Immer wieder sonntags…

So langsam sollte ich geübt sein im Verfassen spannender Einleitungen, aber irgendwie nicht. Mag vielleicht mit der viel zu kurzen Nacht und meiner allgemeinen Sonntagsmüdigkeit zusammen hängen. Richtig einladend ist dieser Frühling bisher nämlich leider nicht. Es kann aber auch schlichtweg an meinem mangelnden Talent liegen. Darüber zu urteilen, obliegt meinen Lesern. Dennoch möchte ich mich kurz sammeln und die Ereignisse meiner Woche in ein paar Worten niederschreiben.

Wolverine macht Schluss

Gestern sorgte Hugh Jackman mit einem Post in den sozialen Netzwerken für Aufsehen. „One last time“. So lauteten seine verheißungsvollen Worte. Gemeint ist damit natürlich die ikonischste Rolle seiner Karriere, der grummelige Wolverine. Bereits 7 Mal war er als der Mutant aus den Reihen der X-Men auf der großen Leinwand zu sehen. Nun soll mit dem nächsten Film endgültig Schluss sein. Bedenkt man Jackmans Nachricht von vor einigen Wochen, in der er mitteilte,  die Rolle bis zum Ende zu spielen, könnten wir durchaus mit dem Tod des nahezu unsterblichen Wolverine rechnen. Das Netz überschlägt sich bereits mit Theorien, möglichen Storys und welcher Film denn nun der nächste sein wird. Denn es wird einen Solo – Auftritt geben, soviel ist klar. Allerdings würde das bedeuten, dass in dem kommenden Apokalypse, wo wieder die versammelte Mannschaft ausfläuft, der grantige Kanadier mit Abwesenheit glänzt. Ich persönlich finde das garnicht schade, denn so langsam bin ich den Charakter leid. Sein Ausscheiden bietet anderen interessanten Mutanten; von denen es bei Weitem genug gibt; Raum und macht die Geschichten wieder etwas Vielseitiger. Warten wir also ab, was da kommt.

Der Arbeitslosigkeit sein Ende

Ja, es ist vollbracht. Aus, Schluss Ende und vorbei. Der Onkel wird nicht länger bis in die Puppen pennen, Pfandflaschen sammeln und mit den anderen Arbeitslosen im Park abhängen. Ich bin endlich wieder in Lohn und Brot wie man so schön sagt. Dieser Eintrag ist mein Letzter, bevor am Mittwoch der Ernst des Lebens zurückkehrt. Nein, mal ganz im Ernst. Es ging mir mit der Zeit so richtig auf den Keks, untätig zu sein. Zwar habe ich versucht meine Freizeit zu nutzen, habe viele Serien, Filme und Spiele nachgeholt und mir auch den Raum genommen, mir über vieles Gedanken zu machen. Meistens erfolgreich, es gab nach der gescheiterten Selbstständigkeit ja auch genug Um nicht vollkommen abzudriften, habe ich aber immer versucht einen normalen Tagesablauf zu erhalten. Früh aufstehen, tagsüber fleißig sein und abends entsprechend müde, wieder rechtzeitig zu Bett gehen. Wollen wir mal hoffen, dass das ausreichend ist. Neben meiner Vorfreude, Körper und Geist wieder einem besseren Zweck zu widmen, bin ich auch etwas skeptisch. Schließlich habe ich mir vorgenommen jeden Tag 750 Worte zu schreiben, im Idealfall für mein Buch, nur habe ich dazu nun täglich acht Stunden weniger Zeit. Wir werden sehen, was das bedeutet. Zumindest bin ich geneigt, mich reinzuhängen. In Beides.

Zwitschert ein Vögelchen…

Ich habe jetzt Twitter. Keine sonderlich spannende Neuigkeit, aber als Freund des Internets, war es nur eine Frage der Zeit. Lange habe ich mich gegen den Trend verwehrt, habe weder Notwendigkeit noch Spaßfaktor verstanden. Zu verwirrend kamen mir all die Bezeichnungen und Kürzel vor. So ein durchschnittlicher Tweet kann recht kryptisch wirken. Das schreckte mich bisher ab. Aber jetzt war es an der Zeit, der Sache eine zweite Chance zu geben. Account erstellt und was soll ich sagen… Ich liebe es. Nicht, dass ich wirklich spannendes beizutragen hätte, darum geht es mir nicht. Aber als Sammelstelle für Informationen und Nachrichten, gibt es in meinem Spektrum nichts besseres. Die Geschwindigkeit ist unglaublich. Durch die Verschlagwortung mittels Tags bietet eine tolle Verkettung von Tweets, die Informationen zu bestimmten Informationen kombinieren. Es ist in Windeseile möglich aus verschiedenen Quellen Fakten, Vermutungen und Wissenswertes zu erhalten. Natürlich auch viel Unfug, ist ja schließlich das Internet.

Zu guter Letzt der ganze Rest

Und was ist sonst noch so passiert? Das Wichtigste zuerst: Bloodbourne ist seit einigen Tagen auf dem Markt und sprengt derzeit alle Tests und Reviews. Das ist auch der Grund für die neu angelegte PS4-Kasse. Jeder Euro, der zu viel ist, wandert dort hinein und vielleicht ist es ja bald so weit. Für das Buch habe ich mich viel mit Perspektiven und Erzählweisen auseinandergesetzt. Leider scheitere ich gerade im Moment gerne Mal an der Motivation. Im Kopf habe ich zwar Ideen und irgendwie auch Lust zu schreiben, aber kaum habe ich das Notebook gezückt und das Dokument zeigt mir den blinkenden Cursor, schon ist alles weg. Mehr mühevoll als spaßig arbeite ich mich durch meine täglichen Texte, ohne so wirklich Erfolg zu haben. Hoffentlich ist das eine Phase, die auch recht schnell wieder verfliegt. Sonst wird das nichts mit dem Buch bis Ende 2015. Und das wäre doch schade.

Der Wert der Werte

Sonntag habe ich noch groß getönt, dass sich selbst treu bleiben der Shit meiner neuen Lebensweise wäre und heute nicht mal zwei Tage danach komme ich schon mit mir selbst in Konflikt. So habe ich mir das sicher nicht vorgestellt. Es geht mal wieder um mein Lieblingsthema nach Superhelden: Arbeit aka „Wie finde ich welche?“ Der Auslöser meine Mini-Sinnkrise ist ein Gespräch, dass ich am heutigen Tage mit einem potentiellen Arbeitgeber hatte. Da lief vieles gut und manches irgendwie nicht.

Denn allem voran sollte ich erwähnen, dass ich dort bereits tätig war. Unerfahren und ohne weitere Kenntnisse vom Arbeitsmarkt stieg ich damals in der Blüte meiner Zwanziger bei dem Unternehmen ein. Da es mir in jeder Hinsicht an Vergleichsmöglichkeiten fehlte, an denen ich mich selbst oder aber alles innerhalb der Firma hätte messen können, nahm ich beinahe alles was da so passierte als gegeben hin. Unter anderem auch die Bezahlung, die mich irgendwie ernüchtert hat. Meinen Einstieg hatte ich nach dem Zivildienst über eine Zeitarbeitsfirma von denen ich nur wusste; klassisches Hörensagen; dass sie schlecht bezahlen. Nur hatten wir 2009 und gelernte Versicherungskaufleute standen in der Gunst des Arbeitsmarktes nur knapp über 9Live-Moderatoren. Keiner hat die Krise aus 2008 vergessen und vor allem nicht, wer daran Schuld war, nämlich jeder Konzern, der Geld mit dem Geld unbescholtener Bürger verdiente.

Entsprechend sahen meine Chancen am Markt auch aus, denn niemand wollte etwas mit den Sündenböcken, die nur zocken zu tun haben. Und selbst wenn jemand, geneigt war, Kaufleute aus der Versicherungswelt einzustellen, dann nur mit jahrelanger Erfahrung. Zu meinem Unglück gab es davon reichlich, weil Massenentlassungen bei diversen namhaften Versicherern den Markt fluteten. Mittendrin tummelte ich mich, unerfahren, ohne wirklichen Plan von der Welt und vor allem demnächst arbeitslos. YAY! Genau das, was ich mit der Ausbildung eigentlich vermeiden wollte. (2005 war man wirklich noch der Meinung, dass sei ein krisensicherer Job, der mir überall die Türen öffnen würde)

Also geriet ich an eine Zeitarbeitsfirma über die ich nicht mehr wusste, als das was sich in den Gängen meines Ausbildungsbetriebs so erzählt wurde. Hingegen wusste ich nicht, von wann deren Informationen stammen, denn die Schauermärchen, die ich zunächst für bare Münze genommen hatte, erwiesen sich im Nachhinein fast alle als Unfug. Lediglich in einem Punkt muss ich dem „Zeitarbeit ist moderne Sklaverei“- Konsens zustimmen: Die Bezahlung. Denn hier greift ein sehr knapp kalkulierter Tarifvertrag, der auch für ausgebildete Fachkräfte nur dürftige Ergebnisse erzielen kann. Zugegeben, ich war zum Ende meiner Ausbildung mit Summen geködert worden, die ich heute, fast sieben Jahre später, mehr als anzweifle (wobei sie auf der anderen Seite so einiges erklären dürften). Ich sollte 900 Euro weniger bekommen, als mir im Kopf herumschwirrte. Das war natürlich ein Schock.

Allerdings ist wenig Geld, nüchtern betrachtet, besser als kein Geld, weswegen ich letztlich die Stelle annahm und im Rahmen der Personalüberlassung bei oben genannter Firma anfing. Stets war die Übernahme ein Thema, sofern ich denn gute Leistungen zeige. Gesagt getan, war es dann nach einem halben Jahr soweit. Ich wurde zum Gespräch mit der Geschäftsleitung gebeten und mir wurde ein Vertrag vorgelegt. Jetzt kommt endlich der wahre Verdienst, dachte ich mir, innerlich froh, die Tage der Entbehrungen hinter mir zu lassen. Doch die Zahl, die das Papier zierte war ein herber Dämpfer für meine frisch auflodernde Euphorie. In Summe würde ich etwas über 100 Euro mehr bekommen als bei der Zeitarbeitsfirma.

Besser als Nichts war die Devise und ich argumentierte mit meiner mangelnden Berufserfahrung und dem hochgradig unsicheren Auftreten, dass ich in den Gesprächen an den Tag legte. Ganze drei Jahre, die ich rückwirkend als zufriedenstellend und positiv beurteilen würde, spielte das Geld für mich keine Rolle mehr, bis in mir der Gedanke aufflammte, dass meine Tätigkeit mehr wert sein sollte, als das was ich bekomme. Deswegen schaute ich mich am Markt um und erzielte mit meinen Erfahrungen sowie meiner Persönlichkeit ganze 600 Euro mehr. Stolze Summe, wenn auch weit hinter dem, was andere in vergleichbaren Positionen und Werdegängen mitgenommen haben.

Nun bin ich kein Typ, der seinen Selbstwert anhand des Kontoauszugs bemisst. Davon gibt es auf der Welt (leider) genug. Vielmehr stelle ich die Anforderung, angemessen entlohnt zu werden. Je hochwertiger meine Qualifikation, meine (neudeutsch) Soft-Skills und meine Tätigkeit für das Unternehmen, desto mehr will ich am erzielten Gewinn partizipieren. Eigentlich ist das doch nicht zu viel verlangt, oder?

Warum schreibe ich das alles? Ganz einfach: Zwischen meinen Anfängen in der Berufswelt und Heute liegen insgesamt 6 Jahre, prall gefüllt mit unterschiedlichsten Aufgaben, Kompetenzen und Bereichen. Sahnehäubchen in Form einer Selbstständigkeit inklusive. Ich bin eine gestandene Persönlichkeit (soviel Eigenlob muss gestattet sein, zumal das hier ja eh niemand liest), weiß mich auszudrücken und bin meinem Ich vor 6 Jahren in vielen Teilen voraus. Dennoch bietet mir der bereits benannte Arbeitgeber für eine in meinen Augen hochwertigere Position denselben finanziellen Anreiz wie damals und negiert in meinen Augen damit jegliche zwischenzeitlich erworbene Fähigkeit und Erfahrung.

Und jetzt stehe ich gedanklich am Scheideweg, denn Sonntag habe ich noch getönt, dass es mir im Wesentlichen um Spaß an der Arbeit und Selbsterfüllung geht; unabhängig der finanziellen Aspekte. Andererseits überkommt mich das Gefühl, mich unter Wert zu verkaufen.

Schwierige Sache das… Und mit Sicherheit ist der letzte Gedanke noch nicht gedacht.