100 Tage Unfug schreiben

Die Sonne lacht, mein Fieber scheint weg, der Kaffee schmeckt vorzüglich. Alles in allem ein sehr gelungener Start in den Tag. Dazu kommt noch, dass ich heute ein Jubiläum zu verbuchen habe, denn seit exakt 100 Tagen schreibe ich täglich 750 Wörter. Das macht insgesamt 75. 000 Worte, die beinahe willkürlich zu Sätzen geformt werden. Da ich das ganze als eine Art Schreibübung begonnen habe, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und ausführen, was mir der Aufwand gebracht hat. Denn machen wir uns nichts vor, jeden Tag einen zusammenhängenden Text zu zaubern ist aufwändig und raubte mir mehr als einmal den letzten Nerv.

Eigentlich hatte ich vor, alle Texte auf meinem Blog hier zu veröffentlichen. Könnt ihr euch das vorstellen? Dann wäre ich heute bei 100 Beiträgen von jeglicher Qualität. Sowohl furchtbar und kaum lesbar als auch interessant und gut geschrieben. Alles lässt sich hier finden. Angefangen habe ich mit einer Aufstellung der kommenden Superheldenfilme bis 2020. Das war für den Start ganz gut, denn da war ich im Thema. Zu jedem Projekt habe ich ein paar Fakten zusammen getragen und meine Meinung dazu preisgegeben. Nur fiel mir schnell auf, dass die Informationsdichte gerade für den Bereich ab 2017 oder später mehr als dürftig ist. Deswegen habe ich damit aufgehört. Aus heutiger Sicht auch keine blöde Idee, denn wirklich interessant ist das nur für Nerds und die wissen alles, was da steht.

Nach ein paar sehr durchwachsenen Texten ging ich dazu über mir Kurzgeschichten aus den Rippen zu leiern. Als Basis dienten einzelne Sätze aus irgendwelchen Büchern im Regal. Auf diesem Satz entwickelte ich eine Geschichte, oder einen kurzen Text. Manche sind dabei geblieben, andere wurden über die Tage zu Mehrteilern. Dunkle Pfade hat mir dabei sogar so viel Spaß gemacht, dass ich die Geschichte in ein Buch packen möchte. Das ist auch der Grund, wieso nicht alle Beiträge hier auf dem Blog zu finden sind. Manche liegen ordentlich abgelegt in einer Word-Datei und warten auf Vollendung. Auch wenn Dunkle Pfade (Arbeitstitel) eine Fantasygeschichte ist und ich dem Genre in Buchform wenig abringen kann, macht es mir doch zu viel Freude, die Welt, ihre Personen und den Plot zu entwickeln.

Damit wären wir auch schon bei dem Punkt auf den ich hinaus wollte: Was ich gelernt habe. Texte gehen mir nach den ersten drei Sätzen wesentlich leichter von der Hand. Ist der schwierige und meist holprige Start gemacht, dann läuft der Rest eigentlich gut. Natürlich gibt es dann und wann Aussetzer, aber die haben mit Sicherheit selbst die Profis. Ich denke ich habe ein gewisses Selbstvertrauen erlangt, weswegen ich nicht pauschal alles lösche, wenn es nicht perfekt ist. Fehler oder besser Sätze, Absätze oder ganze Texte mit denen ich nicht zufrieden bin, lasse ich ebenso stehen, wie die, die ich richtig gut finde. Auch auf der Arbeit fällt es mir leichter Sätze, beispielsweise in E-Mails, zu formulieren. Das war es ja auch, was ich erreichen wollte. Die Freue an Worten, das Konstruieren von Sätzen und erzeugen von Klangwelten hat mich schon immer interessiert, nur war ich meistens nicht mutig genug, wirklich zu bloggen. So gerne ich auch wollte. Die leere weiße Seite, der streng blinkende Cursor, meine eigene Erwartungshaltung… Da habe ich es lieber gelassen anstatt etwas aufs Papier zu bringen. Durch den auferlegten Zwang, habe ich jetzt nicht mehr die Wahl. Am Ende müssen 750 Wörter stehen, ganz egal wie. Ich zwinge mich also zu Mut, zu Selbstvertrauen und vielleicht entdecke ich ja ungeahnte Talente. Wer kann das schon sagen.

Mein Schreibstil ist noch lange nicht perfekt, aber gerade im Vergleich zwischen den ersten Gehversuchen und den neueren Exemplaren fällt auf, dass sich doch einiges getan hat. Sie wirken runder, nicht länger abgehackt und blutleer (mein neues Lieblingswort). Früher hatte ich starke Probleme meine Gedanken in Schriftform zu kanalisieren. Es fiel mir schwer Thesen und Behauptungen auszuführen, Gedankengänge vielleicht in 2-3 Sätzen mit anderen Worten zu umschreiben oder Beispiele anzubringen. Durch das Limit von 750 Wörtern, war ich gezwungen, eben genau das zu tun, denn sonst hätte ich sehr schnell Probleme bekommen. Und an manchen Tagen hatte ich die auch.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich hundemüde war, weil ich sehr schlecht geschlafen habe. Jedes Wort war eine Qual. Buchstabe um Buchstabe quälte ich mich durch den Text und das Ergebnis ist auch entsprechend. Aber ich habe es durchgezogen und darauf kommt es an. Insgesamt habe ich das Texten mittlerweile in meinen Alltag integriert und auch die Liebste ist sich dessen bewusst. Ich bin stolz und froh, dass ich es bis hierhin geschafft habe und freue mich auf die nächsten 100. Und wer weiß, vielleicht habe ich zum Ende des Jahres mein Buch fertig. Auch wenn ich das nicht glaube 😀

Was’n da los? Der Wochenrückblick

Kaum zweimal umgedreht, schon ist die Woche wieder um. Was Montags noch klingt wie Hohn ist des Freitags Segen und am Sonntag bittere Realität. Die Zeit rennt ohne auch nur den geringsten Gedanken an die Gegenwart zu verschwenden. So verging auch die letzte Woche, wie im Flug. Eigentlich sollte ich jetzt ein Kapitel überarbeiten und meine „Schreibübung“ auf diesem Weg für heute erledigen, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich keine Lust. Das ist insgesamt so eine Sache, an der ich wirklich arbeiten muss…

Ein Buch mich zu knechten

Mit weit aufgerissener Fresse habe ich überall publiziert, dass ich mich endlich daran machen würde ein Buch zu schreiben. Leider war der Plan nicht so gut durchdacht, denn jetzt sehe ich mich in der Verantwortung es wirklich zu tun. Als ich arbeitslos war, ging das ganz gut, aber jetzt? Ich arbeite 40 Stunden die Woche und verwende einen Großteil meiner geistigen Kapazitäten auf die Einarbeitung. Und das ist auch gut so, aber es sorgt eben dafür, dass es mir an Zeit fehlt. In einem der letzten Posts bin ich darauf bereits näher eingegangen. Warum ich heute nochmal auf das Thema zu sprechen komme ist die Tatsache, dass ich viel Motivation und Aufwand betreiben muss, bis ich in dem Kapitel oder der Figur wieder drin bin. So vergehen gerne mal zwei bis drei Stunden, ehe ich den Stift auch nur in die Hand nehme.

Bin ich hingegen einmal drin, kann ich auch daran arbeiten, bis mir die Finger schmerzen oder der Akku meines Notebooks glüht. Doch eben genau dazu mangelt es mir an Zeit, denn ich könnte vielleicht sogar die Einarbeitungszeit aufwenden, aber dann fehlt mir hinten raus die effektive Schreibzeit (schrilles Wort *_*). Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich auch noch eine Beziehung, die ich pflegen möchte und andere Interessen ebenfalls. Deswegen dämmert mir allmählich, dass ich den Mund etwas zu voll genommen habe. So ein Buch zu schreiben ist weit mehr Aufwand, als ich gedacht habe und jetzt muss ich mit den Konsequenzen leben. Auch wenn ich nicht vorhabe hinzuwerfen, liegt noch ein großes Stück Arbeit vor mir. Hoffen wir einfach mal das Beste.

Netflix, das Internet und Hater

Am Freitag ging die heiß erwartete Serienumsetzung von Daredevil, dem Mann ohne Furcht, an den Start. Viel wurde im Vorfeld gemunkelt und geflammed. Insgesamt ist mir aufgefallen, dass es im Internet viel unnötigen Hate gibt, der sich auf jede noch so kleine Information stürzt, sie auf ihre Essenz reduziert und daran krude Theorien aufhängt. So war es nicht nur mit der Serie auf die ich gleich noch etwas näher eingehe, sondern auch bei vielen anderen Projekten. Mich interessieren größtenteils Informationen aus dem Superhelden-Spektrum und ich versuche den Spagat zwischen der Befriedigung meiner Neugier und dem Umgehen von Spoilern zu halten. Leider ist das nicht einfach, wie sich am Beispiel von Avengers 2 gezeigt hat. 3 Trailer, diverse Fersehspots, unzählige Interviews und mehr machen es schon fast unnötig den Film sehen zu müssen. Aber das ist ein anderes Problem, dem ich mich vielleicht nochmal gesondert widmen werde.

In den unzähligen Berichten zu kommenden Projekten fallen auch Namen für Besetzungen, die im Anschluss heiß diskutiert werden. Jüngstes Beispiel ist da wohl ohne Frage Jared Leto, der für die Suicide Squad-Verfilmung den Joker mimen wird. Schon seit dieser Ankündigung dreht das Internet durch und jedes Bild, jeder Leak und jede Information heizt die Vorverurteilung noch weiter an. Ehrlich gesagt geht mir das ziemlich auf den Keks und setzt unnötige Erwartungshaltungen, denn sind wir mal realistisch: als Heath Leadger für die Rolle in Dark Knight angekündigt wurde, war auch erstmal niemand begeistert. Und NACH dem Film waren alle begeistert. Also geben wir dem guten Mann doch eine Chance, er hat ohnehin ein schweres Kreuz zu tragen, denn die Messlatte liegt irgendwo zwischen Zimmerdecke und Mond.

Warum ich darauf zu sprechen komme? Weil zu Daredevil im Vorfeld auch viel kritisiert wurde. Das Kostüm aus dem ersten Trailer war furchtbar, der Schauspieler eine Fehlbesetzung und insgesamt sieht alles danach aus, als wäre das Projekt zu scheitern verurteilt. Und trotzdem hatte der Mann ohne Furcht für eine exklusiv produzierte Serie einen brachial guten Start. Und nach dem was ich bisher gesehen habe, werden die meisten Vorverurteilungen Lügen gestraft. Das Setting ist großartig. Hells Kitchen, drei Jahre nach den Ereignissen aus Avengers, ist ein raues Pflaster, voller mehr oder weniger brutalen Gangstern und mittendrin ein junger Matt Murdock auf der Suche nach Gerechtigkeit in seiner Stadt. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl, hier würde sich auch Batman wohl fühlen, denn die Stadt ist schmutzig, düster und gnadenlos. Diese Stadt formt sich ihren Helden, der absolut nicht unfehlbar ist. Alles ist toll und ich habe eine Weile gebraucht, bis ich wusste, was mich stört. Leider muss ich dem Chor der anonymen Inet-Hater etwas zugestehen: der Hauptdarsteller wirkt auf mich nur wenig überzeugend. Alles andere ist großartig und ich werde mich demnächst mal etwas ausführlicher damit befassen.

Für heute soll es das gewesen sein.

Schönes Restwochenende und Reingehauen.

Immer wieder sonntags…

So langsam sollte ich geübt sein im Verfassen spannender Einleitungen, aber irgendwie nicht. Mag vielleicht mit der viel zu kurzen Nacht und meiner allgemeinen Sonntagsmüdigkeit zusammen hängen. Richtig einladend ist dieser Frühling bisher nämlich leider nicht. Es kann aber auch schlichtweg an meinem mangelnden Talent liegen. Darüber zu urteilen, obliegt meinen Lesern. Dennoch möchte ich mich kurz sammeln und die Ereignisse meiner Woche in ein paar Worten niederschreiben.

Wolverine macht Schluss

Gestern sorgte Hugh Jackman mit einem Post in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. „One last time“. So lauteten seine verheißungsvollen Worte. Gemeint ist damit natürlich die ikonischste Rolle seiner Karriere, der grummelige Wolverine. Bereits 7 Mal war er als der Mutant aus den Reihen der X-Men auf der großen Leinwand zu sehen. Nun soll mit dem nächsten Film endgültig Schluss sein. Bedenkt man Jackmans Nachricht von vor einigen Wochen, in der er mitteilte,  die Rolle bis zum Ende zu spielen, könnten wir durchaus mit dem Tod des nahezu unsterblichen Wolverine rechnen. Das Netz überschlägt sich bereits mit Theorien, möglichen Storys und welcher Film denn nun der nächste sein wird. Denn es wird einen Solo – Auftritt geben, soviel ist klar. Allerdings würde das bedeuten, dass in dem kommenden Apokalypse, wo wieder die versammelte Mannschaft ausfläuft, der grantige Kanadier mit Abwesenheit glänzt. Ich persönlich finde das garnicht schade, denn so langsam bin ich den Charakter leid. Sein Ausscheiden bietet anderen interessanten Mutanten; von denen es bei Weitem genug gibt; Raum und macht die Geschichten wieder etwas Vielseitiger. Warten wir also ab, was da kommt.

Der Arbeitslosigkeit sein Ende

Ja, es ist vollbracht. Aus, Schluss Ende und vorbei. Der Onkel wird nicht länger bis in die Puppen pennen, Pfandflaschen sammeln und mit den anderen Arbeitslosen im Park abhängen. Ich bin endlich wieder in Lohn und Brot wie man so schön sagt. Dieser Eintrag ist mein Letzter, bevor am Mittwoch der Ernst des Lebens zurückkehrt. Nein, mal ganz im Ernst. Es ging mir mit der Zeit so richtig auf den Keks, untätig zu sein. Zwar habe ich versucht meine Freizeit zu nutzen, habe viele Serien, Filme und Spiele nachgeholt und mir auch den Raum genommen, mir über vieles Gedanken zu machen. Meistens erfolgreich, es gab nach der gescheiterten Selbstständigkeit ja auch genug Um nicht vollkommen abzudriften, habe ich aber immer versucht einen normalen Tagesablauf zu erhalten. Früh aufstehen, tagsüber fleißig sein und abends entsprechend müde, wieder rechtzeitig zu Bett gehen. Wollen wir mal hoffen, dass das ausreichend ist. Neben meiner Vorfreude, Körper und Geist wieder einem besseren Zweck zu widmen, bin ich auch etwas skeptisch. Schließlich habe ich mir vorgenommen jeden Tag 750 Worte zu schreiben, im Idealfall für mein Buch, nur habe ich dazu nun täglich acht Stunden weniger Zeit. Wir werden sehen, was das bedeutet. Zumindest bin ich geneigt, mich reinzuhängen. In Beides.

Zwitschert ein Vögelchen…

Ich habe jetzt Twitter. Keine sonderlich spannende Neuigkeit, aber als Freund des Internets, war es nur eine Frage der Zeit. Lange habe ich mich gegen den Trend verwehrt, habe weder Notwendigkeit noch Spaßfaktor verstanden. Zu verwirrend kamen mir all die Bezeichnungen und Kürzel vor. So ein durchschnittlicher Tweet kann recht kryptisch wirken. Das schreckte mich bisher ab. Aber jetzt war es an der Zeit, der Sache eine zweite Chance zu geben. Account erstellt und was soll ich sagen… Ich liebe es. Nicht, dass ich wirklich spannendes beizutragen hätte, darum geht es mir nicht. Aber als Sammelstelle für Informationen und Nachrichten, gibt es in meinem Spektrum nichts besseres. Die Geschwindigkeit ist unglaublich. Durch die Verschlagwortung mittels Tags bietet eine tolle Verkettung von Tweets, die Informationen zu bestimmten Informationen kombinieren. Es ist in Windeseile möglich aus verschiedenen Quellen Fakten, Vermutungen und Wissenswertes zu erhalten. Natürlich auch viel Unfug, ist ja schließlich das Internet.

Zu guter Letzt der ganze Rest

Und was ist sonst noch so passiert? Das Wichtigste zuerst: Bloodbourne ist seit einigen Tagen auf dem Markt und sprengt derzeit alle Tests und Reviews. Das ist auch der Grund für die neu angelegte PS4-Kasse. Jeder Euro, der zu viel ist, wandert dort hinein und vielleicht ist es ja bald so weit. Für das Buch habe ich mich viel mit Perspektiven und Erzählweisen auseinandergesetzt. Leider scheitere ich gerade im Moment gerne Mal an der Motivation. Im Kopf habe ich zwar Ideen und irgendwie auch Lust zu schreiben, aber kaum habe ich das Notebook gezückt und das Dokument zeigt mir den blinkenden Cursor, schon ist alles weg. Mehr mühevoll als spaßig arbeite ich mich durch meine täglichen Texte, ohne so wirklich Erfolg zu haben. Hoffentlich ist das eine Phase, die auch recht schnell wieder verfliegt. Sonst wird das nichts mit dem Buch bis Ende 2015. Und das wäre doch schade.

Ein Tag mit Hang zur Besserung

Es ist mal wieder so weit. Die Woche ist rum, Spotify trällert mir klassische Musik um die Ohren und ich resümiere, was mich in den letzten Tagen so umgetrieben hat. Zusammengefasst brachten die letzten sieben Tage für mich vor allem zwei Erkenntnisse: Bleib dir treu, du hast es dir verdient und komm in die Gänge. Aber vielleicht fange ich vorne an und erkläre dem  geneigten Leser, was denn los war. So ganz nebenbei erwähne ich heute mal keine Superheldenfilminfos. Gibt zwar Themen, aber ich muss mich ja nicht immer darauf beschränken.

Wie ich gelernt habe mir treu bleiben zu dürfen

Klingt eigentlich recht banal, oder? Ich würde es jedoch nicht aufführen, wenn dem so wäre. Sich selbst treu zu bleiben ist eine Kunst, die man sich im Laufe des Lebens erarbeiten muss. Für den einen mag das leicht von der Hand gehen, während manch anderer auf größere Schwierigkeiten trifft. In meinem Fall bin ich bei dem Versuch meine eigenen Interessen zu wahren, sie zu bestätigen und zu erfüllen, auf die größte Bedrohung überhaupt gestoßen: Mich. Denn neben der Tatsache, dass ich ein Skeptiker, ein Zweifler und eine Zyniker bin, stehe ich mir vor allem selbst im Weg.

So kam es auch, dass ich nach einem Vorstellungsgespräch am Donnerstag ernste Zweifel an meiner eigenen Mündigkeit entwickelt habe. Was darf ich mir, im Kontext betrachtet, erlauben und was nicht? Darf ich wählerisch sein und mich gegenüber machen Optionen verschließen? Würde ich meine engsten Vertrauten (weil beim Rest sind mir Ansichten und Meinungen nicht so wichtig), allen voran meiner Liebsten enttäuschen, wenn ich nicht jede Chance ergreife und wahrnehme? Daran hatte ich wirklich zu knabbern, denn etwas zu machen, nur um den Status Quo zu verändern erscheint tatsächlich nur auf den ersten Blick als wirkliche Option. Weiter gedacht lege ich mir so nur Steine in den Weg für andere, vielleicht bessere Möglichkeiten, sofern es die gibt.

Denn da wären wir schon bei der Kehrseite der Medaille angelangt: Liegt der Glaube an die Verbesserung nicht in unserem tiefsten Wesen? Der Wunsch nach mehr, nach schönerem, nach innigerer Erfüllung und Seelenfrieden? Plagt uns nicht alle diese Unruhe, das „mehr“ sei irgendwo da draußen? Eine bislang unergriffene Chance, die sich uns bietet, sobald wir danach greifen, wenn wir nur den Mut und den Willen haben sie zu finden? Genau diese Gedanken blühten zum besagten Zeitpunkt in mir auf und ich wusste mir nicht zu helfen. Mein Unterbewusstsein und ich hatten sich mal wieder in eine Pattsituation manövriert, beide hoffend, dass ich den Karren aus dem Dreck ziehen würde.

Letzten Endes kam ich zu der Überzeugung, dass beides richtig ist, denn natürlich gibt es „die eine große Chance“ da draußen, die nur darauf wartet ergriffen zu werden. Der Gedanke daran treibt uns an und eröffnet vieles, dass eben nur wegen dem Streben nach diesem „mehr“ möglich war; oder kurz: der Weg ist das Ziel. Zugegeben, Phrasengedresche, aber leider nicht falsch und somit vollkommen angebracht. Ich habe für mich selbst beschlossen, meine Möglichkeiten zu wählen, aber dabei nicht stoisch an Neuem und Fremden vorbeischauen, sondern offen zu sein, für alles was da kommt. Nur achte ich darauf, mich nicht zu verkaufen, mir selbst treu zu bleiben und nach meinen Ansichten zu handeln. Ich bin guter Dinge, dass ich so langfristig am besten fahre.

Komm in die Gänge

Meiner Arbeitslosigkeit geschuldet, leide ich praktisch an einer gewissen Unterbeschäftigung. Lange habe ich den Verlust von sozialen Kontakten auf der Arbeit unterschätzt. Je länger ich die meiste Zeit alleine verbringe, desto mehr fällt mir auf, wie dringend nötig ich sie habe. Genauso steht es mit Erlebnissen und Erfahrungen. Ohne Arbeit, fehlt Geld und unsere Gesellschaft gibt ohne finanzielle Mittel nur sehr wenig interessantes her. Seit ich kein Auto mehr habe, sogar noch weniger.

Aber gerade weil ich mich als Autor versuche, auch wenn mir die Bezeichnung vor dem erfolgreichen abliefern eines Werkes übertrieben vorkommt, bin ich auf unterschiedlichste Eindrücke angewiesen. Das bildhafte Nacherzählen fiktiver Ereignisse erfordert neben Fantasie auch ein reichhaltiges Wissen über die verschiedensten Dinge, wie Gerüche, Gefühle und spannende Orte. Um Welten zu schaffen, muss ich zunächst welche gesehen haben. Nur so kann meine kreative Ader etwas neues und aufregendes erzeugen. Meine bisherigen Kapitel waren gerade in dieser Hinsicht sehr oberflächlich und distanziert geschrieben, was ich zukünftig verbessern möchte.

Dazu habe ich mir fest vorgenommen, jedes Wochenende mindestens einmal mit meiner Liebsten etwas Neues zu probieren und zu erleben. Heute waren wir beispielsweise im Süden Hamburgs in einem historischen Freiluftmuseum für alte Bauernhäuser, gefolgt von einem Besuch im angrenzenden Wildpark. Und obwohl das an sich kein wirklicher Garant für Euphorie ist, sprudeln die Ideen und Verbesserungsvorschläge nur so aus mir heraus. Ich hoffe mehr davon, führt auch zu besseren Ergebnissen, damit auch mein schärfster Kritiker mit dem Buch was anfangen kann.

In diesem Sinne,

schönen Sonntag noch!

Wieso ich Dark Souls liebe

Lust auf Frust? Keinen Nerv mehr auf stumpfes Tastenkloppen? Die meisten Games reizen dich nicht mehr? Dagegen habe ich nur zwei Worte: DARK SOULS. Dazu liefere ich dir 5 gute Gründe, wieso der 3rd Person-Schnetzler in keinem Regal fehlen sollte und wieso es für mich eines der besten Spiele aller Zeiten ist.

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