Ein Tag mit Hang zur Besserung

Es ist mal wieder so weit. Die Woche ist rum, Spotify trällert mir klassische Musik um die Ohren und ich resümiere, was mich in den letzten Tagen so umgetrieben hat. Zusammengefasst brachten die letzten sieben Tage für mich vor allem zwei Erkenntnisse: Bleib dir treu, du hast es dir verdient und komm in die Gänge. Aber vielleicht fange ich vorne an und erkläre dem  geneigten Leser, was denn los war. So ganz nebenbei erwähne ich heute mal keine Superheldenfilminfos. Gibt zwar Themen, aber ich muss mich ja nicht immer darauf beschränken.

Wie ich gelernt habe mir treu bleiben zu dürfen

Klingt eigentlich recht banal, oder? Ich würde es jedoch nicht aufführen, wenn dem so wäre. Sich selbst treu zu bleiben ist eine Kunst, die man sich im Laufe des Lebens erarbeiten muss. Für den einen mag das leicht von der Hand gehen, während manch anderer auf größere Schwierigkeiten trifft. In meinem Fall bin ich bei dem Versuch meine eigenen Interessen zu wahren, sie zu bestätigen und zu erfüllen, auf die größte Bedrohung überhaupt gestoßen: Mich. Denn neben der Tatsache, dass ich ein Skeptiker, ein Zweifler und eine Zyniker bin, stehe ich mir vor allem selbst im Weg.

So kam es auch, dass ich nach einem Vorstellungsgespräch am Donnerstag ernste Zweifel an meiner eigenen Mündigkeit entwickelt habe. Was darf ich mir, im Kontext betrachtet, erlauben und was nicht? Darf ich wählerisch sein und mich gegenüber machen Optionen verschließen? Würde ich meine engsten Vertrauten (weil beim Rest sind mir Ansichten und Meinungen nicht so wichtig), allen voran meiner Liebsten enttäuschen, wenn ich nicht jede Chance ergreife und wahrnehme? Daran hatte ich wirklich zu knabbern, denn etwas zu machen, nur um den Status Quo zu verändern erscheint tatsächlich nur auf den ersten Blick als wirkliche Option. Weiter gedacht lege ich mir so nur Steine in den Weg für andere, vielleicht bessere Möglichkeiten, sofern es die gibt.

Denn da wären wir schon bei der Kehrseite der Medaille angelangt: Liegt der Glaube an die Verbesserung nicht in unserem tiefsten Wesen? Der Wunsch nach mehr, nach schönerem, nach innigerer Erfüllung und Seelenfrieden? Plagt uns nicht alle diese Unruhe, das „mehr“ sei irgendwo da draußen? Eine bislang unergriffene Chance, die sich uns bietet, sobald wir danach greifen, wenn wir nur den Mut und den Willen haben sie zu finden? Genau diese Gedanken blühten zum besagten Zeitpunkt in mir auf und ich wusste mir nicht zu helfen. Mein Unterbewusstsein und ich hatten sich mal wieder in eine Pattsituation manövriert, beide hoffend, dass ich den Karren aus dem Dreck ziehen würde.

Letzten Endes kam ich zu der Überzeugung, dass beides richtig ist, denn natürlich gibt es „die eine große Chance“ da draußen, die nur darauf wartet ergriffen zu werden. Der Gedanke daran treibt uns an und eröffnet vieles, dass eben nur wegen dem Streben nach diesem „mehr“ möglich war; oder kurz: der Weg ist das Ziel. Zugegeben, Phrasengedresche, aber leider nicht falsch und somit vollkommen angebracht. Ich habe für mich selbst beschlossen, meine Möglichkeiten zu wählen, aber dabei nicht stoisch an Neuem und Fremden vorbeischauen, sondern offen zu sein, für alles was da kommt. Nur achte ich darauf, mich nicht zu verkaufen, mir selbst treu zu bleiben und nach meinen Ansichten zu handeln. Ich bin guter Dinge, dass ich so langfristig am besten fahre.

Komm in die Gänge

Meiner Arbeitslosigkeit geschuldet, leide ich praktisch an einer gewissen Unterbeschäftigung. Lange habe ich den Verlust von sozialen Kontakten auf der Arbeit unterschätzt. Je länger ich die meiste Zeit alleine verbringe, desto mehr fällt mir auf, wie dringend nötig ich sie habe. Genauso steht es mit Erlebnissen und Erfahrungen. Ohne Arbeit, fehlt Geld und unsere Gesellschaft gibt ohne finanzielle Mittel nur sehr wenig interessantes her. Seit ich kein Auto mehr habe, sogar noch weniger.

Aber gerade weil ich mich als Autor versuche, auch wenn mir die Bezeichnung vor dem erfolgreichen abliefern eines Werkes übertrieben vorkommt, bin ich auf unterschiedlichste Eindrücke angewiesen. Das bildhafte Nacherzählen fiktiver Ereignisse erfordert neben Fantasie auch ein reichhaltiges Wissen über die verschiedensten Dinge, wie Gerüche, Gefühle und spannende Orte. Um Welten zu schaffen, muss ich zunächst welche gesehen haben. Nur so kann meine kreative Ader etwas neues und aufregendes erzeugen. Meine bisherigen Kapitel waren gerade in dieser Hinsicht sehr oberflächlich und distanziert geschrieben, was ich zukünftig verbessern möchte.

Dazu habe ich mir fest vorgenommen, jedes Wochenende mindestens einmal mit meiner Liebsten etwas Neues zu probieren und zu erleben. Heute waren wir beispielsweise im Süden Hamburgs in einem historischen Freiluftmuseum für alte Bauernhäuser, gefolgt von einem Besuch im angrenzenden Wildpark. Und obwohl das an sich kein wirklicher Garant für Euphorie ist, sprudeln die Ideen und Verbesserungsvorschläge nur so aus mir heraus. Ich hoffe mehr davon, führt auch zu besseren Ergebnissen, damit auch mein schärfster Kritiker mit dem Buch was anfangen kann.

In diesem Sinne,

schönen Sonntag noch!

KW 9 von und mit mir!

Neue Woche, neues Glück. Was ist diese Woche so alles passiert?Zunächst habe ich gestern schon die zweite Ausgabe meines neuen Formats „Film der Woche“ versäumt, wofür ich mich zumindest ein bisschen schäme. Allerdings führe ich hier kurz meinen Unfilm der Woche auf, den ich gestern Abend gesehen habe. Dann ist Leonard Nimoy alias Mr. Spock im Alter von 83 Jahren verstorben und ich hatte mein erstes Vorstellungsgespräch an einem Samstag. Zum Schluss noch ein paar Worte zu meiner Schreiberei (wofür ich dringend einen anderen Namen brauch :D)! Also auf gehts:

Lucy

Fangen wir seicht an. Sehr seicht, denn der Film ist eines der dümmsten Machwerke der letzten Jahre und ich hab den zweiten Twighlight gesehen. Es geht darum, dass die Protagonistin, gespielt von der wunderbaren Scarlett Johansson, nach einer durchzechten Nacht zu einem Deal mit zwielichtigen Asiaten genötigt wird. In der Konsequenz der Ereignisse pflanzen sie ihr einen Beutel mit einer neuartigen, synthetischen Droge in den Unterleib, den sie ins Ausland schmuggeln soll. Durch unschöne Gewalteinwirkung reißt der Beutel in ihrem Körper auf und ihr Organismus bekommt die volle Dröhnung ab. Großer Vorteil: Lucy kann mit dem Mittel auf mehr als die üblichen 10% ihres Gehirns zugreifen, was ihr ungeahnte Fähigkeiten verleiht. Und spätestens ab da dreht der Film derartig durch, dass man mit Kopfschütteln nicht hinter herkommt. Während der ähnlich klingende „Limitless“ mit Bradley Cooper im Verlauf der Handlung erörtert, wie man mit überdurchschnittlicher Intelligenz handeln könnte, wird aus Lucy eine Art X-Men. Einzig die Weltraumsequenzen sehen noch ganz passabel aus und lassen zumindest optisch ein wenig Licht ins Dunkel, denn nicht nur die Story ist unglaubliche Grütze. Auch die Schauspielleistung von ScaJo und Morgan Freeman, die ich beide sehr mag, ist furchtbar. Von den Actionsequenzen auf B-Movie Niveau will ich gar nicht anfangen. Den Film braucht wirklich niemand, lasst da also bloß die Finger von.

Leonard Nimoy

Schade irgendwie. Nach einer Lungenerkrankung ist der gute Mr. Spock vor 2 Tagen verstorben. Viel kann ich da eigentlich nicht zu sagen, denn ich kannte ihn lediglich als Schauspieler und auch da nur in seiner bekanntesten Rolle. Aber genau das macht es schwierig, denn damit ist eine Kindheitserinnerung gestorben und ein wenig traurig stimmt mich das schon. Ansonsten könnte ich nur wiederkäuen, was der Rest des Internets schon gesagt hat, was ich lasse.

Beruflich und so

Gestern hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch an einem Samstag und irgendwie ist es ein merkwürdiges Gefühl. Aber es war gut, weil ich anscheinend einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Nächsten Donnerstag will man sich erneut mit mir treffen und wenn ich mich nicht komplett falsch anstelle, dann könnte ich morgen in einer Woche schon anfangen. Nach den Monaten der Arbeitslosigkeit kann ich mir wenig vorstellen, dass ich lieber täte. Die Position und die Firma um die es geht werde ich nicht näher ausführen, aber ich wage mich in neue Bereiche vor, die ich bislang eher vermieden habe. Ich denke gerade für meine Persönlichkeitsentwicklung ist dieser Schritt genau der richtige, also drückt mir die Daumen.

Meine Schreiberei

Letzte Woche habe ich mich ja über meinen schlechten Stil beklagt und einen gefühlten Downer, was meine Motivation angeht. Liegt vermutlich daran, dass ich mit meiner Geschichte an vielen Enden in Situationen bin, wo mir bisher noch keine Auflösung eingefallen ist. Daran krankt mein Schreibfluss ein wenig, weswegen ich mich auf andere Sachen stürze. Totgeweiht beispielsweise, eine Geschichte um einen Teenager, der durch einen Unfall, bei dem seine Mutter schwer verwundet wird, mit dem Tod und der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert wird. Hier auf der Seite habe ich bislang fünf Teile veröffentlicht und werde damit weiter machen, wenn mir für Dunkle Pfade nichts mehr einfällt. Da beide Storys sehr unterschiedlich sind, glaube ich nicht, dass ich mir selbst kreatives Potential abgrabe. Wirklich schwer tue ich mir weiterhin mit Dialogen, denn alles was meine Figuren sagen klingt roboterhaft und unglaubwürdig, vielleicht sogar albern. Vermutlich werde ich hier einfach noch etwas im Internet und bei der Konkurrenz stöbern müssen um zu lernen, wie so etwas besser geht. Eine andere Idee wäre es, Gespräche aus dem echten Leben aufzunehmen und schriftlich festzuhalten. Gut möglich, dass ich dadurch ein Bild davon bekomme, wie gesprochenes Wort, geschrieben aussehen kann. Mal sehen wer sich dazu bereit erklärt.

Final warte ich noch auf die ersten Reaktionen zu meinen Skript, dass mein Bruder derzeit zum Lesen hat. Natürlich ist das noch sehr grob und unausgereift, da einige Kapitel sich widersprechen, aber es geht im Großen und Ganzen um den Stil und die Richtung in die es geht. Im Laufe dieser Woche sollte ich mein Feedback erhalten. Bleiben wir also geduldig :D!

Ein bisschen (Welt-)frieden

Heute möchte ich mal mit einer Frage beginnen: Wozu steht ihr morgens auf? Was treibt euch an, die wohlige Bettwärme zu verlassen und der Welt die Stirn zu bieten? „Arbeit“ werden die meisten darauf entgegnen, denn es ist der tägliche Wecker, der uns müde zu unseren Jobs nötigt. Damit möchte ich nicht unterstellen, dass Arbeit keinen Spaß machen kann, aber in dem Moment, wenn der Wecker den neuen Tag einläutet, wird sicher niemand das Bett gerne verlassen. Und all das nur um Geld für das eigene Leben beschaffen. Für manche gerade genug, dass es zum Sterben zu viel ist, für andere hingegen scheint das Sammeln von Nullen hinter der Eins auf dem Kontoauszug wie eine Sucht. Egal zu welcher Gruppe man sich zählen mag, die meisten behalten das was sie haben für sich.

Geld macht angeblich nicht glücklich, wird zumindest immer wieder behauptet, doch wenn ich mich im öffentlichen Leben aufhalte, gibt es kaum etwas, dass nicht direkt oder indirekt an Bezahlung gekoppelt ist. Also befinden wir uns in einem gesellschaftlichen Kreislauf, bestehend aus Geld verdienen und Geld ausgeben, welches andere verdienen um es hoffentlich wieder auszugeben. So sieht es auch die ideale Marktwirtschaft, doch was macht das mit uns Menschen? Wozu führt diese undurchdringliche Parabel des Geldes? Zu überzogenem Egoismus.

Jeder ist sich selbst der nächste, achtet nur auf die eigenen Bedürfnisse und bemüht sich mehr oder weniger legal diese zu befriedigen. Manche gehen dabei über Leichen, andere werden ihr Ziel schlichtweg nie erreichen. Die Zahnräder jedoch drehen sich weiter und weiter. Tag um Tag ein wenig mehr, denn so funktioniert eine Konsumgesellschaft. Was wir nicht haben, wollen wir kaufen und dazu brauchen wir Geld. Viel Geld und vor allem mehr Geld als der blöde Nachbar mit dem neuen Benz, der nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter 2 Wochen Urlaub mit der Familie macht.

Neid ist eine schreckliche Eigenart der Menschen. Ohne anthropologische Kenntnisse zu haben unterstelle ich mal, dass sie dazu diente, unsere Rasse stets nach mehr streben zu lassen. Denn wenn wir etwas wollen, was wir nicht haben, müssen wir zusehen wie wir es bekommen. Hat der Nachbar ein tolles Auto, will ich auch eins. Hat er ein schickes Haus, muss ich renovieren. Hat er die geilere Frau… Ihr wisst worauf ich hinaus will. Oft vergessen wird dabei jedoch, wie sehr wir uns als soziale Intelligenz voneinander entfernen. Unsere Mitmenschen verkommen zu notwendigen Übeln auf dem Weg zur eigenen Verwirklichung. Trittbretter der Karriereleiter und vermutlich ist das auch die Ursache des allgegenwärtigen Burnouts.

Und genau das ist es, was unsere Leistungsgesellschaft hervorgebracht hat: Egoisten und ausgebrannte Zweifler in der Mitte ihres Lebens. Wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich auch keine Anzeichen, dass sich irgendetwas daran ändert; ganz im Gegenteil. Aber ich habe einen Vorschlag, der vieles verbessern würde, wenn auch nicht unumst0ßlich das Problem löst. Ich sage, besinnt euch wieder auf eure Menschlichkeit. Nehmt andere wahr, hört auf ihre Sorgen und scheißt auf Hab und Gut.

Ich bin fest davon überzeugt, dass in uns allen Gutes steckt, wir das nötige Potential in uns haben, aber nicht nutzen. Stellt euch einfach folgendes Szenario vor: Wo früher jeder zunächst an sich gedacht hat, ist es seine Aufgabe für das Wohl seiner Mitmenschen zu sorgen, darauf zu achten, dass es ihnen gut geht und sie sich keine Sorgen machen müssen, ähnlich dem, was eine Mutter für ihr Kind tut. Bringt jene Fürsorge, die ihr üblicherweise an euch selbst praktiziert habt zu den Menschen, die ihr liebt. Sie werden es euch danken.

In der Konsequenz würde sich nämlich nicht nur ein Mensch um dich kümmern, sondern mehrere. Sie achten darauf, dass du hast was du brauchst, keinen Hunger leidest und gesund bleibst – körperlich und geistig. Alles, das du bisher schon tust, nur vielfach potenziert. Wenn du siehst, dass es jemandem schlecht geht, hilf ihm, zeig ihm etwas Nächstenliebe, schenk ihm ein Lächeln oder eine Umarmung. Meistens reicht das aus um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Alle sehnen sich nach Weltfrieden, aber kaum einer ist bereit bei sich selbst damit anzufangen.

Historisch betrachtet sind Kriege und Leid die Folge der oben beschriebenen Verhaltensweisen. Aber mal ganz ehrlich, fiktive Grenzen ändern nichts daran, was für ein Mensch du bist. Der Name deines Landes oder der Gott deiner Religion bestimmen nicht wer du bist. Denn du hast jeden Tag die Chance selbst zu bestimmen, wer du sein möchtest. Du kannst jedes Mal, wenn du den Wecker ausschaltest ein Arschloch sein oder ein guter Mensch. Du musst nur den Mut und die Motivation dazu haben, die Welt besser machen zu können.

Letzte Woche aus der Sicht von mir (KW 8)

Es ist mal wieder soweit. Spotify bedient die Bedürfnisse meiner Ohren, der Lüfter meines Notebooks erfüllt den Raum mit einem lieblichen Surren und ich resümiere die vergangene Woche. In den letzten Rückblicken habe ich mich sehr auf Film und Fernsehen beschränkt. Dies möchte ich zukünftig ändern, indem ich auch meine Gedanken, Ansichten und/ oder Erfahrungen teile, denn im ursprünglichen Sinne ist ein Blog nichts anderes als ein virtuelles Tagebuch für all jene, die eine exhibitionistische Veranlagung haben. Meine Hoffnung ist es, mich dadurch mehr mit mir selbst zu beschäftigen und mir eine Möglichkeit der Reflektion zu schaffen. Ob mir das gelingt wird sich zeigen :)!

Serienentdeckung: Luther

Geht es euch auch manchmal so, dass amerikanische (oder amerikanisierte) Krimiformate irgendwie wirken wie ein John Woo Actionfilm? Die kompliziert verschachtelten und verworrenen Fälle, werden spektakulär und lässig von viel zu glatten, coolen Ermittlern gelöst und der Zuschauer fühlt sich um seine Spannung betrogen? Interessantes Storytelling, Charaktere über die man mehr erfahren möchte und Situationen, die ohne Weiteres der Realität entsprechen könnten sind meistens Fehlanzeige. Ganz anders kommt da die britische Serie Luther herbei.

Der Titelheld John Luther, verkörpert durch den wunderbaren Idris Elba (der aktuellen Gerüchten nach im Gespräch für die Rolle von James Bond ist), ist ein gebrochener und emotional aufgewühlter Polizist, der mehr als trotz seiner Intelligenz mehr als nur einmal die Gesetze umgeht um Tätern auf die Spur zu kommen. Was zunächst klingt als wäre es der Plot einer weiteren beliebigen Krimiserie, dem kann ich sagen, er irrt. Denn dieses Serie ist gerade wegen der wunderbaren Charaktere Gold wert. Sei es der labile John Luther, der nach einem Zusammenbruch versucht seine Ehe zu retten, seine Ex-Frau, die noch Gefühle hat oder ihr neuer Partner. Und als ob diese Konstellation nicht schon genügend Zündstoff bieten würde, gerät Luther beruflich immer wieder in Schwierigkeiten mit seiner Chefin, Kollegen oder der internen Dienstaufsicht. Mehr möchte ich hier nicht spoilern, aber gerade weil alle agierenden Personen glaubwürdig und keineswegs wie Statisten mit Aufgaben für den Plot wirken, ist es spannend den Entwicklungen zu folgen. Alles hat einen realistischen Unterton und stets wird auf glattpolierte Verläufe und Wendungen verzichtet.

Daher kann und möchte ich die Serie jedem ans Herz legen, der Hollywood leid ist und nicht mehr auf die vierte Staffel Sherlock warten möchte :D!

Neuer Alienfilm!

Vor einiger Zeit kursierten Bilder im Netz, die District9-Schöpfer Neil Blomkamp über seinen Twitteraccount veröffentlicht hatte. Darauf zu sehen waren Designvorlagen und Entwürfe für seine Vision eines Films im Alien-Universum, denn wie er mitteilte, hatte er tatsächlich Interesse an dieser Arbeit. Aus verschiedenen Gründen wurde aber nichts daraus, was viele bestürzte, denn die gezeigten Artworks machten einen sehr guten Eindruck. Blomkamp, der sich mit seinem Sci-Fi-Drama District9 in die Herzen vieler Fans katapultierte schien wie der perfekte Mann, das in die Jahre gekommene Franchise aus der Versenkung zu retten.

Jetzt wurde offiziell bekanntgegeben, dass es diesen Film geben wird. Zur Handlung ist noch nichts bewusst und damit ist unklar, ob er sich vor Alien 1 aber nach Prometheus, bzw. dem geplanten Sequel einreiht oder ob er nach den Ereignissen von Alien 4 ansetzt. Viel mehr als die Concept-Arts und die Bestätigung haben wir derzeit nicht, aber ich bin mir sicher, dass der südafrikanische Regisseur die perfekte Wahl ist.

Übernächste Woche startet sein neuster Film Chappie in den deutschen Kinos und ich bin nach der Enttäuschung mit Elysium mehr als nur gespannt, wie sich die Dramödie um eine künstliche Intelligenz mit einem Bewusstsein macht. Denn der kritische und reflektierende Ansatz ist es, der District9 zu einem so guten Film gemacht hat, weswegen ich mir wünsche, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat. In Chappie spielt auch Xenomorph-Veteranin Sirgourney Weaver mit, die laut eigenen Aussagen großen Einfluss auf Blomkamps Entscheidung für einen Alienfilm hatte. Blicken wir also neugierig in die Zukunft.

Ein Buch mich zu knechten

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte zu meiner Schreiberei an sich verlieren, denn das ist bisher von mir eher still umgangen worden. Ich habe nunmehr ein paar Kapitel für Dunkle Pfade (Zum Glück nur ein Arbeitstitel) geschrieben, bin mir aber im Unklaren, ob das alles gut ist. Ich mag meinen Stil nicht und fühle mich gefangen in routinierten, sich ständig wiederholenden Satzfragmenten. Dabei wollte ich doch etwas rundes und wunderbares zu Papier bringen, stattdessen schleudere ich absatzweise leere Phrasen umher ohne einen echten Bezug zu entwickeln. Manchmal bin ich geneigt das alles in die Tonne zu werfen und aufzugeben. Mir selbst eingestehen, dass ich einfach nicht dazu tauge etwas lesbares zu produzieren. Vielleicht sind das auch nur die ganz normalen Zweifel mit denen sich jeder im meiner Situation auseinander setzen muss. Zunächst werde ich mich zwingen am Ball zu bleiben und wer weiß, vielleicht lässt sich diese Phase überwinden.

Ein Wochenrückblick – ja, schon wieder :D

Und schon wieder ist eine Woche vergangen. Schon beängstigend, wie schnell Zeit vergehen kann, wenn man sie nicht bewusst ausnutzt. Die letzten sieben Tage sind kaum merklich vorüber gezogen und ich muss recht intensiv nachdenken, was seit meinem letzten Rückblick alles passiert ist. Es gab ein paar Teaser, eine interessante Diskussion über Helden und eine längst überfällige Serie:

Firefly

Vor den mächtigen Avengers hatte Regisseur Joss Whedon schon diverse andere Projekte abgeliefert. Nicht umsonst bezeichnet man seine Arbeit „von und für Nerds“. Neben dem eben erwähntem Superheldenteam, hatte er bereits Buffy – the vampire slayer und die Space-Cowboy-Serie Firefly umgesetzt. Gerade letztere wurde in meinem Umfeld immer mal wieder erwähnt und die popkulturellen Referenzen sind weitreichend. Nicht zuletzt weil Hauptdarsteller Nathan Fillion selbst ein ziemlicher Nerd ist.

Funfact: Sein Kultstatus brachte ihm sogar einen sehr versteckten Cameo-Auftritt im erfolgreichen Guardians of the Galaxy ein.

Wieso ich gerade diese Woche von diesem ollen Schinken anfange? Nun ja, es hat schon ein paar Folgen gebraucht bis ich mit dem Mix aus Western und Sci-Fi warm geworden bin. Aber gerade diese auf dem Papier absurd wirkende Mischung hat in der generischen Serienlandschaft einen außergewöhnlichen und  frischen Charme, der viel Spaß bereitet.

Natürlich sind die Effekte aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß und wirken häufig billig, aber die unterhaltsamen Geschichten rund um die Crew der Serenity lassen darüber hinweg sehen. Die Charaktere sind mit viel Liebe geschrieben und durchweg interessant, ebenso die Zusammensetzung der einzelnen Folgen. Jede Figur bekommt Raum sich zu entfalten und den Zuschauer zu verblüffen.

Aktuell habe ich nur noch das letzte Viertel der einzigen Staffel vor mir und bin schon ein wenig traurig, dass dieser Serie nicht mehr Zeit und Raum gewährt wurde. Aber das gehört wohl zur Maschinerie, Herzensprojekte opfern um Handlungsmassaker wie Prison Break oder Heroes zu erhalten. Kleiner Einschub: Die jeweils ersten Staffeln beider Serien waren toll, aber danach ging es stetig bergab und wurde ziemlich albern. Nach vier Staffeln war dann für beide Schluss.

Heroes – Teaser

Wo wir gerade beim Thema sind, die „Superhelden“ sofern man sie als solche bezeichnen kann, kommen zurück. Vor einiger Zeit gab das Studio bekannt, dass die Serie Heroes wieder aufgelebt werden soll. Wirkliche Informationen zur Handlung, eventuellen Darstellern oder ähnlichem zu Heroes – Reborn, gibt es derzeit kaum. Vor ein paar Tagen wurde lediglich ein kurzer Teaser veröffentlicht in dem wir Noah Bennet und zwei unbekannte Gesichert entdecken können. Meine Meinung zum Ende der Serie habe ich ja etwas weiter oben schon erklärt. Demnach bin ich skeptisch ob das reanimieren in diesem Fall wirklich funktioniert.

Daredevil Teaser

Und weil wir gerade bei Teasern sind, gab es diese Woche endlich den ersten bewegten Minitrailer zur Serienadaption des blinden Daredevil. Über die verpatzte Version mit Ben Affleck brauchen wir an dieser Stelle kein Wort verlieren, dass Internet ist voll mit allem, was es dazu zu sagen gibt. Um so erfreulicher war da die Nachricht, dass Marvel sich die Rechte am Mann ohne Furcht zusammen mit dem ebenso unbeliebten Ghostrider zurückgekauft haben. Und weil DC im Serienmarkt derzeit die Nase mit Schwergewichten wie Arrow, dem Spin-Off Flash und neuerdings Gotham, vorn hat, plant Marvel in den nächsten Jahren mit einer Großoffensive nachzuholen. Neben Agents of Shield und Agent Carter geht auch Daredevil demnächst über die heimischen Bildschirme. Die ersten Bilder der Netflix – Produktion sehen wesentlich ernster aus, als es der Film von 2003. In den Comics ist Matt Murdoc tatsächlich eher ein ernster Vertreter und somit hoffe ich, dass die Wiederbelebung in diesem Fall fruchten wird. Abwarten ist angesagt.

Alte und neue Helden

Zu guter Letzt bin ich gestern eher zufällig in eine Diskussion auf moviepilot geraten. Dabei ging es darum, dass Chris Pratt als neuer Schwarzenegger gehandelt wird. Vermutlich muss ich niemandem erklären, welchen „Shitstorm“ diese These aufgeworfen hat. Die darauf folgende Unterhaltung in der Kommentarsektion zeugte vor allem von der Verteidigung der Kindheitshelden. Und da liegt der Hund begraben.

Wenn ich mit meiner Freundin heute alte Filme ansehe, versuche ich ihr zu erklären, dass sie diese in der Zeit, zu der sie erschienen sind beurteilen sollte. Denn technisch und erzählerisch ist Star Wars längst nicht mehr zeitgemäß, aber damals war beides bahnbrechend. Jeder, der diese Filme in seiner Kindheit gesehen hat, wird sie noch heute lieben. Mit den Helden der Action-Ära; und nichts anderes waren die 80er; verhält es sich genauso. Diese Jahrzehnt hat den Actionfilm etabliert und gestaltet, eine Sache, die es so schnell nicht wieder geben wird. Die Idole, die diesen Filmen entsprungen sind, leben noch heute, obwohl einige mächtig am eigenen Ast sägen… Stallone überlegt mal wieder als Rocky in den Ring zu steigen, Schwarzenegger ist der Oneliner-Action nicht müde und Bruce Willis will nach dem desaströsen 5. Die Hard tatsächlich noch einen weiteren machen.

So gerne ich deren 80er und teilweise 90er Werke mag, so muss ich auch feststellen, dass solche Filme nicht mehr in diese Zeit passen. Alles entwickelt sich weiter und das sollte auch in der Filmbranche der Fall sein. Damit meine ich jetzt nicht zwingend dutzende Sequels, Prequels und Spin-Offs, sowie 3D-Verschandelung, sondern eine Modernisierung der Erzählung. Alles hat seine Zeit und statt krampfhaft an der Vergangenheit zu klammern fände ich es schöner, sie zu entwickeln um etwas Neues und Aufregendes zu erschaffen… Aber das liegt dann nicht mehr in meiner Hand..

In diesem Sinne,

Schöne Woche zusammen.