Nerdkram und Kultur – meine Woche in Worten

Die Woche neigt sich dem Ende, während die Sonne heftigen Schauern Platz gemacht hat. Zeit sich mit einem warmen Tee an die Rekapitulation der letzten Tage zu machen. Ich habe ein Buch gelesen, eine Serie beendet, Avengers gesehen und die ersten Gehversuche in Bloodborne gewagt. Aber wie so oft, alles der Reihe nach. An einem kuscheligen Sonntag sollte man grundsätzlich nichts überstürzen oder sich mit unnötiger Eile plagen. Beginnen wir also ganz gemächlich, Zeit haben wir schließlich genug.

Der kleine Prinz

Wie in so vielen Bereichen, habe ich auch bei Büchern diversen Nachholbedarf. Es gibt aber auch einfach zu viel, das man Lesen, Sehen Hören oder Erleben sollte. Dafür ist das Leben einfach zu kurz. Eines der Werke, die auf der ewig währenden Liste der muss man gelesen haben Bücher verweilt ist Der kleine Prinz. Das französische Kinderbuch, dass binnen kürzester Zeit Kultstatus erlangte, weil die philosophischen Ansichten darin weit über das Kindesalter hinaus Anklang finden. Einige Zeit wehrte ich mich dagegen, fand es albern und unnötig dieses Buch zu lesen, muss aber zugeben, dass ich jetzt, da ich es gelesen habe, froh bin mich geirrt zu haben. Denn es ist toll. Ich denke für jeden ist etwas dabei und jeder kann aus dem einen oder anderen Satz etwas für das eigene Leben ziehen. Zur Handlung gibt es nicht viel zu sagen, es geht mehr um die Ansichten, die beschrieben werden. Etwas, dass man erlebt haben sollte. Mein Satz, ist einer, der das Leben besser beschreibt als irgend ein anderer, einfach nur, weil er wahr ist:

Man muss die Raupen ertragen um die Schmetterlinge zu sehen

Bloodborne

Harter Schnitt! Von dem einen, dass schön ist, zum anderen, das brutal, grausam und frustrierend ist. Das Spiel, auf das ich so lange gewartet habe ist bei mir eingekehrt. Und es ist wundervoll. Grafisch waren die Spiele von From Software noch nie ein Leckerbissen, aber das wollten sie auch nie sein. Vielmehr schaffen sie eine stimmige Welt, eine Atmosphäre, die dichter kaum sein könnte und rätselhafte und gleichzeitig faszinierende Geschichte. So auch in Bloodborne. Ein Spiel, dass es zu meistern gilt. Man macht Erfahrungen, scheitert, lernt dazu, wir besser, scheitert erneut. Nirgendwo sonst ist die Motivationskurve so groß, der Anreiz das scheinbar unüberwindbare zu überwinden, nur um des eigenen Egos wegen. Bloodborne ist das, was Dark Souls II nicht war. Eine echte Neuerung, eine intelligente Weiterentwicklung eines bewährten Konzepts. Die Welt ist blutig, die Kreaturen seltsam, die Schwierigkeit immens. Der Tod lauert überall und diese Gefahr ist spürbar, fast schon real. Die viktorianische Stadt in ihren Schwarz-grau-Tönen zieht jeden sofort in seinen Bann. Man will sie erkunden, ihr ihre Geheimnisse entlocken ohne dabei ein Teil davon zu werden. Naja, dann bin ich noch auf den ersten Boss gestoßen und der hat mir direkt den Arsch aufgerissen. Sicher werde ich das nochmal gesondert behandeln, wenn meine Erfahrungen mehr hergeben als 3 Spielstunden.

Avengers – Age of Ultron

Lange habe ich den Tag herbeigesehnt, bis das Superheldenteam um Captain America und Co. in den Kampf gegen den namensgebenden Superroboter zieht. Der Trailer versprach viel, der Film bot alles und dennoch bleibt eine gewisse Ernüchterung zurück. Die Action war bombastisch und gerade die Startsequenz war toll inszeniert. Allerdings gab es einige Aspekte, die mir zu schnell abgehandelt wurden. Für vieles hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, mehr Erläuterungen und mehr Verbundenheit zum gesamten Gefüge. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass Leser beim Anschauen der Harry Potter- Filme gehabt haben müssen. „Ohne Hintergrundwissen, steigt doch keiner mehr durch.“ Vieles wirkte auf mich wie reiner Fanservice.Der Hulkbuster, die offensichtliche Einführung von Wakkanda als Teil des MCU. Easter Eggs sind eine tolle Sache, aber nur, wenn ich danach suchen muss. Vorgelegt machen sie mir keine Freude und erzeugen mehr das Gefühl, als wollte Marvel da zuviel. Insgesamt war mir einiges zu dünn. Von der wirklich enttäuschenden Mid-Credit-Scene mal ganz zu schweigen. Mir fehlte für die Story der große Bämm, die Überraschung. Vielleicht war ich auch einfach nur meiner eigenen Erwartungshaltung erlegen… Ich hoffte auf  nicht weniger, als ein kleiner Hinweis zu Spiderman oder die lange verleugnete Ankündigung für Planet Hulk. Nach dem letzten Interview mit Marc Ruffalo wäre das ein wirklicher Knaller gewesen, mit dem keiner gerechnet hätte. Doch leider blieb sie aus. Alles in allem ist Avengers AoU ein toller Film, der über seine Spielzeit ohne Längen zu unterhalten weiß, aber irgendwie einen fahlen Beigeschmack mit sich bringt.

Wie so oft, nehme ich mir mehr Themen vor, als ich letztlich abhandeln kann. Vertagen wir die auf ein anderes Mal. In diesem Sinne, schönen Sonntag.

Fuck Yes and more

Was war da schon wieder los in diesem hippen Internet? Gestern Abend, circa halb acht, drehten alle völlig durch. Erst dachte ich, Leonardo Di Caprio hat seinen Ehrenoscar erhalten. Nachträglich. Für die letzten Jahre. Denn das ist der einzige Grund, für den das Internet zusammenbrechen würde. Dachte ich. Doch die Streams diverser sozialer Netzwerke wurden geflutet, von kryptischen Worten, Freudengesängen und der Floskel „We’re Home“. Ratlos, planlos und über alle Maßen verwirrt versuchte ich mir einen Reim darauf zu machen und wurde schnell fündig. Denn am gestrigen Tag wurde der 2. Teaser zum heiß erwarteten Star Wars veröffentlicht. Damit wurde es schnell äußerst unangenehm für mich. Meine Finger juckten, das Notebook grinste mich diabolisch von der Seite an; alle darauf bedacht mich in Versuchung zu führen.

Aber der Reihe nach. Normalerweise verschlang ich jegliches Bildmaterial zu filmen fast zeitgleich zu ihrer Veröffentlichung. Wie ein Raubtier durchforstete ich das Netz nach Leaks von Fotos, Videos oder sonstigen Informationen. Jedes noch so kleine Fitzelchen war interessant, denn es brachte mich dem ersehnten Film ein Stückchen näher. Es fühlte sich realer an und erweckte zumindest den Eindruck die Wartezeit verkürze sich. Denn wer sich für Filme interessiert leidet nicht selten an unsäglichen Wartezeiten. Manche Projekte werden weit in die Zukunft bekannt gegeben und hinterlassen neben Neugier auch einen sehr schalen Beigeschmack der Wehmut. Wieso musste man mir schon 2013 sagen, dass es einen neuen Star Wars geben wird? Wozu musste Marvel mich letztes Jahr mit ihrer Agenda 2020 quälen? Nun sitze ich über Jahre auf heißen Kohlen und zähle die Stunden, bis der eine oder andere Leckerbissen endlich im Lichtspielhaus meines Vertrauens über die Leinwand flimmert.

Und dann kommt die Ernüchterung, wenn es denn endlich so weit ist. Bestanden Trailer früher überwiegend aus Andeutungen und Bildern, die Lust auf mehr machen sollten, zeigen sie heute einfach viel zu viel. Gerade bei Komödien und Actionfilmen werden die besten Szenen bereits für den Trailer benutzt, was die Erwartung an den Film zwar steigert, letztlich aber beim zahlungswilligen Besucher für Ernüchterung sorgt. Da kann ich schon verstehen, wieso sich einige Filme häufiger runter geladen werden als andere. Manchmal erzeugt das Vorabmaterial auch einen völlig anderen Eindruck des Gesamtwerks in dem Dialoge und Szenen in verändertem Kontext zusammengeführt werden. Tja, und dann gibt es noch das schlimmste aller Übel. Den Luzifer der Filmwelt, den Spoiler.

Spannende Filme leben von Überraschungen und Wendungen. Todgeglaubte Charaktere tauchen wieder auf, geliebte Figuren entpuppen sich als die Bösen oder alles verändernde Kampfsequenzen. Taucht solch eine Szene bereits im Trailer auf, ärgert sich ein jeder. Der Spaß während der Sichtung nimmt rapide ab, wenn man den „Twist“ bereits kennt. Nicht erahnt, weil er schlecht versteckt ist, sondern kennt. Nur weil man den Trailer, also den Werbeclip, bereits gesehen hat. Das ist schrecklich und macht gute Filme kaputt. Und ich weiß wovon ich rede, denn man hat mir Fight Club und The Sixth Sense gespoilert. Zum Glück war nur letzterer danach absolut nicht mehr sehenswert.

Will man aber noch einen Schritt weitergehen, dann verrät man einfach den gesamten Plot. Die jüngsten Beispiele sind Cinderella und der kommende Terminator. Beide feiern den gesamten Verlauf des Films gepresst in 3 Minuten chronologisch ab. Da nützt auch kein Schwarzenegger, kein hübsches Kleid, keine CGI-Kaugummiwelt, kein Actionfeuerwerk und kein brachialer Sound mehr etwas. Mein Interesse kommt zum erliegen und kehrt nur minimal zurück, wenn ich durch Zufall die Blu-Ray in die Hände bekomme. Ein Beispiel für einen wirklich gelungenen Trailer liefert übrigens „Gone Girl“. Das aber nur am Rande.

Eben wegen dieser Entwicklung habe ich mir vor einiger Zeit vorgenommen, für jeden Film nur so viele Trailer zu schauen, wie nötig sind um mir das Material schmackhaft zu machen. In der Regel reichen 1-2 vollkommen aus, denn sowohl Stimmung als auch Ausrichtung lassen sich damit klar erkennen. Jedes weitere kleine Video würde mir nur mehr Bildmaterial zeigen, dass mich im Film noch überraschen soll. Und eigentlich lief das ganz gut. Bis der erste Avengers 2 Trailer kam. Einer DER Filme dieses Jahres und der, den ich am meisten erwartete (Zumindest war das bis vor einer halben Stunde so!). Hatte der erste Trailer schon richtig Lust auf mehr gemacht. Ich sag nur: „There are no strings on me“ (Gänsehaut)!!! Dann kam der zweite Clip, gefolgt von einem dritten. Zwar nur mit ein klein wenig neuem Material aber dennoch konnte ich den Schlusskampf sehen. Obwohl ich das nicht wollte. Aber widerstehen war einfach nicht drin. Zu heiß war ich auf Bilder, wollte sehen, wie der Hulk Iron Man auf die Mütze gibt und wie Ultrons Stimme aus dem Off brummt.

Für Star Wars gelobte ich Besserung. Der Teaser, der vor einiger Zeit erschien, zeigte genaugenommen nichts und doch alles. Er hatte den richtigen Stil, die richtigen Leute, ein fucking interessantes Schwert und den größten Gänsehautblender (Milenium Falcon und so ;D) ever. Angefixt war ich, aber der Dezember noch unendlich weit weg. Tja, deswegen muss ich leider gestehen… Ich hab ihn gesehen. Mehrfach. Neben Gänsehaut ab der 5. Sekunde, wurden meine Äuglein zum Schluss hin etwas feucht. Danke JJ, dass du uns vergessen lässt, was der große George Lucas einst seiner Schöpfung antat.

Mehr als eine Woche – Meine Woche

Es ist mal wieder so weit. Es folgt der unregelmäßigste Wochenrückblick aller Zeiten, der nicht nur alles behandelt, das niemanden interessiert, sondern obendrein auch noch vollkommen subjektiv ist. Deshalb spitzt die Lauscher und poliert die Sehhilfen. In dieser Woche sind ein paar spannende (subjektiv ist das Stichwort) Dinge passiert, denen ich nun ein paar Zeilen widmen möchte. Vollkommen untypisch beginnen wir mal beim Montag.

Kingsman

Die Liebste und ich waren seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder im Kino. Die guten Cinemaxxgutscheine wollen schließlich mal verwendet werden. Gesehen haben wir Kingsman – The Secret Service, eine Comicadaption mit sehenswerter Besetzung. Der Trailer war eher solala aber da nichts anderes lief und die Kritiken ziemlich gut waren, hatten wir auf einen Montag Abend kaum etwas zu verlieren. Da ich mich an anderer Stelle schon sehr ausführlich dazu geäußert habe, hier lediglich ein kurzer Abriss: Das Ding knallt, rockt, ballert und macht ordentlich Laune. Wer Kick-Ass mochte, Samuel L. Jackson in einer seiner spaßigsten Rollen sehen will und auf Unterhaltungskino jenseits testosterongeschwängerter Car-Porns steht, dem sei Kingsman wärmstens empfohlen.

Von wegen Kindergeburtstag

Dienstag hatte dann die Liebste Geburtstag und ich habe mich ordentlich ins Zeug gelegt. Nach den verpatzten Vorjahren, war das auch zwingend notwendig. Also habe ich die Wohnung hübsch gemacht, mit tollen Geschenken aufgewartet und schlussendlich sogar noch einen Kuchen gebacken, der wider Erwarten lecker war. Einziger Nachteil: Vermutlich werde ich jetzt häufiger Backen müssen. Aber was tut man nicht alles.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte war der gefeierte Geburtstag im kleinen Kreis am Freitag. Statt der üblichen ca. 1000 Gäste waren nur 6 Leute eingeladen. Alles sollte klein, gemütlich und überschaubar bleiben. Eine weise Entscheidung wie ich finde, denn es war ein unglaublich spaßiger und unterhaltsamer Abend. Es wurde viel gelacht, alle haben sich angeregt unterhalten und die Spiele, ja Spiele, die gespielt wurden waren toll. Ich hatte den Eindruck, dass alle froh waren, dass keine laute Musik zu überschwänglicher Party animieren wollte. Der gemütliche Rahmen entsprach wohl allen, was ich nicht zuletzt unserem Alter zuschreiben möchte. Aber das ist mein subjektiver Eindruck. Und Partys mochte ich noch nie sonderlich gerne. Überwiegend, weil ich beim Tanzen aussehe als würde ich ein Kalb gebären.

Der Anfang als Ende

Mittwoch war es dann endlich so weit. Ich ging wieder arbeiten. Und es war, nun ja, durchwachsen. Nach sieben Monaten Arbeitslosigkeit, deren Urlaubsgedanke sich schon noch wenigen Wochen vollständig abnutzte, war die Erwartungshaltung für den neuen Job enorm. Er sollte mich ausfüllen, intellektuell fordern, mir wieder soziale Kontakte versprechen und nicht zuletzt auch etwas Geld in die ausgemergelte Kasse spülen. Mit jeder Bewerbung, jedem Gespräch und jeder Absage wuchs mein Ideal von diesem erstrebenswerten Zustand der Beschäftigung. Und wie die Realität es manchmal so will ist das Wunschdenken irgendwann nicht mehr tragbar. Genau das passierte nämlich am Mittwoch. Es fällt mir schwer genau zu benennen, was es war, aber es entsprach nur in Teilen meinen Hoffnungen und Wünschen, was allerdings ausschließlich an mir lag. Denn obwohl es eine Rückkehr an einen mir bekannten Arbeitsplatz war, kam mir alles fremd und ungewohnt vor.

Allerdings nehme ich stark an, dass es eine Weile braucht, bis ich mich wieder vollkommen an das Konstrukt der Arbeit gewöhnt habe. Früh aufstehen, mich fertig machen, Bahn fahren etc. all das muss sich wieder einspielen. Auch muss ich die Einarbeitungsphase hinter mich bringen, damit ich vollständig tätig bin. Sicher wird sich dadurch vieles verändern. Es mag sich nicht so anhören, aber ich bin da guter Dinge.

Zum Schluss noch was für die Augen

Diese Woche habe stechen mir zwei Dinge besonders ins Auge, die ich auf meiner neuen Lieblingsplattform Netflix gesehen habe. Zum einen die SitCom Modern Family und der neuste Bondstreifen Skyfall. Beginnen wir mit Letzterem:

Zugegeben, ich bin kein sonderlicher Freund von Daniel Craig in der Rolle des 007 und daran konnte keiner der bisherigen Filme etwas drehen. Leider. Gestern hab ich also endlich den umjubelten Skyfall gesehen und muss wieder sagen, dass es das nicht war. Während die alten Bonds irgendwie Charme und Witz hatten, wirkt Craig bzw. der ganze Film für meinen Geschmack zu ernst und bewusst böse. Einzig der Antagonist, erzeugt etwas Spannung, wenn auch nur sehr kurz. Neben wohl kalkulierter und völlig überzogener Action bietet der Film vor allem eines: Szenen die bei mir ein fettes HÄH??? hervorriefen. Ein Beispiel? Ich hab sogar zwei (und Spoiler!!!!):

1. Seine Komplizin, Kollegen, was auch immer besucht ihn aus fadenscheinigen Gründen im Hotel. Er ist am Rasieren. Nach einem kurzen und ausgesprochen plumpen Dialog übernimmt sie seine Rasur und er knüpft ihr die Bluse auf. Keine Andeutung, dass da was zwischen den beiden lief oder der gewohnt charmante Umwerbungsversuch. Nix… Er hätte auch gleich fragen können ob sie Bock auf Ficken hat, das wäre ähnlich gewesen.

2. Nachdem er dem Antagonisten auf dessen Insel begegnete, forderte dieser ihn auf ein Glas Whiskey von Kopf des Bondgirls zu schießen. Da wir bereits gesehen haben, dass der einst so taffe Agent nicht mehr in Bestform ist, wissen wir, dass die Nummer schief gehen wird. Was auch passiert. Darauf erschießt der Gegenspieler die Frau und erst dann kommt Bond mit einem lässigen Move aus der Situation. Leider gibt es für mich keinen nachvollziehbaren Grund, weswegen die Frau erst sterben musste, denn er hätte denselben Move auch vorher ausführen können. Aber nein, Bond lässt schon zum zweiten Mal jemanden sterben, ehe er eingreift. Das ist nicht dramatisch oder spannend, das ist albern.

Alles in allem ist der Film jetzt nicht pauschal schlecht. Er ist nur einfach nicht gut. Vor allem wenn man sich Craig näher anschaut und feststellt, dass er so langsam aber sicher zu alt ist. Aber wie so oft ist meine Meinung in der starken Minderheit. Einzig positiv ist die Openingsequenz samt Titellied von Adelé, wofür sie zu Recht mehrfach ausgezeichnet wurde. Der ganze Rest verfällt leider in derartiger Mittelmäßigkeit, dass ich mich noch immer nicht dazu durchringen konnte den ersten Teaser für den kommenden Streifen zu schauen. Was sich wohl auch nicht ändert.

Für Modern Family ist jetzt kein Platz mehr. Dazu äußere ich mich dann beim nächsten Mal.

KW 9 von und mit mir!

Neue Woche, neues Glück. Was ist diese Woche so alles passiert?Zunächst habe ich gestern schon die zweite Ausgabe meines neuen Formats „Film der Woche“ versäumt, wofür ich mich zumindest ein bisschen schäme. Allerdings führe ich hier kurz meinen Unfilm der Woche auf, den ich gestern Abend gesehen habe. Dann ist Leonard Nimoy alias Mr. Spock im Alter von 83 Jahren verstorben und ich hatte mein erstes Vorstellungsgespräch an einem Samstag. Zum Schluss noch ein paar Worte zu meiner Schreiberei (wofür ich dringend einen anderen Namen brauch :D)! Also auf gehts:

Lucy

Fangen wir seicht an. Sehr seicht, denn der Film ist eines der dümmsten Machwerke der letzten Jahre und ich hab den zweiten Twighlight gesehen. Es geht darum, dass die Protagonistin, gespielt von der wunderbaren Scarlett Johansson, nach einer durchzechten Nacht zu einem Deal mit zwielichtigen Asiaten genötigt wird. In der Konsequenz der Ereignisse pflanzen sie ihr einen Beutel mit einer neuartigen, synthetischen Droge in den Unterleib, den sie ins Ausland schmuggeln soll. Durch unschöne Gewalteinwirkung reißt der Beutel in ihrem Körper auf und ihr Organismus bekommt die volle Dröhnung ab. Großer Vorteil: Lucy kann mit dem Mittel auf mehr als die üblichen 10% ihres Gehirns zugreifen, was ihr ungeahnte Fähigkeiten verleiht. Und spätestens ab da dreht der Film derartig durch, dass man mit Kopfschütteln nicht hinter herkommt. Während der ähnlich klingende „Limitless“ mit Bradley Cooper im Verlauf der Handlung erörtert, wie man mit überdurchschnittlicher Intelligenz handeln könnte, wird aus Lucy eine Art X-Men. Einzig die Weltraumsequenzen sehen noch ganz passabel aus und lassen zumindest optisch ein wenig Licht ins Dunkel, denn nicht nur die Story ist unglaubliche Grütze. Auch die Schauspielleistung von ScaJo und Morgan Freeman, die ich beide sehr mag, ist furchtbar. Von den Actionsequenzen auf B-Movie Niveau will ich gar nicht anfangen. Den Film braucht wirklich niemand, lasst da also bloß die Finger von.

Leonard Nimoy

Schade irgendwie. Nach einer Lungenerkrankung ist der gute Mr. Spock vor 2 Tagen verstorben. Viel kann ich da eigentlich nicht zu sagen, denn ich kannte ihn lediglich als Schauspieler und auch da nur in seiner bekanntesten Rolle. Aber genau das macht es schwierig, denn damit ist eine Kindheitserinnerung gestorben und ein wenig traurig stimmt mich das schon. Ansonsten könnte ich nur wiederkäuen, was der Rest des Internets schon gesagt hat, was ich lasse.

Beruflich und so

Gestern hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch an einem Samstag und irgendwie ist es ein merkwürdiges Gefühl. Aber es war gut, weil ich anscheinend einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Nächsten Donnerstag will man sich erneut mit mir treffen und wenn ich mich nicht komplett falsch anstelle, dann könnte ich morgen in einer Woche schon anfangen. Nach den Monaten der Arbeitslosigkeit kann ich mir wenig vorstellen, dass ich lieber täte. Die Position und die Firma um die es geht werde ich nicht näher ausführen, aber ich wage mich in neue Bereiche vor, die ich bislang eher vermieden habe. Ich denke gerade für meine Persönlichkeitsentwicklung ist dieser Schritt genau der richtige, also drückt mir die Daumen.

Meine Schreiberei

Letzte Woche habe ich mich ja über meinen schlechten Stil beklagt und einen gefühlten Downer, was meine Motivation angeht. Liegt vermutlich daran, dass ich mit meiner Geschichte an vielen Enden in Situationen bin, wo mir bisher noch keine Auflösung eingefallen ist. Daran krankt mein Schreibfluss ein wenig, weswegen ich mich auf andere Sachen stürze. Totgeweiht beispielsweise, eine Geschichte um einen Teenager, der durch einen Unfall, bei dem seine Mutter schwer verwundet wird, mit dem Tod und der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert wird. Hier auf der Seite habe ich bislang fünf Teile veröffentlicht und werde damit weiter machen, wenn mir für Dunkle Pfade nichts mehr einfällt. Da beide Storys sehr unterschiedlich sind, glaube ich nicht, dass ich mir selbst kreatives Potential abgrabe. Wirklich schwer tue ich mir weiterhin mit Dialogen, denn alles was meine Figuren sagen klingt roboterhaft und unglaubwürdig, vielleicht sogar albern. Vermutlich werde ich hier einfach noch etwas im Internet und bei der Konkurrenz stöbern müssen um zu lernen, wie so etwas besser geht. Eine andere Idee wäre es, Gespräche aus dem echten Leben aufzunehmen und schriftlich festzuhalten. Gut möglich, dass ich dadurch ein Bild davon bekomme, wie gesprochenes Wort, geschrieben aussehen kann. Mal sehen wer sich dazu bereit erklärt.

Final warte ich noch auf die ersten Reaktionen zu meinen Skript, dass mein Bruder derzeit zum Lesen hat. Natürlich ist das noch sehr grob und unausgereift, da einige Kapitel sich widersprechen, aber es geht im Großen und Ganzen um den Stil und die Richtung in die es geht. Im Laufe dieser Woche sollte ich mein Feedback erhalten. Bleiben wir also geduldig :D!

Letzte Woche aus der Sicht von mir (KW 8)

Es ist mal wieder soweit. Spotify bedient die Bedürfnisse meiner Ohren, der Lüfter meines Notebooks erfüllt den Raum mit einem lieblichen Surren und ich resümiere die vergangene Woche. In den letzten Rückblicken habe ich mich sehr auf Film und Fernsehen beschränkt. Dies möchte ich zukünftig ändern, indem ich auch meine Gedanken, Ansichten und/ oder Erfahrungen teile, denn im ursprünglichen Sinne ist ein Blog nichts anderes als ein virtuelles Tagebuch für all jene, die eine exhibitionistische Veranlagung haben. Meine Hoffnung ist es, mich dadurch mehr mit mir selbst zu beschäftigen und mir eine Möglichkeit der Reflektion zu schaffen. Ob mir das gelingt wird sich zeigen :)!

Serienentdeckung: Luther

Geht es euch auch manchmal so, dass amerikanische (oder amerikanisierte) Krimiformate irgendwie wirken wie ein John Woo Actionfilm? Die kompliziert verschachtelten und verworrenen Fälle, werden spektakulär und lässig von viel zu glatten, coolen Ermittlern gelöst und der Zuschauer fühlt sich um seine Spannung betrogen? Interessantes Storytelling, Charaktere über die man mehr erfahren möchte und Situationen, die ohne Weiteres der Realität entsprechen könnten sind meistens Fehlanzeige. Ganz anders kommt da die britische Serie Luther herbei.

Der Titelheld John Luther, verkörpert durch den wunderbaren Idris Elba (der aktuellen Gerüchten nach im Gespräch für die Rolle von James Bond ist), ist ein gebrochener und emotional aufgewühlter Polizist, der mehr als trotz seiner Intelligenz mehr als nur einmal die Gesetze umgeht um Tätern auf die Spur zu kommen. Was zunächst klingt als wäre es der Plot einer weiteren beliebigen Krimiserie, dem kann ich sagen, er irrt. Denn dieses Serie ist gerade wegen der wunderbaren Charaktere Gold wert. Sei es der labile John Luther, der nach einem Zusammenbruch versucht seine Ehe zu retten, seine Ex-Frau, die noch Gefühle hat oder ihr neuer Partner. Und als ob diese Konstellation nicht schon genügend Zündstoff bieten würde, gerät Luther beruflich immer wieder in Schwierigkeiten mit seiner Chefin, Kollegen oder der internen Dienstaufsicht. Mehr möchte ich hier nicht spoilern, aber gerade weil alle agierenden Personen glaubwürdig und keineswegs wie Statisten mit Aufgaben für den Plot wirken, ist es spannend den Entwicklungen zu folgen. Alles hat einen realistischen Unterton und stets wird auf glattpolierte Verläufe und Wendungen verzichtet.

Daher kann und möchte ich die Serie jedem ans Herz legen, der Hollywood leid ist und nicht mehr auf die vierte Staffel Sherlock warten möchte :D!

Neuer Alienfilm!

Vor einiger Zeit kursierten Bilder im Netz, die District9-Schöpfer Neil Blomkamp über seinen Twitteraccount veröffentlicht hatte. Darauf zu sehen waren Designvorlagen und Entwürfe für seine Vision eines Films im Alien-Universum, denn wie er mitteilte, hatte er tatsächlich Interesse an dieser Arbeit. Aus verschiedenen Gründen wurde aber nichts daraus, was viele bestürzte, denn die gezeigten Artworks machten einen sehr guten Eindruck. Blomkamp, der sich mit seinem Sci-Fi-Drama District9 in die Herzen vieler Fans katapultierte schien wie der perfekte Mann, das in die Jahre gekommene Franchise aus der Versenkung zu retten.

Jetzt wurde offiziell bekanntgegeben, dass es diesen Film geben wird. Zur Handlung ist noch nichts bewusst und damit ist unklar, ob er sich vor Alien 1 aber nach Prometheus, bzw. dem geplanten Sequel einreiht oder ob er nach den Ereignissen von Alien 4 ansetzt. Viel mehr als die Concept-Arts und die Bestätigung haben wir derzeit nicht, aber ich bin mir sicher, dass der südafrikanische Regisseur die perfekte Wahl ist.

Übernächste Woche startet sein neuster Film Chappie in den deutschen Kinos und ich bin nach der Enttäuschung mit Elysium mehr als nur gespannt, wie sich die Dramödie um eine künstliche Intelligenz mit einem Bewusstsein macht. Denn der kritische und reflektierende Ansatz ist es, der District9 zu einem so guten Film gemacht hat, weswegen ich mir wünsche, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat. In Chappie spielt auch Xenomorph-Veteranin Sirgourney Weaver mit, die laut eigenen Aussagen großen Einfluss auf Blomkamps Entscheidung für einen Alienfilm hatte. Blicken wir also neugierig in die Zukunft.

Ein Buch mich zu knechten

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte zu meiner Schreiberei an sich verlieren, denn das ist bisher von mir eher still umgangen worden. Ich habe nunmehr ein paar Kapitel für Dunkle Pfade (Zum Glück nur ein Arbeitstitel) geschrieben, bin mir aber im Unklaren, ob das alles gut ist. Ich mag meinen Stil nicht und fühle mich gefangen in routinierten, sich ständig wiederholenden Satzfragmenten. Dabei wollte ich doch etwas rundes und wunderbares zu Papier bringen, stattdessen schleudere ich absatzweise leere Phrasen umher ohne einen echten Bezug zu entwickeln. Manchmal bin ich geneigt das alles in die Tonne zu werfen und aufzugeben. Mir selbst eingestehen, dass ich einfach nicht dazu tauge etwas lesbares zu produzieren. Vielleicht sind das auch nur die ganz normalen Zweifel mit denen sich jeder im meiner Situation auseinander setzen muss. Zunächst werde ich mich zwingen am Ball zu bleiben und wer weiß, vielleicht lässt sich diese Phase überwinden.