Civil War – der Bürgerkrieg der Superhelden

Da tobt gerade noch der „epische“ Kampf der Avengers im heimischen Lichtspielhaus, da erreichen uns ständig neue Details zum neusten Streich aus dem ‚Haus der Ideen‘. Der mittlerweile dritte Teil von Captain America trägt den unscheinbaren Untertitel „Civil War“ und dabei gehen dem Comicfan die Herzen auf, denn das Mega-Event zählt zu einer der spannendsten und weitreichendsten Erzählungen der jüngeren Zeit. Allerdings habe ich nach Age of Ultron eine gewisse Skepsis, dass sich die Russo – Brüder vielleicht übernehmen könnten.

Worum gehts?

Aufhänger des namensgebenden Krieges ist ein missglückter Einsatz junger Superhelden, der vor laufender Kamera Zivilopfer fordert. Empört und zutiefst verunsichert werden Rufe der Bevölkerung laut, die selbsternannten Helden unter Aufsicht zu stellen und sie zu überwachen. Tony Stark, aka Iron Man, arbeitet zusammen mit S.H.I.E.L.D. an einem Gesetz, dass jeden maskierten Helden zur Registrierung bewegen soll und fortan zu einem offiziellen Agenten im Dienste der Regierung macht. Er hofft damit künftig Katastrophen zu verhindern und Menschenleben zu retten. Ein wesentlicher Teil dieser Registrierung ist die Offenlegung der Geheimidentität. Jeder, der sich dieser Anordnung widersetzt, macht sich strafbar und damit zum Feind des Landes.

Captain America, der seine Anfänge im zweiten Weltkrieg nahm, fürchtet um die Unabhängigkeit und moralische Integrität wenn die unterschiedlichen Helden anfangen, die Befehle einer undurchsichtigen Organisation auszuführen, weshalb er sich öffentlich gegen die Pläne seines einstigen Waffenbruders stellt. So entstehen zwei Lager deren Zusammensetzung unterschiedlicher nicht sein könnte, denn die Motivationen jedes Helden sind grundverschieden. Während einige fest an die Motive von Tony Stark glauben, teilen andere die Befürchtungen von Captain America. Und so entbrennt eine Schlacht, die das Marvel-Universum für lange Zeit verändern sollte, denn es gibt Verluste auf beiden Seiten. Vertrauen, Freundschaft und Leben. Alles nimmt ein Ende.

Und wo liegt das Problem?

Hauptsächlich zunächst gibt es zu wenig bekannte Helden, deren Konflikt interessant sein könnte. Die Vorlage zeigt jeden erdenklichen Superhelden und Schurken und beleuchtet kurz dessen Beweggründe. Für die Filmvariante gibt es aber nur eine Hand voll neben Captain America und Tony Stark. Jedenfalls nicht genug um es zu einem Krieg werden zu lassen. Bestenfalls ein Scharmützel, wenn auch mit ordentlich Bumms, wie in der Szene Hulk vs. Hulkbuster bereits zu sehen war. Ich fürchte einfach, dass die Stimmung des Comics, der Bruch mit alten Gepflogenheiten nicht wirklich eingefangen werden kann, denn es gibt kaum Charaktere, deren Schicksal mir wirklich zu Herzen geht. Klar haben wir ein paar Namen auf der Liste und ja, bei einigen wäre ich traurig, wenn sie sterben, aber im großen und ganzen ist mir deren Entwicklung recht gleichgültig.

Ein anderer Grund ist die Zeit. Selbst wenn der Film die mittlerweile üblichen 2 Stunden überschreitet, so bleibt doch recht wenig Screentime um alle Seiten des Konflikts zu beleuchten. Entgegen der üblichen Comicregeln gibt es kein Schwarz und Weiß ebenso kein richtig oder falsch. Lediglich unterschiedliche Ansichten und ein jeder hat sich zu entscheiden. Da es Caps dritter Soloausflug ist, nehem ich stark an, dass wir die Erlebnisse aus seiner Sicht sehen und damit wird Iron Man zum Buhmann. Das wäre sehr schade, denn damit wäre die Story um ihre Vielschichtigkeit beraubt. Civil War wäre ein schönes Beispiel für eine Miniserie, aber das ist ein anderes Thema.

In Age of Ultron sind mir gleich zwei Sachen sehr unschön aufgestoßen. Zum einen ist es die fehlende Konsequenz einen Bösewicht wirklich böse zu machen, denn Ultron wirkte nur im Trailer wirklich bedrohlich. Im Film hingegen war er lediglich ein Kindskopf im Blechmantel, wie Iron Man, nur eloquenter. Hier muss Marvel dringend justieren und mir einen Thanos liefern, der wirklich in der Lage ist, alles und jeden zu vernichten. Allmählich wirkt dieses gut über böse Geplänkel ermüdend. Eine andere Sache wäre das Überraschungsmoment. Hätten wir nicht alle Bauklötze gestaunt, wenn Hawkeye oder Black Widow gegen Ultron den kürzeren gezogen hätten? Wenn sie gestorben wären, ohne Wiederkehr, ohne Hintertürchen. Mausetot? Damit würde allem wieder eine Bedrohlichkeit zugesprochen werden, die ich aktuell leider vermisse. in ‚Civil War‘ gibt es Verluste auf beiden Seiten und ich würde mir sehr wünschen, dass die Verfilmung sich darin ernst nimmt.

Ein anderer Aspekt ist die Sache mit den Geheimidentitäten, denn soweit ich das überblicke weiß die Bevölkerung im MCU über jeden einzelnen Bescheid. In der Vorlage ist das anders, was dem Gesetz eine notwendige Brisanz verleiht Die Entscheidung, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, lässt sich nicht rückgängig machen.

Alles in allem wünsche ich mir, dass der Film der Vorlage gerecht wird und sich vielleicht etwas mehr an der wirklich mutigen Daredevil-Serie orientiert und weniger an dem klamaukigen GotG. Hoffen wir darauf, dass Spiderman seinen Weg in den Plot findet, hoffen wir auf einen sinnvollen Einsatz des Black Panthers. Aber vor allem hoffen wir auf einen guten und spannenden Film.

 

Nerdkram und Kultur – meine Woche in Worten

Die Woche neigt sich dem Ende, während die Sonne heftigen Schauern Platz gemacht hat. Zeit sich mit einem warmen Tee an die Rekapitulation der letzten Tage zu machen. Ich habe ein Buch gelesen, eine Serie beendet, Avengers gesehen und die ersten Gehversuche in Bloodborne gewagt. Aber wie so oft, alles der Reihe nach. An einem kuscheligen Sonntag sollte man grundsätzlich nichts überstürzen oder sich mit unnötiger Eile plagen. Beginnen wir also ganz gemächlich, Zeit haben wir schließlich genug.

Der kleine Prinz

Wie in so vielen Bereichen, habe ich auch bei Büchern diversen Nachholbedarf. Es gibt aber auch einfach zu viel, das man Lesen, Sehen Hören oder Erleben sollte. Dafür ist das Leben einfach zu kurz. Eines der Werke, die auf der ewig währenden Liste der muss man gelesen haben Bücher verweilt ist Der kleine Prinz. Das französische Kinderbuch, dass binnen kürzester Zeit Kultstatus erlangte, weil die philosophischen Ansichten darin weit über das Kindesalter hinaus Anklang finden. Einige Zeit wehrte ich mich dagegen, fand es albern und unnötig dieses Buch zu lesen, muss aber zugeben, dass ich jetzt, da ich es gelesen habe, froh bin mich geirrt zu haben. Denn es ist toll. Ich denke für jeden ist etwas dabei und jeder kann aus dem einen oder anderen Satz etwas für das eigene Leben ziehen. Zur Handlung gibt es nicht viel zu sagen, es geht mehr um die Ansichten, die beschrieben werden. Etwas, dass man erlebt haben sollte. Mein Satz, ist einer, der das Leben besser beschreibt als irgend ein anderer, einfach nur, weil er wahr ist:

Man muss die Raupen ertragen um die Schmetterlinge zu sehen

Bloodborne

Harter Schnitt! Von dem einen, dass schön ist, zum anderen, das brutal, grausam und frustrierend ist. Das Spiel, auf das ich so lange gewartet habe ist bei mir eingekehrt. Und es ist wundervoll. Grafisch waren die Spiele von From Software noch nie ein Leckerbissen, aber das wollten sie auch nie sein. Vielmehr schaffen sie eine stimmige Welt, eine Atmosphäre, die dichter kaum sein könnte und rätselhafte und gleichzeitig faszinierende Geschichte. So auch in Bloodborne. Ein Spiel, dass es zu meistern gilt. Man macht Erfahrungen, scheitert, lernt dazu, wir besser, scheitert erneut. Nirgendwo sonst ist die Motivationskurve so groß, der Anreiz das scheinbar unüberwindbare zu überwinden, nur um des eigenen Egos wegen. Bloodborne ist das, was Dark Souls II nicht war. Eine echte Neuerung, eine intelligente Weiterentwicklung eines bewährten Konzepts. Die Welt ist blutig, die Kreaturen seltsam, die Schwierigkeit immens. Der Tod lauert überall und diese Gefahr ist spürbar, fast schon real. Die viktorianische Stadt in ihren Schwarz-grau-Tönen zieht jeden sofort in seinen Bann. Man will sie erkunden, ihr ihre Geheimnisse entlocken ohne dabei ein Teil davon zu werden. Naja, dann bin ich noch auf den ersten Boss gestoßen und der hat mir direkt den Arsch aufgerissen. Sicher werde ich das nochmal gesondert behandeln, wenn meine Erfahrungen mehr hergeben als 3 Spielstunden.

Avengers – Age of Ultron

Lange habe ich den Tag herbeigesehnt, bis das Superheldenteam um Captain America und Co. in den Kampf gegen den namensgebenden Superroboter zieht. Der Trailer versprach viel, der Film bot alles und dennoch bleibt eine gewisse Ernüchterung zurück. Die Action war bombastisch und gerade die Startsequenz war toll inszeniert. Allerdings gab es einige Aspekte, die mir zu schnell abgehandelt wurden. Für vieles hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, mehr Erläuterungen und mehr Verbundenheit zum gesamten Gefüge. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass Leser beim Anschauen der Harry Potter- Filme gehabt haben müssen. „Ohne Hintergrundwissen, steigt doch keiner mehr durch.“ Vieles wirkte auf mich wie reiner Fanservice.Der Hulkbuster, die offensichtliche Einführung von Wakkanda als Teil des MCU. Easter Eggs sind eine tolle Sache, aber nur, wenn ich danach suchen muss. Vorgelegt machen sie mir keine Freude und erzeugen mehr das Gefühl, als wollte Marvel da zuviel. Insgesamt war mir einiges zu dünn. Von der wirklich enttäuschenden Mid-Credit-Scene mal ganz zu schweigen. Mir fehlte für die Story der große Bämm, die Überraschung. Vielleicht war ich auch einfach nur meiner eigenen Erwartungshaltung erlegen… Ich hoffte auf  nicht weniger, als ein kleiner Hinweis zu Spiderman oder die lange verleugnete Ankündigung für Planet Hulk. Nach dem letzten Interview mit Marc Ruffalo wäre das ein wirklicher Knaller gewesen, mit dem keiner gerechnet hätte. Doch leider blieb sie aus. Alles in allem ist Avengers AoU ein toller Film, der über seine Spielzeit ohne Längen zu unterhalten weiß, aber irgendwie einen fahlen Beigeschmack mit sich bringt.

Wie so oft, nehme ich mir mehr Themen vor, als ich letztlich abhandeln kann. Vertagen wir die auf ein anderes Mal. In diesem Sinne, schönen Sonntag.

100 Tage Unfug schreiben

Die Sonne lacht, mein Fieber scheint weg, der Kaffee schmeckt vorzüglich. Alles in allem ein sehr gelungener Start in den Tag. Dazu kommt noch, dass ich heute ein Jubiläum zu verbuchen habe, denn seit exakt 100 Tagen schreibe ich täglich 750 Wörter. Das macht insgesamt 75. 000 Worte, die beinahe willkürlich zu Sätzen geformt werden. Da ich das ganze als eine Art Schreibübung begonnen habe, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und ausführen, was mir der Aufwand gebracht hat. Denn machen wir uns nichts vor, jeden Tag einen zusammenhängenden Text zu zaubern ist aufwändig und raubte mir mehr als einmal den letzten Nerv.

Eigentlich hatte ich vor, alle Texte auf meinem Blog hier zu veröffentlichen. Könnt ihr euch das vorstellen? Dann wäre ich heute bei 100 Beiträgen von jeglicher Qualität. Sowohl furchtbar und kaum lesbar als auch interessant und gut geschrieben. Alles lässt sich hier finden. Angefangen habe ich mit einer Aufstellung der kommenden Superheldenfilme bis 2020. Das war für den Start ganz gut, denn da war ich im Thema. Zu jedem Projekt habe ich ein paar Fakten zusammen getragen und meine Meinung dazu preisgegeben. Nur fiel mir schnell auf, dass die Informationsdichte gerade für den Bereich ab 2017 oder später mehr als dürftig ist. Deswegen habe ich damit aufgehört. Aus heutiger Sicht auch keine blöde Idee, denn wirklich interessant ist das nur für Nerds und die wissen alles, was da steht.

Nach ein paar sehr durchwachsenen Texten ging ich dazu über mir Kurzgeschichten aus den Rippen zu leiern. Als Basis dienten einzelne Sätze aus irgendwelchen Büchern im Regal. Auf diesem Satz entwickelte ich eine Geschichte, oder einen kurzen Text. Manche sind dabei geblieben, andere wurden über die Tage zu Mehrteilern. Dunkle Pfade hat mir dabei sogar so viel Spaß gemacht, dass ich die Geschichte in ein Buch packen möchte. Das ist auch der Grund, wieso nicht alle Beiträge hier auf dem Blog zu finden sind. Manche liegen ordentlich abgelegt in einer Word-Datei und warten auf Vollendung. Auch wenn Dunkle Pfade (Arbeitstitel) eine Fantasygeschichte ist und ich dem Genre in Buchform wenig abringen kann, macht es mir doch zu viel Freude, die Welt, ihre Personen und den Plot zu entwickeln.

Damit wären wir auch schon bei dem Punkt auf den ich hinaus wollte: Was ich gelernt habe. Texte gehen mir nach den ersten drei Sätzen wesentlich leichter von der Hand. Ist der schwierige und meist holprige Start gemacht, dann läuft der Rest eigentlich gut. Natürlich gibt es dann und wann Aussetzer, aber die haben mit Sicherheit selbst die Profis. Ich denke ich habe ein gewisses Selbstvertrauen erlangt, weswegen ich nicht pauschal alles lösche, wenn es nicht perfekt ist. Fehler oder besser Sätze, Absätze oder ganze Texte mit denen ich nicht zufrieden bin, lasse ich ebenso stehen, wie die, die ich richtig gut finde. Auch auf der Arbeit fällt es mir leichter Sätze, beispielsweise in E-Mails, zu formulieren. Das war es ja auch, was ich erreichen wollte. Die Freue an Worten, das Konstruieren von Sätzen und erzeugen von Klangwelten hat mich schon immer interessiert, nur war ich meistens nicht mutig genug, wirklich zu bloggen. So gerne ich auch wollte. Die leere weiße Seite, der streng blinkende Cursor, meine eigene Erwartungshaltung… Da habe ich es lieber gelassen anstatt etwas aufs Papier zu bringen. Durch den auferlegten Zwang, habe ich jetzt nicht mehr die Wahl. Am Ende müssen 750 Wörter stehen, ganz egal wie. Ich zwinge mich also zu Mut, zu Selbstvertrauen und vielleicht entdecke ich ja ungeahnte Talente. Wer kann das schon sagen.

Mein Schreibstil ist noch lange nicht perfekt, aber gerade im Vergleich zwischen den ersten Gehversuchen und den neueren Exemplaren fällt auf, dass sich doch einiges getan hat. Sie wirken runder, nicht länger abgehackt und blutleer (mein neues Lieblingswort). Früher hatte ich starke Probleme meine Gedanken in Schriftform zu kanalisieren. Es fiel mir schwer Thesen und Behauptungen auszuführen, Gedankengänge vielleicht in 2-3 Sätzen mit anderen Worten zu umschreiben oder Beispiele anzubringen. Durch das Limit von 750 Wörtern, war ich gezwungen, eben genau das zu tun, denn sonst hätte ich sehr schnell Probleme bekommen. Und an manchen Tagen hatte ich die auch.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich hundemüde war, weil ich sehr schlecht geschlafen habe. Jedes Wort war eine Qual. Buchstabe um Buchstabe quälte ich mich durch den Text und das Ergebnis ist auch entsprechend. Aber ich habe es durchgezogen und darauf kommt es an. Insgesamt habe ich das Texten mittlerweile in meinen Alltag integriert und auch die Liebste ist sich dessen bewusst. Ich bin stolz und froh, dass ich es bis hierhin geschafft habe und freue mich auf die nächsten 100. Und wer weiß, vielleicht habe ich zum Ende des Jahres mein Buch fertig. Auch wenn ich das nicht glaube 😀

Meine Woche und Spiderman

Nun schon zum dritten Mal in Folge mein ganz persönlicher Wochenrückblick. Ich habe tatsächlich auch nur zwei Themen, die mir spontan in den Sinn kommen, wenn ich gedanklich die letzten sieben Tage resümiere. Spiderman und Hausfrauen-SM. Geht es nach den sozialen Netzwerken ist diese Woche auch nichts anderes passiert.

50 Hypes of Hausfrauen-SM

Gestern war ja bekanntlich Valentinstag, also der Tag den Frauen erfunden haben um ihre Männer so richtig aus der Reserve zu locken. Es wird geschenkt und geliebt bis einer – oder beide – weint. Längst hat die Industrie dieses Fest zur Schlachtplatte der Floristen und Grußkartenindustrie erklärt. Und weil es an diesem Tag aus welchem Grund auch immer mehr um die romantischen Bedürfnisse der Frauen geht, kommt jährlich um den 14.2. eine Romantikkomödie nach Schema F ins Kino um möglichst viele Liebende abzugreifen.

Dieses Jahr kam mit 50 Shades of Grey die visualisierte Erotikfantasie vieler Frauen in die Lichtspielhäuser und feierte den erwarteten Erfolg. Schon die Buchvorlage sprengte dank expliziter und „spezieller“ Ausführung der Sexualpraktiken diverse Verkaufsrekorde.

Und obwohl es gerade total angesagt ist den Film ungesehen für Scheiße zu erklären, nehme ich davon Abstand. Mein Anliegen ist ein anderes, nämlich der Hype. Es ist vollkommen egal wo man sich in den letzten 3 Wochen im Netz aufgehalten hat, überall war Thema, ob der Film die Ansichten der Feministinnen mit Füßen tritt, ob die Fesselspielchen denn nun wirklich mit dem SM aus der echten Welt zu vergleichen wären und welche frustrierte Hausfrau solche Schmonzetten nötig hätte.

Und genau da sehe ich das eigentliche Problem, denn egal ob positiv oder negativ. Mr. Greys Sexphantasien machen derartig Wind im Netz, dass viele den Film schauen werden nur um zu sehen, dass er wirklich Mist ist. Und das nervt mich. Können die Hater nicht einfach die Fresse halten zu Schauwerk, dass sie sich eh nie ansehen werden? Damit ist allen geholfen und in diesem Fall bin ich mir sicher, hätte es dazu geführt, dass all jene, die Bock auf den Film hatten ihn im Kino sehen und der Rest nicht. Fertig.

Dank dem monströsen Hype wird das Ding jetzt durch die Decke gehen wie ehemals Twighlight und das vor allem wegen all der Hater.

Well done, sir. Well done.

Welcome (fast) back, Spidey

Wenn es diese Woche im Netz mal nicht um die richtige Fesseltechnik ging, dann um den rot-blauen Spinner aus dem Hause Marvel, denn Sony und das Haus der Wunder sind sich nach langen Verhandlungen endlich einig geworden. Spider-Man wird offiziell Teil des MCU und trifft auf Comic-Kollegen wie Iron Man, den Hulk und Captain America. So weit, so vertretbar.

Doch meine Luftsprünge fallen aus verschiedenen Gründen noch sehr mickrig aus. Denn der Deal überträgt die Figur nicht einfach zurück an Marvel, wie es vor einiger Zeit bei Daredevil der Fall war, sondern Sony stellt Marvel eine Lizenz aus um Auftritte möglich zu machen. Die finale kreative Instanz bleibt damit Sony, auch wenn mit Kevin Feige ein Produzent bisheriger Erfolge wie Iron Man oder den Guardians of the Galaxy mit an Bord ist. Problematisch ist das vor allem, weil Sony sich ja mit dem Reboot der Amazing Spiderman Reihe ziemlich verzettelt hat.

Erfreulich ist jedoch die Nachricht, dass der erste Auftritt des Spinnenmans in der heiß erwarteten Civil War Umsetzung stattfinden wird. Ob in der entscheidenden Rolle wie in den Comics, als Nebenfigur oder mit Nerdbuzz in der Endcredit-Scene ist bislang nicht bekannt. Spider-Man’s Part sollte der Black Panther einnehmen, der in 2016 ebenfalls einen Solo-Ausflug erhalten soll. Ich bin gespannt wie ein Schnitzel, was sich daran ändern wird. Aber da erwarten uns in den nächsten Wochen sicher noch weitere Informationen.

Die Origin-Story, also wie Spiderman seine Kräfte erlangt hat, wurde uns ja nun schon mehrfach erzählt. Nach der Nachricht hatte ich gehofft wir kämen um einen weiteren Spinnenbiss, den Tod des liebenswerten Onkel Bens (*hihi*) und den Pathos zum Thema Verantwortung und große Kraft herum. Schließlich wäre es an der Zeit gewesen uns einen gealterten und gereiften Peter Parker zu präsentieren. Beispielsweise in seiner Zeit als Lehrer. Oder wir verzichten ganz auf diesen Charakter und widmen uns seinem Comic-Nachfolger Miles Morales, einem afroamerikanischen Teenager. Doch S0ny hat schon bekannt gegeben, dass es einen neuen Reboot im MCU geben wird.

Interessant ist dabei, dass auch der Darsteller ersetzt wird. Andrew Garfield, der aus meiner Sicht der bessere Spiderman und der schlechtere Peter Parker war, schlüpft nicht mehr in den rot-blauen Anzug. Viele der Fans wünschen sich Tobey Maguire zurück, der in der Trilogie von Sam Raimi in die Rolle des Titelhelden schlüpfte. Für mich völlig unverständlich, weil er in meinen Augen absolut nicht zu der Figur passt, die ich in den Comics so lieben gelernt habe. Einen neuen Namen hat uns noch niemand präsentiert, aber das wird sicher nicht mehr lange dauern.

Insgesamt beobachte ich die Entwicklung mit erhöhtem Interesse… Hoffen wir einfach, dass Sony aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und auf Marvels Formel vertraut. Dann wird das schon. Hoffentlich!

Ein Wochenrückblick – ja, schon wieder :D

Und schon wieder ist eine Woche vergangen. Schon beängstigend, wie schnell Zeit vergehen kann, wenn man sie nicht bewusst ausnutzt. Die letzten sieben Tage sind kaum merklich vorüber gezogen und ich muss recht intensiv nachdenken, was seit meinem letzten Rückblick alles passiert ist. Es gab ein paar Teaser, eine interessante Diskussion über Helden und eine längst überfällige Serie:

Firefly

Vor den mächtigen Avengers hatte Regisseur Joss Whedon schon diverse andere Projekte abgeliefert. Nicht umsonst bezeichnet man seine Arbeit „von und für Nerds“. Neben dem eben erwähntem Superheldenteam, hatte er bereits Buffy – the vampire slayer und die Space-Cowboy-Serie Firefly umgesetzt. Gerade letztere wurde in meinem Umfeld immer mal wieder erwähnt und die popkulturellen Referenzen sind weitreichend. Nicht zuletzt weil Hauptdarsteller Nathan Fillion selbst ein ziemlicher Nerd ist.

Funfact: Sein Kultstatus brachte ihm sogar einen sehr versteckten Cameo-Auftritt im erfolgreichen Guardians of the Galaxy ein.

Wieso ich gerade diese Woche von diesem ollen Schinken anfange? Nun ja, es hat schon ein paar Folgen gebraucht bis ich mit dem Mix aus Western und Sci-Fi warm geworden bin. Aber gerade diese auf dem Papier absurd wirkende Mischung hat in der generischen Serienlandschaft einen außergewöhnlichen und  frischen Charme, der viel Spaß bereitet.

Natürlich sind die Effekte aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß und wirken häufig billig, aber die unterhaltsamen Geschichten rund um die Crew der Serenity lassen darüber hinweg sehen. Die Charaktere sind mit viel Liebe geschrieben und durchweg interessant, ebenso die Zusammensetzung der einzelnen Folgen. Jede Figur bekommt Raum sich zu entfalten und den Zuschauer zu verblüffen.

Aktuell habe ich nur noch das letzte Viertel der einzigen Staffel vor mir und bin schon ein wenig traurig, dass dieser Serie nicht mehr Zeit und Raum gewährt wurde. Aber das gehört wohl zur Maschinerie, Herzensprojekte opfern um Handlungsmassaker wie Prison Break oder Heroes zu erhalten. Kleiner Einschub: Die jeweils ersten Staffeln beider Serien waren toll, aber danach ging es stetig bergab und wurde ziemlich albern. Nach vier Staffeln war dann für beide Schluss.

Heroes – Teaser

Wo wir gerade beim Thema sind, die „Superhelden“ sofern man sie als solche bezeichnen kann, kommen zurück. Vor einiger Zeit gab das Studio bekannt, dass die Serie Heroes wieder aufgelebt werden soll. Wirkliche Informationen zur Handlung, eventuellen Darstellern oder ähnlichem zu Heroes – Reborn, gibt es derzeit kaum. Vor ein paar Tagen wurde lediglich ein kurzer Teaser veröffentlicht in dem wir Noah Bennet und zwei unbekannte Gesichert entdecken können. Meine Meinung zum Ende der Serie habe ich ja etwas weiter oben schon erklärt. Demnach bin ich skeptisch ob das reanimieren in diesem Fall wirklich funktioniert.

Daredevil Teaser

Und weil wir gerade bei Teasern sind, gab es diese Woche endlich den ersten bewegten Minitrailer zur Serienadaption des blinden Daredevil. Über die verpatzte Version mit Ben Affleck brauchen wir an dieser Stelle kein Wort verlieren, dass Internet ist voll mit allem, was es dazu zu sagen gibt. Um so erfreulicher war da die Nachricht, dass Marvel sich die Rechte am Mann ohne Furcht zusammen mit dem ebenso unbeliebten Ghostrider zurückgekauft haben. Und weil DC im Serienmarkt derzeit die Nase mit Schwergewichten wie Arrow, dem Spin-Off Flash und neuerdings Gotham, vorn hat, plant Marvel in den nächsten Jahren mit einer Großoffensive nachzuholen. Neben Agents of Shield und Agent Carter geht auch Daredevil demnächst über die heimischen Bildschirme. Die ersten Bilder der Netflix – Produktion sehen wesentlich ernster aus, als es der Film von 2003. In den Comics ist Matt Murdoc tatsächlich eher ein ernster Vertreter und somit hoffe ich, dass die Wiederbelebung in diesem Fall fruchten wird. Abwarten ist angesagt.

Alte und neue Helden

Zu guter Letzt bin ich gestern eher zufällig in eine Diskussion auf moviepilot geraten. Dabei ging es darum, dass Chris Pratt als neuer Schwarzenegger gehandelt wird. Vermutlich muss ich niemandem erklären, welchen „Shitstorm“ diese These aufgeworfen hat. Die darauf folgende Unterhaltung in der Kommentarsektion zeugte vor allem von der Verteidigung der Kindheitshelden. Und da liegt der Hund begraben.

Wenn ich mit meiner Freundin heute alte Filme ansehe, versuche ich ihr zu erklären, dass sie diese in der Zeit, zu der sie erschienen sind beurteilen sollte. Denn technisch und erzählerisch ist Star Wars längst nicht mehr zeitgemäß, aber damals war beides bahnbrechend. Jeder, der diese Filme in seiner Kindheit gesehen hat, wird sie noch heute lieben. Mit den Helden der Action-Ära; und nichts anderes waren die 80er; verhält es sich genauso. Diese Jahrzehnt hat den Actionfilm etabliert und gestaltet, eine Sache, die es so schnell nicht wieder geben wird. Die Idole, die diesen Filmen entsprungen sind, leben noch heute, obwohl einige mächtig am eigenen Ast sägen… Stallone überlegt mal wieder als Rocky in den Ring zu steigen, Schwarzenegger ist der Oneliner-Action nicht müde und Bruce Willis will nach dem desaströsen 5. Die Hard tatsächlich noch einen weiteren machen.

So gerne ich deren 80er und teilweise 90er Werke mag, so muss ich auch feststellen, dass solche Filme nicht mehr in diese Zeit passen. Alles entwickelt sich weiter und das sollte auch in der Filmbranche der Fall sein. Damit meine ich jetzt nicht zwingend dutzende Sequels, Prequels und Spin-Offs, sowie 3D-Verschandelung, sondern eine Modernisierung der Erzählung. Alles hat seine Zeit und statt krampfhaft an der Vergangenheit zu klammern fände ich es schöner, sie zu entwickeln um etwas Neues und Aufregendes zu erschaffen… Aber das liegt dann nicht mehr in meiner Hand..

In diesem Sinne,

Schöne Woche zusammen.