Schlechtes Casting – guter Film? – Teil 1 Batfleck

Ein Problem, so alt wie der Film selbst… Das Drehbuch steht, der Regisseur ist gefunden und nun trudeln reihenweise Informationen zu verschiedenen Personen und den Rollen, die sie im entsprechenden Film verkörpern, ein. Gerade im Bereich der Comicverfilmungen gab es in den letzten Jahren diverse Aufreger, wenn es um das Casting für die beliebten Bilderbuchhelden ging. In den nächsten Beiträgen möchte ich mich mal ein paar solcher Entscheidungen widmen und aufzeigen, dass Filme weiterhin ein kreatives Medium sind und nicht jedes Casting schlecht sein muss.

Beginnen wir mit meinem persönlichen Schocker: Batfleck! Das lassen wir jetzt mal so stehen.

Was lief es mir kalt den Rücken runter, als ich diese Entscheidung damals las. Der Mann, der noch vor einigen Jahren aus Daredevil eine Witzfigur machte, soll jetzt den Dunklen Ritter im K(r)ampf gegen Superman mimen? Skandal. Blasphemie. Ein Todesurteil für den noch nicht gedrehten Film. Und ich gebe zu, dass es auch mir so ging. Nach der tollen Leistung eines Christian Bale in der Nolan-Trilogie dachte ich, es ist schlichtweg zu früh für ein neues Gesicht. Und dann auch noch dieser untalentierte Kastenkopf… Es war schlichtweg Angst, die sich in mir aufbäumte. Eine Ablehnung, die mit dem Mann ohne Furcht begann und nie wieder so richtig abflaute. Zumindest bis ich mir den Klassiker „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ zur Hand nahm, dem Comic, der zumindest die Vorlage für die Darstellung Batmans bieten sollte. Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: der Mann sieht 1:1 aus wie Bruce Wayne.

Zum ersten Mal machte ich mir keine Sorgen mehr, sondern erkannte, wie gut und mutig diese Darstellung werden konnte. Ebenfalls holte ich einige der jüngeren Werke Afflecks nach und revidierte meine Meinung zu dieser Castingentscheidung. Die Angst, die auf einem 15 Jahre altem Film beruhte, war schlichtweg unnötig. Zum ersten Mal seit ich Comics lese und die Verfilmungen schaue, könnte es passieren, dass eine Figur auf der Leinwand aussieht, wie die Vorlage. Wer mir nicht glaubt, soll sich an dieser Stelle einfach mal ein paar Bilder von Affleck und der Vorlage anschauen.

Auch aus schauspielerischer Sicht hat der gute Mann in den letzten Jahren ordentlich zugelegt, denn egal ob ‚Argo‘, ‚Gone Girl‘ oder ‚The Town‘; Affleck hat in allen eine gute Vorstellung abgeliefert. Und letztlich ist es doch das, worum es bei Filmen gehen sollte. Gute Darstellung einer Figur. Und im Falle von Affleck als Batman mache ich mir da nun so gar keine Sorgen mehr. Ganz im Gegenteil.

Im nächsten Teil möchte ich mich mal um den kommenden Joker kümmern und aufzeigen, wieso Leto eben keine schlechte Wahl ist.

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