100 Tage Unfug schreiben

Die Sonne lacht, mein Fieber scheint weg, der Kaffee schmeckt vorzüglich. Alles in allem ein sehr gelungener Start in den Tag. Dazu kommt noch, dass ich heute ein Jubiläum zu verbuchen habe, denn seit exakt 100 Tagen schreibe ich täglich 750 Wörter. Das macht insgesamt 75. 000 Worte, die beinahe willkürlich zu Sätzen geformt werden. Da ich das ganze als eine Art Schreibübung begonnen habe, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und ausführen, was mir der Aufwand gebracht hat. Denn machen wir uns nichts vor, jeden Tag einen zusammenhängenden Text zu zaubern ist aufwändig und raubte mir mehr als einmal den letzten Nerv.

Eigentlich hatte ich vor, alle Texte auf meinem Blog hier zu veröffentlichen. Könnt ihr euch das vorstellen? Dann wäre ich heute bei 100 Beiträgen von jeglicher Qualität. Sowohl furchtbar und kaum lesbar als auch interessant und gut geschrieben. Alles lässt sich hier finden. Angefangen habe ich mit einer Aufstellung der kommenden Superheldenfilme bis 2020. Das war für den Start ganz gut, denn da war ich im Thema. Zu jedem Projekt habe ich ein paar Fakten zusammen getragen und meine Meinung dazu preisgegeben. Nur fiel mir schnell auf, dass die Informationsdichte gerade für den Bereich ab 2017 oder später mehr als dürftig ist. Deswegen habe ich damit aufgehört. Aus heutiger Sicht auch keine blöde Idee, denn wirklich interessant ist das nur für Nerds und die wissen alles, was da steht.

Nach ein paar sehr durchwachsenen Texten ging ich dazu über mir Kurzgeschichten aus den Rippen zu leiern. Als Basis dienten einzelne Sätze aus irgendwelchen Büchern im Regal. Auf diesem Satz entwickelte ich eine Geschichte, oder einen kurzen Text. Manche sind dabei geblieben, andere wurden über die Tage zu Mehrteilern. Dunkle Pfade hat mir dabei sogar so viel Spaß gemacht, dass ich die Geschichte in ein Buch packen möchte. Das ist auch der Grund, wieso nicht alle Beiträge hier auf dem Blog zu finden sind. Manche liegen ordentlich abgelegt in einer Word-Datei und warten auf Vollendung. Auch wenn Dunkle Pfade (Arbeitstitel) eine Fantasygeschichte ist und ich dem Genre in Buchform wenig abringen kann, macht es mir doch zu viel Freude, die Welt, ihre Personen und den Plot zu entwickeln.

Damit wären wir auch schon bei dem Punkt auf den ich hinaus wollte: Was ich gelernt habe. Texte gehen mir nach den ersten drei Sätzen wesentlich leichter von der Hand. Ist der schwierige und meist holprige Start gemacht, dann läuft der Rest eigentlich gut. Natürlich gibt es dann und wann Aussetzer, aber die haben mit Sicherheit selbst die Profis. Ich denke ich habe ein gewisses Selbstvertrauen erlangt, weswegen ich nicht pauschal alles lösche, wenn es nicht perfekt ist. Fehler oder besser Sätze, Absätze oder ganze Texte mit denen ich nicht zufrieden bin, lasse ich ebenso stehen, wie die, die ich richtig gut finde. Auch auf der Arbeit fällt es mir leichter Sätze, beispielsweise in E-Mails, zu formulieren. Das war es ja auch, was ich erreichen wollte. Die Freue an Worten, das Konstruieren von Sätzen und erzeugen von Klangwelten hat mich schon immer interessiert, nur war ich meistens nicht mutig genug, wirklich zu bloggen. So gerne ich auch wollte. Die leere weiße Seite, der streng blinkende Cursor, meine eigene Erwartungshaltung… Da habe ich es lieber gelassen anstatt etwas aufs Papier zu bringen. Durch den auferlegten Zwang, habe ich jetzt nicht mehr die Wahl. Am Ende müssen 750 Wörter stehen, ganz egal wie. Ich zwinge mich also zu Mut, zu Selbstvertrauen und vielleicht entdecke ich ja ungeahnte Talente. Wer kann das schon sagen.

Mein Schreibstil ist noch lange nicht perfekt, aber gerade im Vergleich zwischen den ersten Gehversuchen und den neueren Exemplaren fällt auf, dass sich doch einiges getan hat. Sie wirken runder, nicht länger abgehackt und blutleer (mein neues Lieblingswort). Früher hatte ich starke Probleme meine Gedanken in Schriftform zu kanalisieren. Es fiel mir schwer Thesen und Behauptungen auszuführen, Gedankengänge vielleicht in 2-3 Sätzen mit anderen Worten zu umschreiben oder Beispiele anzubringen. Durch das Limit von 750 Wörtern, war ich gezwungen, eben genau das zu tun, denn sonst hätte ich sehr schnell Probleme bekommen. Und an manchen Tagen hatte ich die auch.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich hundemüde war, weil ich sehr schlecht geschlafen habe. Jedes Wort war eine Qual. Buchstabe um Buchstabe quälte ich mich durch den Text und das Ergebnis ist auch entsprechend. Aber ich habe es durchgezogen und darauf kommt es an. Insgesamt habe ich das Texten mittlerweile in meinen Alltag integriert und auch die Liebste ist sich dessen bewusst. Ich bin stolz und froh, dass ich es bis hierhin geschafft habe und freue mich auf die nächsten 100. Und wer weiß, vielleicht habe ich zum Ende des Jahres mein Buch fertig. Auch wenn ich das nicht glaube 😀

Was’n da los? Der Wochenrückblick

Kaum zweimal umgedreht, schon ist die Woche wieder um. Was Montags noch klingt wie Hohn ist des Freitags Segen und am Sonntag bittere Realität. Die Zeit rennt ohne auch nur den geringsten Gedanken an die Gegenwart zu verschwenden. So verging auch die letzte Woche, wie im Flug. Eigentlich sollte ich jetzt ein Kapitel überarbeiten und meine „Schreibübung“ auf diesem Weg für heute erledigen, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich keine Lust. Das ist insgesamt so eine Sache, an der ich wirklich arbeiten muss…

Ein Buch mich zu knechten

Mit weit aufgerissener Fresse habe ich überall publiziert, dass ich mich endlich daran machen würde ein Buch zu schreiben. Leider war der Plan nicht so gut durchdacht, denn jetzt sehe ich mich in der Verantwortung es wirklich zu tun. Als ich arbeitslos war, ging das ganz gut, aber jetzt? Ich arbeite 40 Stunden die Woche und verwende einen Großteil meiner geistigen Kapazitäten auf die Einarbeitung. Und das ist auch gut so, aber es sorgt eben dafür, dass es mir an Zeit fehlt. In einem der letzten Posts bin ich darauf bereits näher eingegangen. Warum ich heute nochmal auf das Thema zu sprechen komme ist die Tatsache, dass ich viel Motivation und Aufwand betreiben muss, bis ich in dem Kapitel oder der Figur wieder drin bin. So vergehen gerne mal zwei bis drei Stunden, ehe ich den Stift auch nur in die Hand nehme.

Bin ich hingegen einmal drin, kann ich auch daran arbeiten, bis mir die Finger schmerzen oder der Akku meines Notebooks glüht. Doch eben genau dazu mangelt es mir an Zeit, denn ich könnte vielleicht sogar die Einarbeitungszeit aufwenden, aber dann fehlt mir hinten raus die effektive Schreibzeit (schrilles Wort *_*). Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich auch noch eine Beziehung, die ich pflegen möchte und andere Interessen ebenfalls. Deswegen dämmert mir allmählich, dass ich den Mund etwas zu voll genommen habe. So ein Buch zu schreiben ist weit mehr Aufwand, als ich gedacht habe und jetzt muss ich mit den Konsequenzen leben. Auch wenn ich nicht vorhabe hinzuwerfen, liegt noch ein großes Stück Arbeit vor mir. Hoffen wir einfach mal das Beste.

Netflix, das Internet und Hater

Am Freitag ging die heiß erwartete Serienumsetzung von Daredevil, dem Mann ohne Furcht, an den Start. Viel wurde im Vorfeld gemunkelt und geflammed. Insgesamt ist mir aufgefallen, dass es im Internet viel unnötigen Hate gibt, der sich auf jede noch so kleine Information stürzt, sie auf ihre Essenz reduziert und daran krude Theorien aufhängt. So war es nicht nur mit der Serie auf die ich gleich noch etwas näher eingehe, sondern auch bei vielen anderen Projekten. Mich interessieren größtenteils Informationen aus dem Superhelden-Spektrum und ich versuche den Spagat zwischen der Befriedigung meiner Neugier und dem Umgehen von Spoilern zu halten. Leider ist das nicht einfach, wie sich am Beispiel von Avengers 2 gezeigt hat. 3 Trailer, diverse Fersehspots, unzählige Interviews und mehr machen es schon fast unnötig den Film sehen zu müssen. Aber das ist ein anderes Problem, dem ich mich vielleicht nochmal gesondert widmen werde.

In den unzähligen Berichten zu kommenden Projekten fallen auch Namen für Besetzungen, die im Anschluss heiß diskutiert werden. Jüngstes Beispiel ist da wohl ohne Frage Jared Leto, der für die Suicide Squad-Verfilmung den Joker mimen wird. Schon seit dieser Ankündigung dreht das Internet durch und jedes Bild, jeder Leak und jede Information heizt die Vorverurteilung noch weiter an. Ehrlich gesagt geht mir das ziemlich auf den Keks und setzt unnötige Erwartungshaltungen, denn sind wir mal realistisch: als Heath Leadger für die Rolle in Dark Knight angekündigt wurde, war auch erstmal niemand begeistert. Und NACH dem Film waren alle begeistert. Also geben wir dem guten Mann doch eine Chance, er hat ohnehin ein schweres Kreuz zu tragen, denn die Messlatte liegt irgendwo zwischen Zimmerdecke und Mond.

Warum ich darauf zu sprechen komme? Weil zu Daredevil im Vorfeld auch viel kritisiert wurde. Das Kostüm aus dem ersten Trailer war furchtbar, der Schauspieler eine Fehlbesetzung und insgesamt sieht alles danach aus, als wäre das Projekt zu scheitern verurteilt. Und trotzdem hatte der Mann ohne Furcht für eine exklusiv produzierte Serie einen brachial guten Start. Und nach dem was ich bisher gesehen habe, werden die meisten Vorverurteilungen Lügen gestraft. Das Setting ist großartig. Hells Kitchen, drei Jahre nach den Ereignissen aus Avengers, ist ein raues Pflaster, voller mehr oder weniger brutalen Gangstern und mittendrin ein junger Matt Murdock auf der Suche nach Gerechtigkeit in seiner Stadt. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl, hier würde sich auch Batman wohl fühlen, denn die Stadt ist schmutzig, düster und gnadenlos. Diese Stadt formt sich ihren Helden, der absolut nicht unfehlbar ist. Alles ist toll und ich habe eine Weile gebraucht, bis ich wusste, was mich stört. Leider muss ich dem Chor der anonymen Inet-Hater etwas zugestehen: der Hauptdarsteller wirkt auf mich nur wenig überzeugend. Alles andere ist großartig und ich werde mich demnächst mal etwas ausführlicher damit befassen.

Für heute soll es das gewesen sein.

Schönes Restwochenende und Reingehauen.

Immer wieder sonntags…

So langsam sollte ich geübt sein im Verfassen spannender Einleitungen, aber irgendwie nicht. Mag vielleicht mit der viel zu kurzen Nacht und meiner allgemeinen Sonntagsmüdigkeit zusammen hängen. Richtig einladend ist dieser Frühling bisher nämlich leider nicht. Es kann aber auch schlichtweg an meinem mangelnden Talent liegen. Darüber zu urteilen, obliegt meinen Lesern. Dennoch möchte ich mich kurz sammeln und die Ereignisse meiner Woche in ein paar Worten niederschreiben.

Wolverine macht Schluss

Gestern sorgte Hugh Jackman mit einem Post in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. „One last time“. So lauteten seine verheißungsvollen Worte. Gemeint ist damit natürlich die ikonischste Rolle seiner Karriere, der grummelige Wolverine. Bereits 7 Mal war er als der Mutant aus den Reihen der X-Men auf der großen Leinwand zu sehen. Nun soll mit dem nächsten Film endgültig Schluss sein. Bedenkt man Jackmans Nachricht von vor einigen Wochen, in der er mitteilte,  die Rolle bis zum Ende zu spielen, könnten wir durchaus mit dem Tod des nahezu unsterblichen Wolverine rechnen. Das Netz überschlägt sich bereits mit Theorien, möglichen Storys und welcher Film denn nun der nächste sein wird. Denn es wird einen Solo – Auftritt geben, soviel ist klar. Allerdings würde das bedeuten, dass in dem kommenden Apokalypse, wo wieder die versammelte Mannschaft ausfläuft, der grantige Kanadier mit Abwesenheit glänzt. Ich persönlich finde das garnicht schade, denn so langsam bin ich den Charakter leid. Sein Ausscheiden bietet anderen interessanten Mutanten; von denen es bei Weitem genug gibt; Raum und macht die Geschichten wieder etwas Vielseitiger. Warten wir also ab, was da kommt.

Der Arbeitslosigkeit sein Ende

Ja, es ist vollbracht. Aus, Schluss Ende und vorbei. Der Onkel wird nicht länger bis in die Puppen pennen, Pfandflaschen sammeln und mit den anderen Arbeitslosen im Park abhängen. Ich bin endlich wieder in Lohn und Brot wie man so schön sagt. Dieser Eintrag ist mein Letzter, bevor am Mittwoch der Ernst des Lebens zurückkehrt. Nein, mal ganz im Ernst. Es ging mir mit der Zeit so richtig auf den Keks, untätig zu sein. Zwar habe ich versucht meine Freizeit zu nutzen, habe viele Serien, Filme und Spiele nachgeholt und mir auch den Raum genommen, mir über vieles Gedanken zu machen. Meistens erfolgreich, es gab nach der gescheiterten Selbstständigkeit ja auch genug Um nicht vollkommen abzudriften, habe ich aber immer versucht einen normalen Tagesablauf zu erhalten. Früh aufstehen, tagsüber fleißig sein und abends entsprechend müde, wieder rechtzeitig zu Bett gehen. Wollen wir mal hoffen, dass das ausreichend ist. Neben meiner Vorfreude, Körper und Geist wieder einem besseren Zweck zu widmen, bin ich auch etwas skeptisch. Schließlich habe ich mir vorgenommen jeden Tag 750 Worte zu schreiben, im Idealfall für mein Buch, nur habe ich dazu nun täglich acht Stunden weniger Zeit. Wir werden sehen, was das bedeutet. Zumindest bin ich geneigt, mich reinzuhängen. In Beides.

Zwitschert ein Vögelchen…

Ich habe jetzt Twitter. Keine sonderlich spannende Neuigkeit, aber als Freund des Internets, war es nur eine Frage der Zeit. Lange habe ich mich gegen den Trend verwehrt, habe weder Notwendigkeit noch Spaßfaktor verstanden. Zu verwirrend kamen mir all die Bezeichnungen und Kürzel vor. So ein durchschnittlicher Tweet kann recht kryptisch wirken. Das schreckte mich bisher ab. Aber jetzt war es an der Zeit, der Sache eine zweite Chance zu geben. Account erstellt und was soll ich sagen… Ich liebe es. Nicht, dass ich wirklich spannendes beizutragen hätte, darum geht es mir nicht. Aber als Sammelstelle für Informationen und Nachrichten, gibt es in meinem Spektrum nichts besseres. Die Geschwindigkeit ist unglaublich. Durch die Verschlagwortung mittels Tags bietet eine tolle Verkettung von Tweets, die Informationen zu bestimmten Informationen kombinieren. Es ist in Windeseile möglich aus verschiedenen Quellen Fakten, Vermutungen und Wissenswertes zu erhalten. Natürlich auch viel Unfug, ist ja schließlich das Internet.

Zu guter Letzt der ganze Rest

Und was ist sonst noch so passiert? Das Wichtigste zuerst: Bloodbourne ist seit einigen Tagen auf dem Markt und sprengt derzeit alle Tests und Reviews. Das ist auch der Grund für die neu angelegte PS4-Kasse. Jeder Euro, der zu viel ist, wandert dort hinein und vielleicht ist es ja bald so weit. Für das Buch habe ich mich viel mit Perspektiven und Erzählweisen auseinandergesetzt. Leider scheitere ich gerade im Moment gerne Mal an der Motivation. Im Kopf habe ich zwar Ideen und irgendwie auch Lust zu schreiben, aber kaum habe ich das Notebook gezückt und das Dokument zeigt mir den blinkenden Cursor, schon ist alles weg. Mehr mühevoll als spaßig arbeite ich mich durch meine täglichen Texte, ohne so wirklich Erfolg zu haben. Hoffentlich ist das eine Phase, die auch recht schnell wieder verfliegt. Sonst wird das nichts mit dem Buch bis Ende 2015. Und das wäre doch schade.

Letzte Woche aus der Sicht von mir (KW 8)

Es ist mal wieder soweit. Spotify bedient die Bedürfnisse meiner Ohren, der Lüfter meines Notebooks erfüllt den Raum mit einem lieblichen Surren und ich resümiere die vergangene Woche. In den letzten Rückblicken habe ich mich sehr auf Film und Fernsehen beschränkt. Dies möchte ich zukünftig ändern, indem ich auch meine Gedanken, Ansichten und/ oder Erfahrungen teile, denn im ursprünglichen Sinne ist ein Blog nichts anderes als ein virtuelles Tagebuch für all jene, die eine exhibitionistische Veranlagung haben. Meine Hoffnung ist es, mich dadurch mehr mit mir selbst zu beschäftigen und mir eine Möglichkeit der Reflektion zu schaffen. Ob mir das gelingt wird sich zeigen :)!

Serienentdeckung: Luther

Geht es euch auch manchmal so, dass amerikanische (oder amerikanisierte) Krimiformate irgendwie wirken wie ein John Woo Actionfilm? Die kompliziert verschachtelten und verworrenen Fälle, werden spektakulär und lässig von viel zu glatten, coolen Ermittlern gelöst und der Zuschauer fühlt sich um seine Spannung betrogen? Interessantes Storytelling, Charaktere über die man mehr erfahren möchte und Situationen, die ohne Weiteres der Realität entsprechen könnten sind meistens Fehlanzeige. Ganz anders kommt da die britische Serie Luther herbei.

Der Titelheld John Luther, verkörpert durch den wunderbaren Idris Elba (der aktuellen Gerüchten nach im Gespräch für die Rolle von James Bond ist), ist ein gebrochener und emotional aufgewühlter Polizist, der mehr als trotz seiner Intelligenz mehr als nur einmal die Gesetze umgeht um Tätern auf die Spur zu kommen. Was zunächst klingt als wäre es der Plot einer weiteren beliebigen Krimiserie, dem kann ich sagen, er irrt. Denn dieses Serie ist gerade wegen der wunderbaren Charaktere Gold wert. Sei es der labile John Luther, der nach einem Zusammenbruch versucht seine Ehe zu retten, seine Ex-Frau, die noch Gefühle hat oder ihr neuer Partner. Und als ob diese Konstellation nicht schon genügend Zündstoff bieten würde, gerät Luther beruflich immer wieder in Schwierigkeiten mit seiner Chefin, Kollegen oder der internen Dienstaufsicht. Mehr möchte ich hier nicht spoilern, aber gerade weil alle agierenden Personen glaubwürdig und keineswegs wie Statisten mit Aufgaben für den Plot wirken, ist es spannend den Entwicklungen zu folgen. Alles hat einen realistischen Unterton und stets wird auf glattpolierte Verläufe und Wendungen verzichtet.

Daher kann und möchte ich die Serie jedem ans Herz legen, der Hollywood leid ist und nicht mehr auf die vierte Staffel Sherlock warten möchte :D!

Neuer Alienfilm!

Vor einiger Zeit kursierten Bilder im Netz, die District9-Schöpfer Neil Blomkamp über seinen Twitteraccount veröffentlicht hatte. Darauf zu sehen waren Designvorlagen und Entwürfe für seine Vision eines Films im Alien-Universum, denn wie er mitteilte, hatte er tatsächlich Interesse an dieser Arbeit. Aus verschiedenen Gründen wurde aber nichts daraus, was viele bestürzte, denn die gezeigten Artworks machten einen sehr guten Eindruck. Blomkamp, der sich mit seinem Sci-Fi-Drama District9 in die Herzen vieler Fans katapultierte schien wie der perfekte Mann, das in die Jahre gekommene Franchise aus der Versenkung zu retten.

Jetzt wurde offiziell bekanntgegeben, dass es diesen Film geben wird. Zur Handlung ist noch nichts bewusst und damit ist unklar, ob er sich vor Alien 1 aber nach Prometheus, bzw. dem geplanten Sequel einreiht oder ob er nach den Ereignissen von Alien 4 ansetzt. Viel mehr als die Concept-Arts und die Bestätigung haben wir derzeit nicht, aber ich bin mir sicher, dass der südafrikanische Regisseur die perfekte Wahl ist.

Übernächste Woche startet sein neuster Film Chappie in den deutschen Kinos und ich bin nach der Enttäuschung mit Elysium mehr als nur gespannt, wie sich die Dramödie um eine künstliche Intelligenz mit einem Bewusstsein macht. Denn der kritische und reflektierende Ansatz ist es, der District9 zu einem so guten Film gemacht hat, weswegen ich mir wünsche, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat. In Chappie spielt auch Xenomorph-Veteranin Sirgourney Weaver mit, die laut eigenen Aussagen großen Einfluss auf Blomkamps Entscheidung für einen Alienfilm hatte. Blicken wir also neugierig in die Zukunft.

Ein Buch mich zu knechten

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte zu meiner Schreiberei an sich verlieren, denn das ist bisher von mir eher still umgangen worden. Ich habe nunmehr ein paar Kapitel für Dunkle Pfade (Zum Glück nur ein Arbeitstitel) geschrieben, bin mir aber im Unklaren, ob das alles gut ist. Ich mag meinen Stil nicht und fühle mich gefangen in routinierten, sich ständig wiederholenden Satzfragmenten. Dabei wollte ich doch etwas rundes und wunderbares zu Papier bringen, stattdessen schleudere ich absatzweise leere Phrasen umher ohne einen echten Bezug zu entwickeln. Manchmal bin ich geneigt das alles in die Tonne zu werfen und aufzugeben. Mir selbst eingestehen, dass ich einfach nicht dazu tauge etwas lesbares zu produzieren. Vielleicht sind das auch nur die ganz normalen Zweifel mit denen sich jeder im meiner Situation auseinander setzen muss. Zunächst werde ich mich zwingen am Ball zu bleiben und wer weiß, vielleicht lässt sich diese Phase überwinden.

Meine Woche Teil 1

Ich habe schon einige Tage nichts mehr veröffentlicht, was diverse Gründe hat. Dessen möchte ich mich an dieser Stelle annehmen und versuchen wöchentlich einen kurzen Überblick über die Themen, die sich in meiner Woche so zugetragen haben zu geben. Wie ich mich kenne, wird das nicht klappen, aber es ist der Versuch der zählt. Oder der Wille, je nachdem was zutrifft. Aber fangen wir einfach mal an, mit allem was mich in den letzten sieben Tagen so beschäftigt hat.

Film und Fernsehen

In meinem Lieblingsbereich Film & Fernsehen gibt es einiges zu berichten. Montag war ich im Kino und habe mir den sehnlichst erwarteten Big Hero 6 (deutsch: Baymax – Riesiges Robuwabohu -.-) angesehen. Und bevor ich mich dem Film an sich widme, möchte ich ein paar Worte zu den Helden mit der Sprachbeschränkung bei den deutschen Verleihern richten. Was zur Hölle stimmt nicht mit euch? Reicht es nicht die bewusst gewählten Titel falsch oder fehlerhaft zu übersetzen? Müsst ihr wirklich nahezu jeden Film der nicht von und mit Til Schweiger ist mit einem Untertitel versetzen? Das ist meiner Meinung nach nicht nur unnötig, sondern wirkt unglaublich albern. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass einer von euch das liest, eine Bitte eines Filmfreundes: Bitte, bitte und nochmal groß geschrieben: BITTE lasst das sein. Die Regisseure, Produzenten und / oder Drehbuchautoren haben sich lange Gedanken über den Namen eines Werkes gemacht. Zollt ihnen also bitte auch den nötigen Respekt und gebt den Filmen nicht gänzlich neue Namen. Danke! Das wollte ich schon lange mal loswerden.

Kino: Baymax

Aber zum Film… Es handelt sich dabei um den ersten Animationsfilm aus dem Hause Disney, das auf einem Comic basiert, welches zufällig von der Tochterfirma Marvel stammt. Und bevor ich jetzt lange die Handlung umreiße, spreche ich lieber direkt eine Empfehlung aus. Denn der Film ist großartig. Er hat liebenswerte Charaktere, eine Story, die mal abgesehen vom typischen End-Kitsch gar nicht mal so platt ist, eine tolle Welt (eine Hybridwelt aus Tokio und San Francisco) und den Roboter Baymax. Durch seine tollpatschige und durchweg herzensgute Art katapultiert sich das Marshmallow-Männchen sofort in unsere Herzen. Ich habe viel gelacht, ein wenig mitgefiebert und sogar ein bisschen geweint. Also alles was ein guter Film haben sollte.

Fantastic Four

Darüber hinaus gab es endlich die ersten Bilder zum kommenden Reboot der Superheldenfamilie um Mr. Fantastic. Ganz schmucklos heißt der Streifen einfach Fantastic Four und zeigte im ersten Trailer wohin Josh Trank uns führt. Im Vorfeld wurde viel über den Cast geschimpft, weil alle Darsteller recht jung sind und noch viel wichtiger: der Schauspieler für Johnny Storm (die Fackel – in den „alten Filmen“ verkörpert durch Chris Evans, der heute Captain America ist) ist entgegen der Comicvorlage schwarz. Und das führte kurz nach der Veröffentlichung des Trailers im Netz zu heftigen Diskussionen, die teilweise sehr grenzwertig ausfielen. Ohne mich mit der Vielzahl der Kommentare zu befassen, waren die meisten zwar keine Rassisten, zeigten sich aber unverständlich darüber, dass hier scheinbar grundlos die Vorlage ignoriert wird. Zugegeben, anfangs war ich mit der Wahl eines schwarzen Darstellers auch nicht zufrieden, vor allem weil seine Schwester, Susan Storm, weiterhin weiß ist. Aber nachdem der Regisseur Josh Trank, dem wir den großartigen Cronicle verdanken, erklärt hat, dass die beiden im Film nur Adoptivgeschwister sind und der Film sich recht weit von der Vorlage entfernen wird, sah es für mich schon wieder anders aus. Inzwischen sehe ich der Sache positiv entgegen, weil die ersten Bilder ein gutes Bild vermitteln. Gerade wegen dieser Distanzierung habe ich die Hoffnung einen Film zu sehen, der sich vom üblichen Einheitsbrei etwas abhebt. Warten wir einfach ab, was das wird. Ich freue mich darauf.

How I Met your mother – Finale

Wenn wir in Deutschland über Sitcoms unserer Zeit sprechen, fällt schnell längste Gute-Nacht-Geschichte wie Ted die Mutter seiner Kinder getroffen hat. Neun Staffeln haben sich die Produzenten dafür Zeit gelassen und ließen ihre Figuren dabei so einiges erleben. Diese Woche habe ich dann endlich die kontroverse Doppelfolge zum Abschluss der Serie gesehen und muss sagen, dass sie mich noch einige Tage beschäftigt hat. Aber entgegen der Meinung im Netz finde ich den Schritt der Autoren richtig, denn es zeichnet ein realistisches Bild des Lebens. SPOILER! Das Barney und Robin sich recht schnell wieder scheiden lassen, zeigt, dass Ehen nicht immer für die Ewigkeit gemacht sind. Ebenso wie Freundschaften, mögen sie noch so innig sein, irgendwann eine Ära beenden. Die wichtigste Aussage ist meiner Ansicht nach aber die, dass Ted sich nach dem Tod der Mutter der eigentlichen Liebes seines Lebens hingibt. Mit dem blauen Horn aus Staffel 1 steht der gealterte Mann vor dem Fenster der Frau, die über all die Jahre seine Nummer eins war. Die Liebe ist ein komplexes Phänomen, dass sich nicht mit Klischees erklären lässt. Sie hat Höhen, Tiefen und Verwirrungen, doch es zählt, was am Ende dabei herauskommt. Sowohl Robin als auch Ted haben alle gemeinsamen Erfahrungen gebraucht um an den Punkt zu kommen sich final aufeinander einlassen zu können. Genau deswegen finde ich das Ende aufrichtig und gelungen, wenn auch überraschend.

 

In diesem Sinne ist meine Woche schon wieder rum. Heute gibts meinen ersten Superbowl. Davon lest ihr dann aber eher nächsten Sonntag – vielleicht.