Da isser ja, der Wochenrückblick

Na was ist das schon wieder spät geworden. Kaum hat die Woche begonnen, da ist sie auch schon wieder vorbei und wie so oft, lasse ich meine Gedanken schweifen, blicke zurück auf vergangenes und alles was mich die letzten sieben Tage so bewegt hat. Da gab es nämlich einiges zu erleben. Neben einer kurzen Abhandlung zu Trailern, gab es Einblicke in meine Gedankenwelt, ein ereignisreiches Wochenende und vieles mehr. Dem geneigten Leser wünsche ich viel Spaß.

Was heute so los war?

Ich sitze erst jetzt vor meinem Notebook und tippe diese Zeilen, weil wir zusammen mit einigen Freunden im Heidepark waren. Freizeitpark macht auch ohne Kinder und mit Anfang 30 einen riesen Spaß. Schafft den Körper aber auch deutlich mehr, als noch mit zwanzig. Nicht mehr lange und ich muss mir nach so einem Tag erst Mal Urlaub nehmen. Hinzu kommt, dass ich Freitag Abend ein wenig kränklich war und mit Fieber frühzeitig in eine schlaflose Nacht gewandert bin. Samstag waren wir dann den ganzen Tag unterwegs und abends sogar noch mitttels 3-stündiger Bahnfahrt auf einer Einweihungsfeier (jedoch in der alten Wohnung) in Harburg. Auch sehr nett, weshalb es später wurde als geplant. Aber wir wollen ja nicht in Selbstmitleid zergehen. Jedenfalls war der Tag absolut perfekt, unsere bunt zusammen gewürfelte Truppe hat viel Freude bereitet, das Wetter war angenehm warm, aber nicht so heiß, dass der Park vollkommen überlaufen wäre mit schreienden Kindern. Falls das noch nicht reicht, waren die Eintrittskarten auch noch umsonst. Hammer, oder? Der Park war überraschend leer und wir mussten kaum anstehen. Manche Attraktionen konnten wir sogar mehrfach hintereinander fahren ohne erneut zu warten. Wie oft kommt das denn bitte vor? Also folgte ein bunter, lauter, sonniger, lustiger und irgendwie auch stimmiger Tag, den ich gerade, vollkommen erschöpft, ausklingen lasse. Denn neben all dem guten, bin ich auch erschöpft und platt, aber glücklich.

Ein Gedanke zum Werden

Wo wir gerade dabei sind. In den gefühlt letzten 200 Beiträgen habe ich mich über meine Perspektivenarmut aufgeregt und immer wieder betont, dass ich keine Ahnung habe, wo ich hin will. Dazu kann ich zweierlei ergänzen. Denn zum einen lese ich nach ‚Gone Girl‘ ein Buch, dass mir genau dabei helfen soll zu finden was ich suche, bzw. mir die richtigen Fragen aufzeigt. Noch bin ich nicht sonderlich weit gekommen, aber es macht den Anschein, als könnte ich daraus wirklich das eine oder andere lernen.

Für den anderen Teil muss ich leider etwas ausholen. Am Freitag war eine Freundin bei uns zu Hause, weil ihr Freund sie kürzlich verlassen hatte. Deswegen brauchte sie Trost, Nähe und ein wenig Zuspruch. Freunde eben. Während sie mir so erzählte, vor sich hin weinte und vermeintliche Fehler ihrerseits analysierte, wurde mir bewusst, dass ich solche Verstrickungen sehen kann. Und es interessiert mich. Ja, es macht mir sogar Spaß mich tiefer in die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Menschen einzuarbeiten und zu verinnerlichen, wie sie an den Punkt X gekommen sind. Das war für mich dann auch der Ausschlag, der mich dazu brachte näher mit dem Thema des Coachs zu befassen. Vielleicht ist das ein Bereich, den ich auch mit Herz und Seele füllen kann, etwas das mir Spaß macht und meine Talente zum Einsatz bringt. Psychologie hat mich schon immer interessiert und ansonsten gibt es kaum Themen, die in meiner Freizeit akut wären. Deswegen ist der Gedanke an sich meiner Meinung nach weder falsch noch an den Haaren herbeigezogen. Gemeinsam mit der Liebsten habe ich dann schon Witze darüber gemacht, dass wir ja eine Praxis aufmachen könnten. Möglicherweise keine schlechte Idee.

Trailerpark

Wahrscheinlich final noch ein paar Worte zur cineastischen Woche bzw. kurzen Werbefilmchen mit viel Aufsehen. Wahrscheinlich ist niemandem entgangen, dass der zweite Teaser zum neuen Star Wars Film offiziell vorgestellt wurde. Binnen kürzester Zeit drehten sämtliche Social-Media-Dienste völlig durch und ganze Steams waren ausschließlich voll mit dem zweiminütigem Filmchen, das niemanden kalt zurück ließ. In einem älteren Beitrag habe ich mich genau dazu nochmal geäußert.

Fast zeitgleich folgte seitens Warner die Ankündigung, dass am 20.04, also morgen, der erste Teaser für den umstrittenen Batman v Superman gezeigt werden sollte. Gerade darauf war ich sehr gespannt, weil ich wissen wollte, wie sich Ben Affleck als Dark Knight macht. Ebenso war ich neugierig, wie sich das Treffen der Comicgrößen von der bunten Marvelwelt abgrenzen will. Der Trailer leakte aber wenig später und erschien zunächst in einer spanischen Wackel-Version. Natürlich ging das Teil los wie ein Lauffeuer, weshalb Warner zur Schadensbegrenzung den echten Trailer zeigte. Inhaltlich muss ich sagen, dass es mich recht kalt gelassen hat. Obwohl die Ausgangslage durchaus Spannung in den generischen Superheldenmarkt bringen könnte. Aber warten wir das Ergebnis einfach mal ab, vielleicht tut sich da ja noch was.

Was sein ohne zu werden?

Vor einiger Zeit hatte ich mal versucht einen Text zu verfassen, in dem ich mich mit der Frage bzw. der Definition von Beruf und Berufung beschäftige. Leider nur mit mäßigem Erfolg, denn im Verlauf der Worte schweife ich zunehmend mehr ab und verrenne mich, wie gewöhnlich, in Selbstmitleid und Schlimmerem. Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema heute noch einmal aufgreifen. Dazu gebracht hat mich ein Artikel, der sich mit der Frage auseinandersetzt, ob Schulbildung und das klassische Karrierebild noch zeitgemäß sind.

In den letzten Monaten, hatte ich bedauerlicherweise zu viel Zeit um mich zu hinterfragen. Meine Motive und Entscheidungen, meine Motivationen und die Werte, von denen ich glaube sie zu vertreten. Alles wurde akribisch geprüft, abgewogen und neu sortiert. Dabei fing ich zunächst an die Vergangenheit zu analysieren. Wie bin ich zu dem Punkt gekommen, an dem ich heute war? Wo bin ich falsch abgebogen? Was wollte ich und wieso bin ich es nicht? Während meiner Schulzeit hatte ich absolut keine Ahnung was ich mal machen will. Eigentlich noch viel schlimmer, denn ich wusste nicht einmal worin ich wirklich gut war, was ich kann und mag, oder wo ich sein möchte. Es mangelte mir an Vorbildern, da war niemand, dessen berufliche Ausstrahlung mich wirklich motiviert hätte. Meine Mum hangelte sich von Job zu Job und landete letztendlich bei der Versicherung. Sie war für mich kein Vorbild, zumindest nicht im Positiven Sinne. Letztlich habe ich durch ihre Berufswahl nur zwei Dinge gelernt:

1. Ich möchte etwas machen, dass mich erfüllt. Etwas worin ich mein Potential ausschöpfen und mich verwirklichen kann, ganz egal in welcher Hinsicht.

2. Ich wollte etwas tun, was Menschen hilft, sie bewegt oder berührt. Vielleicht auch nur die Grausamkeit der Realität vergessen lässt, ganz egal. Hauptsache nicht in der unsichtbaren Masse der Arbeitswelt untergehen.

Schon früh wurde mir klar, dass Geld keine Rolle spielt. Da mir kein besonderer Lebensstil vor gelebt wurde, hatte ich keinen Standard zu halten oder zu erreichen. Alles was ich hatte waren Werte und im weitesten Sinne Überzeugungen. Meine einzige männliche Bezugsperson, die ich respektierte, war der beste Freund meiner Mutter. Ein Psychologe mit großartigen Ansichten. Wenn ich heute so darüber nachdenke, verdanke ich die meisten Dinge, die mich ausmachen ihm. So in der zehnten Klasse stand ich kurz vor meinem Abschluss in Wirtschaft. Nicht weil mich Wirtschaft sonderlich interessierte, sondern weil es das war, was alle Typen machten. Damit kann man gut BWL oder so studieren und dann könnte ich ja immer noch sehen, wohin die Reise geht.

Doch wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann wusste ich schon damals, dass Wirtschaft nicht meine Welt ist. Ich hatte nicht den Ehrgeiz oder den Willen in einer Ellbogenwelt Teil einer menschenverachtenden Maschinerie zu werden. Meinen Beitrag am Leid anderer zu haben und mich daran zu bereichern, schlimmer noch, mich daran aufzugeilen. Keine Vorbilder, kein erzwungenes Nacheifern. Einzig die Psychologie reizte mich. Zu verstehen, wie Menschen ticken, wieso sie tun, was sie tun. Was sie zu dem macht, was sie sind. Vermutlich ein tief verankerter Wunsch nach Kontrolle, denn wenn ich verstehen würde, was um mich herum passiert, könnte ich meine Verunsicherung kompensieren. In manchen Teilen wünsche ich mir das noch heute.

Als wir dann aber nach Hamburg zogen, verworfen sich meine Pläne und ich musste umdenken. Durch bürokratischen Mist landete ich für zwei Jahre im Abschlussjahrgang für Metalltechnik. Nach dem Abschluss wollte ich Abi machen, meinen ursprünglichen Plan mit der Psychologie wieder aufnehmen. Witzigerweise hatte ich nie weiter gedacht. Weder daran was ich mit dem Studium anfangen wollte, noch wie ich dazu kommen würde. Immerhin liegt der NC bei eins Komma…

Zum Abi ist es nicht gekommen. Nichtmal ansatzweise. Ich machte eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, einem Beruf, den niemand, bei mir vermuten würde. Bis heute glaube ich es mir selbst nicht. Ich machte das nicht weil ich es wollte, vielmehr war es eine Notlösung, der letzte Ausweg, wenn man so will. Zu dieser Zeit wohnte ich gezwungenermaßen allein, sorgte selbst für meinen Lebensunterhalt und ging zur Schule. Schlechter Nährboden für einen guten Abschluss oder einen disziplinierten Werdegang. Alles zusammen wurde mir zuviel. Ich war fertig. Nachts arbeiten und tagsüber Dinge lernen, die mich nicht interessierten, schaffte ich nicht. Also bekam ich den Tipp, dass ich eine Ausbildung machen könnte, was ich tat.

Und damit wurde ich genau zu dem Teilchen, dass ich nicht sein wollte. Nach der Lehre machte ich meinen Zivildienst und hangelte mich von Job zu Job zu Selbstständigkeit über die Arbeitslosigkeit zurück in den Job. Aber diesmal ist mir bewusst, dass es mich nicht erfüllt, meine Werte nicht vertritt oder mich mit all meinen Fähigkeiten nimmt. Nein, ich bin nur ein winziges Teilchen in einer großen Maschinerie.

Hier wären wir nun. Die Unzufriedenheit breitet sich bereits in mir aus, nur das ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß nicht was ich kann, worin ich wirklich gut bin oder wo ich hingehöre. Stattdessen sehe ich nur mit neidischen Blicke all die euphorischen und leidenschaftlichen Macher um mich herum. Wie sie lieben was sie tun, darin aufgehen und ihrer Erfüllung nachgehen. Und ich bin, was ich immer war. Ein stiller Beobachter am Wegesrand.

Mehr als eine Woche – Meine Woche

Es ist mal wieder so weit. Es folgt der unregelmäßigste Wochenrückblick aller Zeiten, der nicht nur alles behandelt, das niemanden interessiert, sondern obendrein auch noch vollkommen subjektiv ist. Deshalb spitzt die Lauscher und poliert die Sehhilfen. In dieser Woche sind ein paar spannende (subjektiv ist das Stichwort) Dinge passiert, denen ich nun ein paar Zeilen widmen möchte. Vollkommen untypisch beginnen wir mal beim Montag.

Kingsman

Die Liebste und ich waren seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder im Kino. Die guten Cinemaxxgutscheine wollen schließlich mal verwendet werden. Gesehen haben wir Kingsman – The Secret Service, eine Comicadaption mit sehenswerter Besetzung. Der Trailer war eher solala aber da nichts anderes lief und die Kritiken ziemlich gut waren, hatten wir auf einen Montag Abend kaum etwas zu verlieren. Da ich mich an anderer Stelle schon sehr ausführlich dazu geäußert habe, hier lediglich ein kurzer Abriss: Das Ding knallt, rockt, ballert und macht ordentlich Laune. Wer Kick-Ass mochte, Samuel L. Jackson in einer seiner spaßigsten Rollen sehen will und auf Unterhaltungskino jenseits testosterongeschwängerter Car-Porns steht, dem sei Kingsman wärmstens empfohlen.

Von wegen Kindergeburtstag

Dienstag hatte dann die Liebste Geburtstag und ich habe mich ordentlich ins Zeug gelegt. Nach den verpatzten Vorjahren, war das auch zwingend notwendig. Also habe ich die Wohnung hübsch gemacht, mit tollen Geschenken aufgewartet und schlussendlich sogar noch einen Kuchen gebacken, der wider Erwarten lecker war. Einziger Nachteil: Vermutlich werde ich jetzt häufiger Backen müssen. Aber was tut man nicht alles.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte war der gefeierte Geburtstag im kleinen Kreis am Freitag. Statt der üblichen ca. 1000 Gäste waren nur 6 Leute eingeladen. Alles sollte klein, gemütlich und überschaubar bleiben. Eine weise Entscheidung wie ich finde, denn es war ein unglaublich spaßiger und unterhaltsamer Abend. Es wurde viel gelacht, alle haben sich angeregt unterhalten und die Spiele, ja Spiele, die gespielt wurden waren toll. Ich hatte den Eindruck, dass alle froh waren, dass keine laute Musik zu überschwänglicher Party animieren wollte. Der gemütliche Rahmen entsprach wohl allen, was ich nicht zuletzt unserem Alter zuschreiben möchte. Aber das ist mein subjektiver Eindruck. Und Partys mochte ich noch nie sonderlich gerne. Überwiegend, weil ich beim Tanzen aussehe als würde ich ein Kalb gebären.

Der Anfang als Ende

Mittwoch war es dann endlich so weit. Ich ging wieder arbeiten. Und es war, nun ja, durchwachsen. Nach sieben Monaten Arbeitslosigkeit, deren Urlaubsgedanke sich schon noch wenigen Wochen vollständig abnutzte, war die Erwartungshaltung für den neuen Job enorm. Er sollte mich ausfüllen, intellektuell fordern, mir wieder soziale Kontakte versprechen und nicht zuletzt auch etwas Geld in die ausgemergelte Kasse spülen. Mit jeder Bewerbung, jedem Gespräch und jeder Absage wuchs mein Ideal von diesem erstrebenswerten Zustand der Beschäftigung. Und wie die Realität es manchmal so will ist das Wunschdenken irgendwann nicht mehr tragbar. Genau das passierte nämlich am Mittwoch. Es fällt mir schwer genau zu benennen, was es war, aber es entsprach nur in Teilen meinen Hoffnungen und Wünschen, was allerdings ausschließlich an mir lag. Denn obwohl es eine Rückkehr an einen mir bekannten Arbeitsplatz war, kam mir alles fremd und ungewohnt vor.

Allerdings nehme ich stark an, dass es eine Weile braucht, bis ich mich wieder vollkommen an das Konstrukt der Arbeit gewöhnt habe. Früh aufstehen, mich fertig machen, Bahn fahren etc. all das muss sich wieder einspielen. Auch muss ich die Einarbeitungsphase hinter mich bringen, damit ich vollständig tätig bin. Sicher wird sich dadurch vieles verändern. Es mag sich nicht so anhören, aber ich bin da guter Dinge.

Zum Schluss noch was für die Augen

Diese Woche habe stechen mir zwei Dinge besonders ins Auge, die ich auf meiner neuen Lieblingsplattform Netflix gesehen habe. Zum einen die SitCom Modern Family und der neuste Bondstreifen Skyfall. Beginnen wir mit Letzterem:

Zugegeben, ich bin kein sonderlicher Freund von Daniel Craig in der Rolle des 007 und daran konnte keiner der bisherigen Filme etwas drehen. Leider. Gestern hab ich also endlich den umjubelten Skyfall gesehen und muss wieder sagen, dass es das nicht war. Während die alten Bonds irgendwie Charme und Witz hatten, wirkt Craig bzw. der ganze Film für meinen Geschmack zu ernst und bewusst böse. Einzig der Antagonist, erzeugt etwas Spannung, wenn auch nur sehr kurz. Neben wohl kalkulierter und völlig überzogener Action bietet der Film vor allem eines: Szenen die bei mir ein fettes HÄH??? hervorriefen. Ein Beispiel? Ich hab sogar zwei (und Spoiler!!!!):

1. Seine Komplizin, Kollegen, was auch immer besucht ihn aus fadenscheinigen Gründen im Hotel. Er ist am Rasieren. Nach einem kurzen und ausgesprochen plumpen Dialog übernimmt sie seine Rasur und er knüpft ihr die Bluse auf. Keine Andeutung, dass da was zwischen den beiden lief oder der gewohnt charmante Umwerbungsversuch. Nix… Er hätte auch gleich fragen können ob sie Bock auf Ficken hat, das wäre ähnlich gewesen.

2. Nachdem er dem Antagonisten auf dessen Insel begegnete, forderte dieser ihn auf ein Glas Whiskey von Kopf des Bondgirls zu schießen. Da wir bereits gesehen haben, dass der einst so taffe Agent nicht mehr in Bestform ist, wissen wir, dass die Nummer schief gehen wird. Was auch passiert. Darauf erschießt der Gegenspieler die Frau und erst dann kommt Bond mit einem lässigen Move aus der Situation. Leider gibt es für mich keinen nachvollziehbaren Grund, weswegen die Frau erst sterben musste, denn er hätte denselben Move auch vorher ausführen können. Aber nein, Bond lässt schon zum zweiten Mal jemanden sterben, ehe er eingreift. Das ist nicht dramatisch oder spannend, das ist albern.

Alles in allem ist der Film jetzt nicht pauschal schlecht. Er ist nur einfach nicht gut. Vor allem wenn man sich Craig näher anschaut und feststellt, dass er so langsam aber sicher zu alt ist. Aber wie so oft ist meine Meinung in der starken Minderheit. Einzig positiv ist die Openingsequenz samt Titellied von Adelé, wofür sie zu Recht mehrfach ausgezeichnet wurde. Der ganze Rest verfällt leider in derartiger Mittelmäßigkeit, dass ich mich noch immer nicht dazu durchringen konnte den ersten Teaser für den kommenden Streifen zu schauen. Was sich wohl auch nicht ändert.

Für Modern Family ist jetzt kein Platz mehr. Dazu äußere ich mich dann beim nächsten Mal.

Eine wie keine – Meine Woche

Schon schlimm, wie die Zeit dahin fliegt. Eben ist noch Dienstag und der Schock des Wochenstarts leicht verdaut, da wartet auch schon der nächste um die Ecke. Umso wichtiger, dass ich mich in gewohnter Manier (soweit ich weiß, habe ich erst einmal ausgesetzt) mit den Themen der Woche befasse. Als da wären meine Erlebnisse bei einem Komparsenjob, meinem nagelneuen Job, handwerklichen Fähigkeiten, die bei mir leider vergeblich zu suchen sind und wenn noch Platz ist ein paar Gedanken zu Beziehungen im Allgemeinen. Letzteres kommt ansonsten mal als eigener Post. Mein Blog, meine Regeln – und so.

Ich werde ein Star – nicht!

Am Mittwoch war ich auf Ansinnen der Liebsten mit ihr und meiner besten Freundin als Komparse bei einem Fernsehfilm geladen (oder gebucht? Wurden ja schließlich bezahlt…). Jedenfalls war es eine wirklich spannende und aufregende Erfahrung, der ich mich insbesondere hier schon gewidmet habe. Dabei gehe ich insbesondere auf die verschiedenen Persönlichkeiten ein, denen ich begegnet bin, denn das war für mich ohne Frage der aufregendste Teil. Zum Dreh an sich kann ich nur sagen, dass es interessant war, zu sehen, wie eine Idee vom Drehbuch in der Realität umgesetzt wird. Der aufgekratzte Regieassistent gab sich die Größte Mühe alle beteiligten unter einen Hut zu bekommen. Ich muss tatsächlich sagen, dass ich Respekt vor allen habe, die in der Branche arbeiten. Leicht ist das sicher nicht.

Bob, der Maumeister

Seit meiner Geburt mangelt es mir handwerklich an jeglichem Talent. Als Kind bekam ich mal eine Holzseilbahn, die ich selbst zusammenkleben und den Seilzug eigenhändig montieren sollte. Beides klappte nur bedingt und das fertige Subjekt erinnerte mehr an etwas, das ein Fünfjähriger bei den Pfadfindern geschnitzt hat, als an eine moderne und funktionsfähige Seilbahn samt Zugsystem. Wieso ich das erwähne? Weil ich genau diesen unbeschreiblichen Segen zweier linker Hände gestern Mal wieder ordentlich bewiesen habe. Zusammen mit der Liebsten standen ein paar Hausarbeiten an. Die Wohnzimmerlampe – ein verdammt geiler Kronleuchter – wollte endlich angebracht werden und nicht länger auf dem Esstisch rumstehen. Ebenso gab es diverse Bohrlöcher, die endlich verspachtelt werden sollten. Zu guter Letzt kam ich noch auf die grandiose Idee alle ungenutzten Nägel aus den Wänden zu holen. Genau dabei wurde es dann kritisch. In Ermangelung besserer Werkzeuge nahm ich mir eine Rohrzange zur Hand und stemmte mich mit Körpereinsatz gegen die Wand. Ging mehrmals gut und dann schief, denn der letzte Nagel befand sich über dem Schrank, auf dem diverse Kisten ihr staubiges Ende fanden. Ruckartig zog ich den Nagel raus, verlor das Gleichgewicht, zerrte mit der Hand eine schwere Dekokiste runter und fing sie geistesgegenwärtig mit der Stirn. Konsequenz: Kleine Platzwunde am Kopf und mehr Kopfschmerzen als zuvor. Yay. Ich verleihe mir selbst den Award für den Held der Woche…

Jeder Held braucht seine Aufgabe

Wo wir gerade beim Thema sind. Dienstag habe ich endlich die Jobzusage erhalten, auf die ich nunmehr seit sechs Monaten warte. Gestern kam auch prompt der Vertrag dazu. Im Gegensatz zum letzten Mal, habe ich diesmal aber ein gutes Gefühl und ich freue mich endlich wieder arbeiten zu können. Mir gehen meine vier Wände allmählich auf den Keks, aber das ist ein anderes Thema. Am 01. 04. geht es los und ich bin gespannt wie ein Schnitzel, denn wie bereits erwähnt habe ich seit sechs Monaten nicht mehr richtig gearbeitet. Hoffen wir mal, dass ich schnell wieder rein finde. Was ich aber im Vorwege schon sagen kann ist, dass ich mit einem tollen Stab an Kollegen zusammenarbeiten werde, denn die meisten kenne ich noch von früher und halte losen Kontakt. Etwas skeptisch bin ich noch, bezüglich der Bank, denn der muss ich die Tage erklären, dass ich so wenig verdiene, dass eine wirkliche Rückführung der laufenden Kreditsummen nicht möglich ist. Aber auch das ist eine andere Geschichte, die hier nicht hingehört.

 Wenn die Liebe ausbleibt

Von Zeit zu Zeit unterhalte ich mich ganz gerne mal mit der Liebsten über das, was sie oder mich so bewegt. Dabei stoßen wir gelegentlich auf Fragestellungen, deren Antwort wir uns nur erschließen oder vermuten können. Heute kam uns beiden die Frage in den Sinn, wie es sein muss mit Anfang 30 auf der Suche nach einer Beziehung zu sein, wenn bisher noch keine Familienplanung stattfand. Ist das nicht eigentlich das Alter in dem Mann sesshaft wird, Frau Kinder bekommt und beide über Ehe sinnieren? Aber wie genau sieht die Auswahl potentieller Partner vor dem Hintergrund noch nicht abgeschlossener Familienplanungen aus? Beeinflusst das die Wahl? Instrumentalisiert man vielleicht sogar das Objekt der Begierde auf dem Weg zum perfekten Glück?

All diese Fragen schossen uns heute durch den Kopf und wenn ich so darüber nachdenke, werde ich bei Gelegenheit nochmal etwas ausführlicher darüber schreiben.

Für heute soll es das gewesen sein.

In diesem Sinne.

Der Wert der Werte

Sonntag habe ich noch groß getönt, dass sich selbst treu bleiben der Shit meiner neuen Lebensweise wäre und heute nicht mal zwei Tage danach komme ich schon mit mir selbst in Konflikt. So habe ich mir das sicher nicht vorgestellt. Es geht mal wieder um mein Lieblingsthema nach Superhelden: Arbeit aka „Wie finde ich welche?“ Der Auslöser meine Mini-Sinnkrise ist ein Gespräch, dass ich am heutigen Tage mit einem potentiellen Arbeitgeber hatte. Da lief vieles gut und manches irgendwie nicht.

Denn allem voran sollte ich erwähnen, dass ich dort bereits tätig war. Unerfahren und ohne weitere Kenntnisse vom Arbeitsmarkt stieg ich damals in der Blüte meiner Zwanziger bei dem Unternehmen ein. Da es mir in jeder Hinsicht an Vergleichsmöglichkeiten fehlte, an denen ich mich selbst oder aber alles innerhalb der Firma hätte messen können, nahm ich beinahe alles was da so passierte als gegeben hin. Unter anderem auch die Bezahlung, die mich irgendwie ernüchtert hat. Meinen Einstieg hatte ich nach dem Zivildienst über eine Zeitarbeitsfirma von denen ich nur wusste; klassisches Hörensagen; dass sie schlecht bezahlen. Nur hatten wir 2009 und gelernte Versicherungskaufleute standen in der Gunst des Arbeitsmarktes nur knapp über 9Live-Moderatoren. Keiner hat die Krise aus 2008 vergessen und vor allem nicht, wer daran Schuld war, nämlich jeder Konzern, der Geld mit dem Geld unbescholtener Bürger verdiente.

Entsprechend sahen meine Chancen am Markt auch aus, denn niemand wollte etwas mit den Sündenböcken, die nur zocken zu tun haben. Und selbst wenn jemand, geneigt war, Kaufleute aus der Versicherungswelt einzustellen, dann nur mit jahrelanger Erfahrung. Zu meinem Unglück gab es davon reichlich, weil Massenentlassungen bei diversen namhaften Versicherern den Markt fluteten. Mittendrin tummelte ich mich, unerfahren, ohne wirklichen Plan von der Welt und vor allem demnächst arbeitslos. YAY! Genau das, was ich mit der Ausbildung eigentlich vermeiden wollte. (2005 war man wirklich noch der Meinung, dass sei ein krisensicherer Job, der mir überall die Türen öffnen würde)

Also geriet ich an eine Zeitarbeitsfirma über die ich nicht mehr wusste, als das was sich in den Gängen meines Ausbildungsbetriebs so erzählt wurde. Hingegen wusste ich nicht, von wann deren Informationen stammen, denn die Schauermärchen, die ich zunächst für bare Münze genommen hatte, erwiesen sich im Nachhinein fast alle als Unfug. Lediglich in einem Punkt muss ich dem „Zeitarbeit ist moderne Sklaverei“- Konsens zustimmen: Die Bezahlung. Denn hier greift ein sehr knapp kalkulierter Tarifvertrag, der auch für ausgebildete Fachkräfte nur dürftige Ergebnisse erzielen kann. Zugegeben, ich war zum Ende meiner Ausbildung mit Summen geködert worden, die ich heute, fast sieben Jahre später, mehr als anzweifle (wobei sie auf der anderen Seite so einiges erklären dürften). Ich sollte 900 Euro weniger bekommen, als mir im Kopf herumschwirrte. Das war natürlich ein Schock.

Allerdings ist wenig Geld, nüchtern betrachtet, besser als kein Geld, weswegen ich letztlich die Stelle annahm und im Rahmen der Personalüberlassung bei oben genannter Firma anfing. Stets war die Übernahme ein Thema, sofern ich denn gute Leistungen zeige. Gesagt getan, war es dann nach einem halben Jahr soweit. Ich wurde zum Gespräch mit der Geschäftsleitung gebeten und mir wurde ein Vertrag vorgelegt. Jetzt kommt endlich der wahre Verdienst, dachte ich mir, innerlich froh, die Tage der Entbehrungen hinter mir zu lassen. Doch die Zahl, die das Papier zierte war ein herber Dämpfer für meine frisch auflodernde Euphorie. In Summe würde ich etwas über 100 Euro mehr bekommen als bei der Zeitarbeitsfirma.

Besser als Nichts war die Devise und ich argumentierte mit meiner mangelnden Berufserfahrung und dem hochgradig unsicheren Auftreten, dass ich in den Gesprächen an den Tag legte. Ganze drei Jahre, die ich rückwirkend als zufriedenstellend und positiv beurteilen würde, spielte das Geld für mich keine Rolle mehr, bis in mir der Gedanke aufflammte, dass meine Tätigkeit mehr wert sein sollte, als das was ich bekomme. Deswegen schaute ich mich am Markt um und erzielte mit meinen Erfahrungen sowie meiner Persönlichkeit ganze 600 Euro mehr. Stolze Summe, wenn auch weit hinter dem, was andere in vergleichbaren Positionen und Werdegängen mitgenommen haben.

Nun bin ich kein Typ, der seinen Selbstwert anhand des Kontoauszugs bemisst. Davon gibt es auf der Welt (leider) genug. Vielmehr stelle ich die Anforderung, angemessen entlohnt zu werden. Je hochwertiger meine Qualifikation, meine (neudeutsch) Soft-Skills und meine Tätigkeit für das Unternehmen, desto mehr will ich am erzielten Gewinn partizipieren. Eigentlich ist das doch nicht zu viel verlangt, oder?

Warum schreibe ich das alles? Ganz einfach: Zwischen meinen Anfängen in der Berufswelt und Heute liegen insgesamt 6 Jahre, prall gefüllt mit unterschiedlichsten Aufgaben, Kompetenzen und Bereichen. Sahnehäubchen in Form einer Selbstständigkeit inklusive. Ich bin eine gestandene Persönlichkeit (soviel Eigenlob muss gestattet sein, zumal das hier ja eh niemand liest), weiß mich auszudrücken und bin meinem Ich vor 6 Jahren in vielen Teilen voraus. Dennoch bietet mir der bereits benannte Arbeitgeber für eine in meinen Augen hochwertigere Position denselben finanziellen Anreiz wie damals und negiert in meinen Augen damit jegliche zwischenzeitlich erworbene Fähigkeit und Erfahrung.

Und jetzt stehe ich gedanklich am Scheideweg, denn Sonntag habe ich noch getönt, dass es mir im Wesentlichen um Spaß an der Arbeit und Selbsterfüllung geht; unabhängig der finanziellen Aspekte. Andererseits überkommt mich das Gefühl, mich unter Wert zu verkaufen.

Schwierige Sache das… Und mit Sicherheit ist der letzte Gedanke noch nicht gedacht.