100 Tage Unfug schreiben

Die Sonne lacht, mein Fieber scheint weg, der Kaffee schmeckt vorzüglich. Alles in allem ein sehr gelungener Start in den Tag. Dazu kommt noch, dass ich heute ein Jubiläum zu verbuchen habe, denn seit exakt 100 Tagen schreibe ich täglich 750 Wörter. Das macht insgesamt 75. 000 Worte, die beinahe willkürlich zu Sätzen geformt werden. Da ich das ganze als eine Art Schreibübung begonnen habe, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und ausführen, was mir der Aufwand gebracht hat. Denn machen wir uns nichts vor, jeden Tag einen zusammenhängenden Text zu zaubern ist aufwändig und raubte mir mehr als einmal den letzten Nerv.

Eigentlich hatte ich vor, alle Texte auf meinem Blog hier zu veröffentlichen. Könnt ihr euch das vorstellen? Dann wäre ich heute bei 100 Beiträgen von jeglicher Qualität. Sowohl furchtbar und kaum lesbar als auch interessant und gut geschrieben. Alles lässt sich hier finden. Angefangen habe ich mit einer Aufstellung der kommenden Superheldenfilme bis 2020. Das war für den Start ganz gut, denn da war ich im Thema. Zu jedem Projekt habe ich ein paar Fakten zusammen getragen und meine Meinung dazu preisgegeben. Nur fiel mir schnell auf, dass die Informationsdichte gerade für den Bereich ab 2017 oder später mehr als dürftig ist. Deswegen habe ich damit aufgehört. Aus heutiger Sicht auch keine blöde Idee, denn wirklich interessant ist das nur für Nerds und die wissen alles, was da steht.

Nach ein paar sehr durchwachsenen Texten ging ich dazu über mir Kurzgeschichten aus den Rippen zu leiern. Als Basis dienten einzelne Sätze aus irgendwelchen Büchern im Regal. Auf diesem Satz entwickelte ich eine Geschichte, oder einen kurzen Text. Manche sind dabei geblieben, andere wurden über die Tage zu Mehrteilern. Dunkle Pfade hat mir dabei sogar so viel Spaß gemacht, dass ich die Geschichte in ein Buch packen möchte. Das ist auch der Grund, wieso nicht alle Beiträge hier auf dem Blog zu finden sind. Manche liegen ordentlich abgelegt in einer Word-Datei und warten auf Vollendung. Auch wenn Dunkle Pfade (Arbeitstitel) eine Fantasygeschichte ist und ich dem Genre in Buchform wenig abringen kann, macht es mir doch zu viel Freude, die Welt, ihre Personen und den Plot zu entwickeln.

Damit wären wir auch schon bei dem Punkt auf den ich hinaus wollte: Was ich gelernt habe. Texte gehen mir nach den ersten drei Sätzen wesentlich leichter von der Hand. Ist der schwierige und meist holprige Start gemacht, dann läuft der Rest eigentlich gut. Natürlich gibt es dann und wann Aussetzer, aber die haben mit Sicherheit selbst die Profis. Ich denke ich habe ein gewisses Selbstvertrauen erlangt, weswegen ich nicht pauschal alles lösche, wenn es nicht perfekt ist. Fehler oder besser Sätze, Absätze oder ganze Texte mit denen ich nicht zufrieden bin, lasse ich ebenso stehen, wie die, die ich richtig gut finde. Auch auf der Arbeit fällt es mir leichter Sätze, beispielsweise in E-Mails, zu formulieren. Das war es ja auch, was ich erreichen wollte. Die Freue an Worten, das Konstruieren von Sätzen und erzeugen von Klangwelten hat mich schon immer interessiert, nur war ich meistens nicht mutig genug, wirklich zu bloggen. So gerne ich auch wollte. Die leere weiße Seite, der streng blinkende Cursor, meine eigene Erwartungshaltung… Da habe ich es lieber gelassen anstatt etwas aufs Papier zu bringen. Durch den auferlegten Zwang, habe ich jetzt nicht mehr die Wahl. Am Ende müssen 750 Wörter stehen, ganz egal wie. Ich zwinge mich also zu Mut, zu Selbstvertrauen und vielleicht entdecke ich ja ungeahnte Talente. Wer kann das schon sagen.

Mein Schreibstil ist noch lange nicht perfekt, aber gerade im Vergleich zwischen den ersten Gehversuchen und den neueren Exemplaren fällt auf, dass sich doch einiges getan hat. Sie wirken runder, nicht länger abgehackt und blutleer (mein neues Lieblingswort). Früher hatte ich starke Probleme meine Gedanken in Schriftform zu kanalisieren. Es fiel mir schwer Thesen und Behauptungen auszuführen, Gedankengänge vielleicht in 2-3 Sätzen mit anderen Worten zu umschreiben oder Beispiele anzubringen. Durch das Limit von 750 Wörtern, war ich gezwungen, eben genau das zu tun, denn sonst hätte ich sehr schnell Probleme bekommen. Und an manchen Tagen hatte ich die auch.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich hundemüde war, weil ich sehr schlecht geschlafen habe. Jedes Wort war eine Qual. Buchstabe um Buchstabe quälte ich mich durch den Text und das Ergebnis ist auch entsprechend. Aber ich habe es durchgezogen und darauf kommt es an. Insgesamt habe ich das Texten mittlerweile in meinen Alltag integriert und auch die Liebste ist sich dessen bewusst. Ich bin stolz und froh, dass ich es bis hierhin geschafft habe und freue mich auf die nächsten 100. Und wer weiß, vielleicht habe ich zum Ende des Jahres mein Buch fertig. Auch wenn ich das nicht glaube 😀

Mehr als eine Woche – Meine Woche

Es ist mal wieder so weit. Es folgt der unregelmäßigste Wochenrückblick aller Zeiten, der nicht nur alles behandelt, das niemanden interessiert, sondern obendrein auch noch vollkommen subjektiv ist. Deshalb spitzt die Lauscher und poliert die Sehhilfen. In dieser Woche sind ein paar spannende (subjektiv ist das Stichwort) Dinge passiert, denen ich nun ein paar Zeilen widmen möchte. Vollkommen untypisch beginnen wir mal beim Montag.

Kingsman

Die Liebste und ich waren seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder im Kino. Die guten Cinemaxxgutscheine wollen schließlich mal verwendet werden. Gesehen haben wir Kingsman – The Secret Service, eine Comicadaption mit sehenswerter Besetzung. Der Trailer war eher solala aber da nichts anderes lief und die Kritiken ziemlich gut waren, hatten wir auf einen Montag Abend kaum etwas zu verlieren. Da ich mich an anderer Stelle schon sehr ausführlich dazu geäußert habe, hier lediglich ein kurzer Abriss: Das Ding knallt, rockt, ballert und macht ordentlich Laune. Wer Kick-Ass mochte, Samuel L. Jackson in einer seiner spaßigsten Rollen sehen will und auf Unterhaltungskino jenseits testosterongeschwängerter Car-Porns steht, dem sei Kingsman wärmstens empfohlen.

Von wegen Kindergeburtstag

Dienstag hatte dann die Liebste Geburtstag und ich habe mich ordentlich ins Zeug gelegt. Nach den verpatzten Vorjahren, war das auch zwingend notwendig. Also habe ich die Wohnung hübsch gemacht, mit tollen Geschenken aufgewartet und schlussendlich sogar noch einen Kuchen gebacken, der wider Erwarten lecker war. Einziger Nachteil: Vermutlich werde ich jetzt häufiger Backen müssen. Aber was tut man nicht alles.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte war der gefeierte Geburtstag im kleinen Kreis am Freitag. Statt der üblichen ca. 1000 Gäste waren nur 6 Leute eingeladen. Alles sollte klein, gemütlich und überschaubar bleiben. Eine weise Entscheidung wie ich finde, denn es war ein unglaublich spaßiger und unterhaltsamer Abend. Es wurde viel gelacht, alle haben sich angeregt unterhalten und die Spiele, ja Spiele, die gespielt wurden waren toll. Ich hatte den Eindruck, dass alle froh waren, dass keine laute Musik zu überschwänglicher Party animieren wollte. Der gemütliche Rahmen entsprach wohl allen, was ich nicht zuletzt unserem Alter zuschreiben möchte. Aber das ist mein subjektiver Eindruck. Und Partys mochte ich noch nie sonderlich gerne. Überwiegend, weil ich beim Tanzen aussehe als würde ich ein Kalb gebären.

Der Anfang als Ende

Mittwoch war es dann endlich so weit. Ich ging wieder arbeiten. Und es war, nun ja, durchwachsen. Nach sieben Monaten Arbeitslosigkeit, deren Urlaubsgedanke sich schon noch wenigen Wochen vollständig abnutzte, war die Erwartungshaltung für den neuen Job enorm. Er sollte mich ausfüllen, intellektuell fordern, mir wieder soziale Kontakte versprechen und nicht zuletzt auch etwas Geld in die ausgemergelte Kasse spülen. Mit jeder Bewerbung, jedem Gespräch und jeder Absage wuchs mein Ideal von diesem erstrebenswerten Zustand der Beschäftigung. Und wie die Realität es manchmal so will ist das Wunschdenken irgendwann nicht mehr tragbar. Genau das passierte nämlich am Mittwoch. Es fällt mir schwer genau zu benennen, was es war, aber es entsprach nur in Teilen meinen Hoffnungen und Wünschen, was allerdings ausschließlich an mir lag. Denn obwohl es eine Rückkehr an einen mir bekannten Arbeitsplatz war, kam mir alles fremd und ungewohnt vor.

Allerdings nehme ich stark an, dass es eine Weile braucht, bis ich mich wieder vollkommen an das Konstrukt der Arbeit gewöhnt habe. Früh aufstehen, mich fertig machen, Bahn fahren etc. all das muss sich wieder einspielen. Auch muss ich die Einarbeitungsphase hinter mich bringen, damit ich vollständig tätig bin. Sicher wird sich dadurch vieles verändern. Es mag sich nicht so anhören, aber ich bin da guter Dinge.

Zum Schluss noch was für die Augen

Diese Woche habe stechen mir zwei Dinge besonders ins Auge, die ich auf meiner neuen Lieblingsplattform Netflix gesehen habe. Zum einen die SitCom Modern Family und der neuste Bondstreifen Skyfall. Beginnen wir mit Letzterem:

Zugegeben, ich bin kein sonderlicher Freund von Daniel Craig in der Rolle des 007 und daran konnte keiner der bisherigen Filme etwas drehen. Leider. Gestern hab ich also endlich den umjubelten Skyfall gesehen und muss wieder sagen, dass es das nicht war. Während die alten Bonds irgendwie Charme und Witz hatten, wirkt Craig bzw. der ganze Film für meinen Geschmack zu ernst und bewusst böse. Einzig der Antagonist, erzeugt etwas Spannung, wenn auch nur sehr kurz. Neben wohl kalkulierter und völlig überzogener Action bietet der Film vor allem eines: Szenen die bei mir ein fettes HÄH??? hervorriefen. Ein Beispiel? Ich hab sogar zwei (und Spoiler!!!!):

1. Seine Komplizin, Kollegen, was auch immer besucht ihn aus fadenscheinigen Gründen im Hotel. Er ist am Rasieren. Nach einem kurzen und ausgesprochen plumpen Dialog übernimmt sie seine Rasur und er knüpft ihr die Bluse auf. Keine Andeutung, dass da was zwischen den beiden lief oder der gewohnt charmante Umwerbungsversuch. Nix… Er hätte auch gleich fragen können ob sie Bock auf Ficken hat, das wäre ähnlich gewesen.

2. Nachdem er dem Antagonisten auf dessen Insel begegnete, forderte dieser ihn auf ein Glas Whiskey von Kopf des Bondgirls zu schießen. Da wir bereits gesehen haben, dass der einst so taffe Agent nicht mehr in Bestform ist, wissen wir, dass die Nummer schief gehen wird. Was auch passiert. Darauf erschießt der Gegenspieler die Frau und erst dann kommt Bond mit einem lässigen Move aus der Situation. Leider gibt es für mich keinen nachvollziehbaren Grund, weswegen die Frau erst sterben musste, denn er hätte denselben Move auch vorher ausführen können. Aber nein, Bond lässt schon zum zweiten Mal jemanden sterben, ehe er eingreift. Das ist nicht dramatisch oder spannend, das ist albern.

Alles in allem ist der Film jetzt nicht pauschal schlecht. Er ist nur einfach nicht gut. Vor allem wenn man sich Craig näher anschaut und feststellt, dass er so langsam aber sicher zu alt ist. Aber wie so oft ist meine Meinung in der starken Minderheit. Einzig positiv ist die Openingsequenz samt Titellied von Adelé, wofür sie zu Recht mehrfach ausgezeichnet wurde. Der ganze Rest verfällt leider in derartiger Mittelmäßigkeit, dass ich mich noch immer nicht dazu durchringen konnte den ersten Teaser für den kommenden Streifen zu schauen. Was sich wohl auch nicht ändert.

Für Modern Family ist jetzt kein Platz mehr. Dazu äußere ich mich dann beim nächsten Mal.

Ich hasse mein Leben – Ein Zyniker sieht rot

„Nabend zusammen!“, rief ich genervt, während ich die Haustür vorsichtig aufstieß. Dabei balancierte ich zwei Alditüten und einen Karton Milch auf meinem Knie. Alles nur einen winzigen Hauch davon entfernt ein buntes Bild moderner Kunst auf dem schicken grünen Teppich abzugeben. Da ich nichts hörte, versuchte ich es erneut. „Nabend! Ich bin zuhause und könnte durchaus Hilfe gebrauchen.“ Mein Ton wurde schärfer. Ich hasste es, wenn diese faulen Säcke absichtlich so taten, als würden sie mich nicht hören. Nur weil sie keinen Bock hatten mir zu helfen. Wäre schließlich nicht das erste Mal. Ich fragte mich, wieso ich die beiden überhaupt bei mir wohnen ließ.

Arschlöcher…

Auf dem kurzen Weg in die Küche rammte ich mir den Fuß am Türrahmen. Und zwar mit Schmackes. So richtig schön den großen Onkel in die Kante gehauen. Vor Schreck jaulte ich laut auf, lies die Tüten unsanft fallen und verfluchte Gottheiten, an die ich nicht glaubte. „So eine verfickte Scheiße. Ich dreh durch.“ Aus einer der Tüten war ein hässliches Knirschen, auf das ein lautes Schmatzen folgte. Ich rechnete mit dem Schlimmsten. „Verflucht nochmal.“ Und dann noch ein paar unverständliche Wortfetzen hinterher. Ich hüpfte auf dem noch heilen Fuß umher, während ich versuchte die restlichen Einkäufe bei minus behalten. Vergeblich . Eine Milchtüte löste sich aus der ohnehin schlecht verbauten Konstruktion und klatschte mir erst auf den Fuß, dann auf den Boden.

Argh!!!!

Während leise die weiße Flüssigkeit aus dem Karton plätscherte und auch der Rest der Einkäufe den Duft der Freiheit atmen wollen, fragte ich mich, wie hoch wohl die Chancen dafür standen, dass eine Tüte aus dieser Höhe ohne Schwung auf Teppich derartig aufplatzt, dass die Spritzer überall in der Küche zu finden waren. Enttäuscht und frustriert setzte ich mich auf den Boden. Natürlich landete ich dabei genau in der dunklen Pfütze, die sich um die Milch gebildet hat. „Yay!“, sagte ich leise zu mir und legte den Kopf auf die Knie. Das war es dann wohl mit dem Abendessen!

Manchmal hasste ich mein Leben. Meistens an Tagen, wie diesen; Tage die mit einem Arschtritt beginnen und einem deftigen Schlag in die Magengrube aufhören. Ich hatte heute bereits genug Stress auf der Arbeit. Kundenservicehotline für Lebensversicherungen, der wohl entwürdigenste Job der Welt. Denn eigentlich machte ich nichts anderes als mich ständig anpöbeln zu lassen, für Dinge, die ich nicht verbrochen habe. Beispielsweise rief mich eine Kundin an um mir zu sagen, dass ich die Ausbildung ihres Sohnes verzockt hätte. Meine Jacht wäre der Grund, wieso er keinen guten Job finden würde. Sie schrie, kreischte und jammerte. Von Zeit zu Zeit ließ sie ein seichtes Schniefen hören, dass umgehend von einer Welle aus Schimpfworten abgelöst wurde. „Hören Sie,“ fing ich an, „nehmen wir einfach mal an, sie haben Recht. Nehmen wir an, ich habe die Kohle ihres Sohnes verzockt und in eine Jacht gesteckt. Meinen Sie nicht auch, dass ich dann einen anderen Job machen würde als mich von Kunden beschimpfen zu lassen? Sind sie nicht auch der Meinung, dass es bessere Wege gibt Geld zu verdienen? Bei denen man Menschlichkeit und Würde noch achtet?“ Sie schwieg. „Ich will mal ganz ehrlich zu ihnen sein.“, fuhr ich fort. „Wir wurden beide betrogen. Denn von dem Geld, dass sie nicht mehr haben, habe ich jetzt auch nichts. Und dass obwohl ich mir von Ihnen genau das vorwerfen lasse. Wie finden Sie das?“ Sie schwieg weiter. Statt etwas zu sagen, schnaubte sie nur übertrieben laut in die Hörmuschel. „Haben Sie das verstanden?“, wollte ich wissen. Doch sie behielt es sich vor nicht zu antworten. „Nun, ich biete ihnen folgendes an. Ich gebe ihnen die Anschrift meines Chefs, sie fahren hin und holen sich ihr Geld zurück. Wie finden Sie das?“

Stille

„Mehr kann ich ihnen wirklich nicht anbieten. Also, er wohnt in der Rabenstraße 23 in Hamburg. 2. Stock, bei Ottmayer.“ Noch während ich breit grinsend weiterredete, sah ich meinen Chef. Hinter mir. Und was er tat war nur entfernt mit einem Lächeln zu beschreiben.

Ich hasse mein Leben

Und nun saß ich da, Gefahr laufend, demnächst Quark im Hosenbein zu erzeugen und fühlte mich furchtbar. „Wa… Wa… Was… iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisssssssssssst de-de-denn loooooooooooooooos?“ Günther betrat den Flur. Langsam. Sehr, sehr langsam. „Häh?“, entgegnete ich durch meine Knie ohne den Kopf anzuheben. „Wa-wa-wa-wa-…“ „Was hier passiert ist?“, unterbrach ich ihn genervt. Ich war heute nicht in der Stimmung für diese Unterhaltungen. Meine Nerven lagen blank und meine Geduld war am Ende. Beides hätte ich für ein Gespräch mit Günther, meinem Mitbewohner, gebraucht. Allem vorran, weil mein Gegenüber neben seinem Stottern auch noch derart lahm sprach, dass Blumen parallel verwelken würden, ehe er einen Satz zu beenden versucht. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, sonst liebe ich unsere Unterhaltungen samt ihrem Tiefgang, nur eben nicht heute. Hier und jetzt, tief in leicht angetrockneter Milch sitzend.
Nicht mein bester Tag, das erwähnte ich ja bereits. „J-j-j-j-ja genau!“

„Ich komm hier rein, völlig überladen, rufe um Hilfe und was denkst du passiert, huh?“ Schweigen. Seine schrumpelligen Augen sagten Alles. Verlegen blickte er auf den Teppich, wo sich aus einer Tüte ein feines Rinnsaal aus Schoko – Himbeer-Eis bildete.
„Hab ich mir gedacht! Meine beiden Mitbewohner, ach was sag ich, die beiden, die bei mir wohnen dürfen, weil ich ein großmütiger und netter Kerl bin, ignorieren mich einfach. Der Rest ist eine Mischung aus mangelndem Geschick und unglücklichen Zufällen.“ Die aufgeplatzte Milchtüte gluckste, dann ergoss sich auch der letzte Rest über dem Teppich. „Och Kinder, was ist denn hier schon wieder passiert?“ grunzt es aus dem Off. Ich blicke mich um, konnte aber niemanden sehen, auch wenn ich genau wusste, wem die Stimme gehörte. „Was für eine Sauerei das schon wieder ist… Dabei hab ich die Küche doch gestern erst geputzt.“ Kopfschüttelnd stapfte Hans um die Ecke und starrte mich verächtlich an. „Gestern?“, fragte ich ironisch, wissend, dass ich die Küche gestern geputzt habe und er nur korrigierte und Anweisungen gab. „Es reicht wohl nicht, dass du hier reinplatzt, als wärst du Heidi Klum auf neuen Stilletos, nein, dann musst du auch noch lautstark kreischen wie ein Mädchen, weil du dir dein zartes Füßchen stößt.“ Er schüttelte verständnislos den runden Kopf. „Du wohnst hier nicht alleine, mein Lieber. Ist dir das bewusst?“ Dabei hielt er sich einen Huf an die Stirn und seufzte. „Ich brauche doch meinen Schönheitsschlaf!“

Ich rollte die Augen. Diesen Vortrag hatte ich schon unzählige Male gehört. Und war ihn leid. „Du bist ein Schwein.“, entgegnete ich. „Du brauchst keinen Schönheitsschlaf.“ „Oder er hilft nicht!“ fügte ich in Gedanken hinzu. Hans riss die kleinen Knopfaugen auf und versuchte zu knurren. Heraus kam aber nicht mehr als ein Grunzen und heiße Luft. „Das nimmst du sofort zurück!“ Dann rümpfte er die Nase und tippelte zurück in sein Zimmer. „Ich mach das jedenfalls nicht weg. Nur das du’s weißt! “ Damit hämmerte er seine Tür zu. Kurz darauf war lediglich ein dumpfes Schluchzen zu vernehmen. Fast gleichzeitig schüttelten Günther und ich den Kopf. Wahrscheinlich dachten wir sogar dasselbe, schließlich war es nicht das erste Mal, dass so etwas passierte.

„U-U-Unfasssbar!“, mampfte er und machte  allmählich kehrt. „Wohl wahr! Wohl wahr.“ Und dann mehr zu mir als zu ihm: „Ich mach das dann alleine weg?“ Allerdings war er schon wieder im Wohnzimmer verschwunden. „Typisch!“, dachte ich mürrisch und raffte mich auf. Obwohl mein Fuß pulsierte, als würde er nur auf den richtigen Moment zum Platzen warten, machte ich mich daran, dass Chaos zu beseitigen, den Milchfleck bestmöglich trockenzulegen und nicht länger daran zu denken, was für Mitbewohner ich doch hatte.

Etwas später lagen Günther und ich auf der Couch und zappten stumpf durchs Programm. „Nichts. Nichts. Nichts. Weiter. Nächster. Weiter…“, murmelte ich, während mein Daumen in stetig gleicher Frequenz die kleine gelbe Taste auf der Fernbedienung drückte. Ich wollte es nicht zugeben, aber ich schaute längst nicht mehr darauf, was lief. Stattdessen drückte ich die bunten Bildchen pauschal einfach weg. Günther widersprach nie, also nahm ich an, dass er ebenfalls kein Interesse an einem bestimmten Programm hatte. „Worauf hast du denn eigentlich Lust?“, fragte ich in die Stille. Gemächlich drehte er den Kopf zu mir, blinzelte in einer Geschwindigkeit, dass ich zunächst davon ausging, dass er einschlafen würde. „W-W-W-W-Weiß nicht. B-B-B-B-Buch?“

Ihm ging sein Stottern selbst auf den Keks, weswegen er immer dann, wenn er überhaupt keine Lust hatte zu reden nicht mehr sagte, als nötig. „Du willst was lesen? Echt jetzt?“, erwiderte ich. „Ich nehme mal an, du meinst nicht die Facebook-Timeline.“ Ich atmete tief durch und schnitt Günther seine noch unausgesprochene Frage ab. „Schon gut! War nur ein Scherz. Aber ein Buch… ich weiß ja nicht.“ Ich wusste schon, aber das wollte ich nicht zugeben. Lesen lag mir nicht. Fast 30 Jahre mediale Unterhaltung zerstörten meine Fähigkeit mir Dinge vorzustellen komplett. Das ging so weit, dass ich lediglich Bücher las, bei denen ich die Verfilmung bereits gesehen hatte. Fantasie war da nicht mehr nötig, Erinnerungen reichten völlig aus.

Mir lag der Gedanke fern, dass ich meinen Abend vor einem toten Baum mit Druckerschwärze verbringen sollte. „Etwas Bildung würde dir nicht schaden.“ In mir stieg Wut auf. Plötzlich hasste ich das alte Reptil. Zum einen, weil er die unnötigen Sätze schnell und ohne Stottern herausbrachte, zum anderen, weil er recht hatte. Ich konnte Bildung gebrauchen. Schon seit Jahren hatte ich keine Nachrichten mehr gelesen oder eine Zeitung in der Hand gehabt. Außer um witzige Drohbriefe an meine Nachbarn zu schreiben. Dafür schnitt ich verschiedene Buchstaben aus und klebte sie auf einen Zettel. Ich hielt mich dabei für unfassbar kreativ und witzig. Einer meiner Briefe sah so aus:

Hallo Herr Meyer,

ich finde es bemerkenswert, dass sie gerne in den Klamotten ihrer Frau einkaufen gehen, aber bitte ziehen sie sich beim nächsten Mal Unterwäsche an.

Danke

Adressiert natürlich an Frau Meyer!

Ich liebte es Streitigkeiten zu entfachen. Dank der dünnen Wände hier im Haus, konnte ich beinahe allen Unterhaltungen folgen, ohne das die Nachbarn es merkten. Traumhaft. Manchmal machten wir daraus eine Wg-Veranstaltung. Günther mampfte wahlweise Salat oder altes Brot, Hans hingegen Chips, bizarrer Weise am liebsten mit Baconaroma, aber hey, wer würde da urteilen.
Über die Jahre hatte ich allerlei Absurditäten miterlebt, was kümmerte mich da der Hauch von Kannibalismus aus der Tüte?
Hans blieb den ganzen Abend in seinem Zimmer. Wahrscheinlich war er immer noch beleidigt. „Mir egal. Der kriegt sich schon wieder ein“, dachte ich und sah mich augenblicklich wieder mit meinem eigenen Problem konfrontiert. Bücher
Es war mir unangenehm, denn Günther hatte absolut recht. Ich verwahrloste geistig vollkommen. Selbst einfachste Dinge begannen mit anzustrengen, selbst meine Faulheit nahm immer weiter zu. Wenn sich ein Begriff oder eine Erklärung nicht auf Anhieb googlen ließ, war sie nicht wichtig genug. Weitere Nachforschungen strebte ich nicht an, ganz im Gegenteil. Manchmal vergaß ich auf halber Strecke, was ich eigentlich wissen wollte. Also schaute ich fast schon automatisch bei Facebook nach. Dort scrollte ich dann ein bis zwei Stunden durch die Timeline ohne auch nur einen Beitrag zu lesen oder gar zu öffnen. Schrecklich.
In einem Anflug von heroischer Selbstüberschätzung sprang ich von der Couch auf. „Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Schluss mit der Faulheit, Schluss mit dem Rumgehocke und vor allem Schluss mit dem dreckigen Fernseher! “ Wutentbrannt sprang ich auf, hechtete zum bunten Flimmerkasten und packte ihn an den Ecken, als wollte ich ihn anheben. „Mach die Tür auf, das Teil fliegt jetzt raus!“ Günther war sichtlich perplex und schaute mich nur ungläubig an. Dann rollte er die Augen und stieß einen vielsagenden Seufzer aus. „Wirklich?“, zischte er. „Du erwägst also allen Ernstes die Beendigung deiner vielversprechenden Fernsehkarriere durch das martialische Entsorgen des Endgerätes?“ Darüber musste ich nachdenken. Wie immer eigentlich, wenn er derart eloquent daher kam, denn wie immer hatte ich kein Wort verstanden. „Häh?“, blaffte ich zurück. Erst jetzt fiel mir auf, wie schwer der Fernseher war. Mit knallrotem Kopf ließ ich den 50″er fallen, wo er ein lautes Knacken von sich gab. „Uhh…“, dachte ich und sog kräftig durch den spitzen Mund. „Das klang hässlich!“
Es dauerte nicht lange, bis die bislang verschlossene Tür zu Hans sich öffnete und ein einsamer Schweinekopf heraus lugte. Er rümpfte den Rüssel, als könnte er der Luft etwas entnehmen, dass niemand sonst bemerken würde. „Was ist hier los? Warum der Krach? Seid ihr noch ganz dicht?“
Entnervt zuckte ich mit den Achseln, während Günther lediglich den Kopf schüttelte. Den Blick auf den Boden gerichtet, sagte er: „Es ist nichts von Belang. Der Spinner hatte nen Anflug von Selbstverwirklichung und wollte sich des Fernsehers entledigen. Seine schwache Brust ließ er dabei gänzlich außer acht.“ Dann formte sein runzeliger, kleiner Kopf ein schelmisches Grinsen. Sicher kam er sich gerade super schlagfertig vor.
„Oh mein Gott!“, krakelte Hans, wobei er das ‚O‘ besonders in die Länge zog. „Was ist das nur für ein Kerl… Ständig etwas neues in Der Birne…“
Vor meinem inneren Auge stellte sich der rosa Vierbeiner auf und stemmte sich einen Huf in die speckige Hüfte. Er redete wie eine dieser Model-Anwärterinnen, die sich benehmen, als wären sie längst reich und berühmt. Hans trug zwar keine Schminke, aber das war für den Eindruck auch nicht notwendig.
„Macht nur so weiter! Macht nur so weiter!“ Grummelig drehte ich mich um. „Ihr seid mir ja ein schöner Haufen Freunde. Könntet mir zur Seite stehen, mich bei meinem Lebenswandel unterstützen, aber nein, ihr mault nur rum und macht euch lustig. Klasse. Genau sowas wünscht man sich. Ernsthaft.“ Zwar konnte ich mich dabei nicht sehen, aber ich bin mir sicher, dass ich männlich die Augenbrauen hochzog.

Immer wieder sonntags…

So langsam sollte ich geübt sein im Verfassen spannender Einleitungen, aber irgendwie nicht. Mag vielleicht mit der viel zu kurzen Nacht und meiner allgemeinen Sonntagsmüdigkeit zusammen hängen. Richtig einladend ist dieser Frühling bisher nämlich leider nicht. Es kann aber auch schlichtweg an meinem mangelnden Talent liegen. Darüber zu urteilen, obliegt meinen Lesern. Dennoch möchte ich mich kurz sammeln und die Ereignisse meiner Woche in ein paar Worten niederschreiben.

Wolverine macht Schluss

Gestern sorgte Hugh Jackman mit einem Post in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. „One last time“. So lauteten seine verheißungsvollen Worte. Gemeint ist damit natürlich die ikonischste Rolle seiner Karriere, der grummelige Wolverine. Bereits 7 Mal war er als der Mutant aus den Reihen der X-Men auf der großen Leinwand zu sehen. Nun soll mit dem nächsten Film endgültig Schluss sein. Bedenkt man Jackmans Nachricht von vor einigen Wochen, in der er mitteilte,  die Rolle bis zum Ende zu spielen, könnten wir durchaus mit dem Tod des nahezu unsterblichen Wolverine rechnen. Das Netz überschlägt sich bereits mit Theorien, möglichen Storys und welcher Film denn nun der nächste sein wird. Denn es wird einen Solo – Auftritt geben, soviel ist klar. Allerdings würde das bedeuten, dass in dem kommenden Apokalypse, wo wieder die versammelte Mannschaft ausfläuft, der grantige Kanadier mit Abwesenheit glänzt. Ich persönlich finde das garnicht schade, denn so langsam bin ich den Charakter leid. Sein Ausscheiden bietet anderen interessanten Mutanten; von denen es bei Weitem genug gibt; Raum und macht die Geschichten wieder etwas Vielseitiger. Warten wir also ab, was da kommt.

Der Arbeitslosigkeit sein Ende

Ja, es ist vollbracht. Aus, Schluss Ende und vorbei. Der Onkel wird nicht länger bis in die Puppen pennen, Pfandflaschen sammeln und mit den anderen Arbeitslosen im Park abhängen. Ich bin endlich wieder in Lohn und Brot wie man so schön sagt. Dieser Eintrag ist mein Letzter, bevor am Mittwoch der Ernst des Lebens zurückkehrt. Nein, mal ganz im Ernst. Es ging mir mit der Zeit so richtig auf den Keks, untätig zu sein. Zwar habe ich versucht meine Freizeit zu nutzen, habe viele Serien, Filme und Spiele nachgeholt und mir auch den Raum genommen, mir über vieles Gedanken zu machen. Meistens erfolgreich, es gab nach der gescheiterten Selbstständigkeit ja auch genug Um nicht vollkommen abzudriften, habe ich aber immer versucht einen normalen Tagesablauf zu erhalten. Früh aufstehen, tagsüber fleißig sein und abends entsprechend müde, wieder rechtzeitig zu Bett gehen. Wollen wir mal hoffen, dass das ausreichend ist. Neben meiner Vorfreude, Körper und Geist wieder einem besseren Zweck zu widmen, bin ich auch etwas skeptisch. Schließlich habe ich mir vorgenommen jeden Tag 750 Worte zu schreiben, im Idealfall für mein Buch, nur habe ich dazu nun täglich acht Stunden weniger Zeit. Wir werden sehen, was das bedeutet. Zumindest bin ich geneigt, mich reinzuhängen. In Beides.

Zwitschert ein Vögelchen…

Ich habe jetzt Twitter. Keine sonderlich spannende Neuigkeit, aber als Freund des Internets, war es nur eine Frage der Zeit. Lange habe ich mich gegen den Trend verwehrt, habe weder Notwendigkeit noch Spaßfaktor verstanden. Zu verwirrend kamen mir all die Bezeichnungen und Kürzel vor. So ein durchschnittlicher Tweet kann recht kryptisch wirken. Das schreckte mich bisher ab. Aber jetzt war es an der Zeit, der Sache eine zweite Chance zu geben. Account erstellt und was soll ich sagen… Ich liebe es. Nicht, dass ich wirklich spannendes beizutragen hätte, darum geht es mir nicht. Aber als Sammelstelle für Informationen und Nachrichten, gibt es in meinem Spektrum nichts besseres. Die Geschwindigkeit ist unglaublich. Durch die Verschlagwortung mittels Tags bietet eine tolle Verkettung von Tweets, die Informationen zu bestimmten Informationen kombinieren. Es ist in Windeseile möglich aus verschiedenen Quellen Fakten, Vermutungen und Wissenswertes zu erhalten. Natürlich auch viel Unfug, ist ja schließlich das Internet.

Zu guter Letzt der ganze Rest

Und was ist sonst noch so passiert? Das Wichtigste zuerst: Bloodbourne ist seit einigen Tagen auf dem Markt und sprengt derzeit alle Tests und Reviews. Das ist auch der Grund für die neu angelegte PS4-Kasse. Jeder Euro, der zu viel ist, wandert dort hinein und vielleicht ist es ja bald so weit. Für das Buch habe ich mich viel mit Perspektiven und Erzählweisen auseinandergesetzt. Leider scheitere ich gerade im Moment gerne Mal an der Motivation. Im Kopf habe ich zwar Ideen und irgendwie auch Lust zu schreiben, aber kaum habe ich das Notebook gezückt und das Dokument zeigt mir den blinkenden Cursor, schon ist alles weg. Mehr mühevoll als spaßig arbeite ich mich durch meine täglichen Texte, ohne so wirklich Erfolg zu haben. Hoffentlich ist das eine Phase, die auch recht schnell wieder verfliegt. Sonst wird das nichts mit dem Buch bis Ende 2015. Und das wäre doch schade.

Meine Woche und ich!

Viel ist passiert in den letzten Tagen. Über die Ereignisse, die mir am ehesten im Kopf hängen geblieben sind, möchte ich heute schreiben. Soweit ich das beurteilen kann, ist von allem ein wenig dabei. Sogar Superhelden könnten spontan wieder zum Thema werden. Doch zunächst ein paar Worte zum aktuellen Stand meiner „Autorenfähigkeiten“. Anführungszeiten deshalb, weil ich mir extrem komisch vorkomme, das was ich mache als das Handwerk eines Autoren zu betiteln. Aber das ist vermutlich eine andere Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden.

Schreiberei

An und für sich läuft es eigentlich ganz gut, aber anhand der ganzen Einschränkungen merkt der geneigte Leser sicher, das das nur die halbe Wahrheit ist. Irgendwie komme ich an fast allen Baustellen nicht mehr weiter. Meine Figuren sind nicht durchdacht und wirken auf mich plump und konstruiert. Die Dialoge, die ich bisher so habe sind gestelzt und überhaupt nicht interessant. Ebenso verhält es sich mit dem Storyverlauf an sich, denn ich habe keinen roten Faden, nichts zu erzählen und irgendwie auch keine Ahnung, worauf all das hinauslaufen soll. Schlüssig bin ich mir lediglich darüber, dass ich 3 Schicksale miteinander verknüpfen möchte. Hinter jedem Handlungsstrang verbirgt sich ein menschliches Problem. Davon habe ich aktuell nur für „den König“ eine Idee, wie das aussehen könnte. Grob gesagt, ist er ein zu gutgläubiger Mensch, der wegen seiner Naivität in die Prämisse gerät, sich zwischen die Rivalität seines besten und ältesten Freund, und seinem inzwischen erwachsenen Adoptivsohn entscheiden zu müssen. Beide buhlen um die Gunst des Königs, ohne das dieser es merkt und trifft letztlich eine folgenschwere Entscheidung, die das Leben aller Verändern wird. In Aidens Fall, geht es um seine Vergangenheit und die Gegenwart, zwischen denen er steht ohne wirklich eine Wahl zu haben. Für March hingegen habe ich noch nichts gefunden, hoffe aber täglich, dass mir etwas Interessantes einfällt.

Naja, soweit ich weiß ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, nur lassen mich die aktuellen Ereignisse daran zweifeln, dass überhaupt einer in mir wohnt. Dafür ist mir im Rahmen der Schreiberei aufgefallen, dass ich zu Metal nicht mehr wirklich arbeiten kann. Zum Bahnfahren oder so ist die Mucke weiterhin der Hit, aber wenn ich mich fokussieren soll, womit ich unfassbare Schwierigkeiten habe, dann ist neuerdings klassische Cello-Musik die Wahl der Stunde. Der liebliche Klang zwischen Violine und Bass ist für mich der perfekte Kompromiss zwischen Trauer und Freude. Musik gewordene Melancholie, genau wie ich es mag. Wunderbar.

Neuerungenschaft der Woche

Ja, ich weiß, ich habe „Schaft“ gesagt. Mal wieder sind zwei Jahre vorbei und mein Mobilfunkanbieter war so frei mir einen besseren Vertrag zu vermachen. Deswegen habe ich neuerdings nicht nur ein geiles Telefon, sondern auch den Streamingdienst Netflix. Die Liebste und ich schauen in letzter Zeit eh überwiegend Serien und weniger Filme, meistens, weil es einfacher ist, immer Nachschub vorhanden ist und somit die langwierige Entscheidungsphase ausfällt. Auch ist die Ausbreitung der Charaktere in Serien deutlich besser, als in Filmen, alleine schon wegen der Zeit. Deswegen können Miniserien für vieles die bessere Lösung sein, um allem die nötigen Freiräume zu geben. Bestes Beispiel: Harry Potter. 7 Staffeln, pro Schuljahr eine mit jeweils 12 Folgen. So ist genug Raum um vollkommen in die magische Welt eintauchen zu können, Nebenfiguren zu etablieren und allem einen gewissen Einklang zu verleihen. Gerade letzteres hat mir den Spaß an den Filmen ziemlich verdorben, denn ohne die Kenntnisse aus den Büchern (freundlichst mitgeteilt von der Liebsten), verstand ich viele Zusammenhänge nicht, was Schade ist.Aber das nur als Tipp für irgendwen, der sich der Sache nochmal annehmen möchte.

Jetzt da ich also über das monströse Serienprogramm von Netflix verfüge, habe ich Diverses zum Probieren und den Anfang durfte eine Superheldenserie nehmen, über die ich zwar schon viel gelesen habe, jedoch nichts gesehen. Arrow heißt das gute Stück und erzählt die Geschichte von Oliver Queen, der als neuzeitlicher Robin Hood, die Fehler seines Vaters ausbügeln will. Ich kenne die Vorlagen nicht wirklich, sondern nur in einigen Bezügen, aber bisher hat es mich gepackt. Erwartungsgemäß sind viele Dialoge recht cheesy und auch die physikalische Logik bleibt gelegentlich auf der Strecke, dafür weiß der Rest zu überzeugen und hält den Zuschauer bei Laune. Auch wenn ich noch ganz am Anfang, ca. Mitte der ersten Staffel, freue ich mich schon auf alles was da noch so kommt. Und auch viele andere Serien gibt es zu entdecken. Alleine um mir die Wartezeit bis Avengers 2 zu vertreiben, aber das ist wohl nochmal ein anderes Thema.

Zum Schluss möchte ich noch ein kurzes Wort an den Gott der Scheibenwelt, Terry Pratchet, verlieren, dessen Tod mich irgendwie bedrückt hat. Ich danke dir für meine Zeit mit Gevatter Tod, seinen Stundengläsern und den Kätzchen, die er so mag. Danke für so viele Ideen, so viel Zauber und Fantasie. Danke für die Scheibenwelt und ihre Bewohner. Mögest du deinen Frieden finden und einen besonderen Platz erhalten, denn du hast die Welt ein klein wenig besser gemacht.