrand.