Schlechtes Casting – guter Film? – Teil 1 Batfleck

Ein Problem, so alt wie der Film selbst… Das Drehbuch steht, der Regisseur ist gefunden und nun trudeln reihenweise Informationen zu verschiedenen Personen und den Rollen, die sie im entsprechenden Film verkörpern, ein. Gerade im Bereich der Comicverfilmungen gab es in den letzten Jahren diverse Aufreger, wenn es um das Casting für die beliebten Bilderbuchhelden ging. In den nächsten Beiträgen möchte ich mich mal ein paar solcher Entscheidungen widmen und aufzeigen, dass Filme weiterhin ein kreatives Medium sind und nicht jedes Casting schlecht sein muss.

Beginnen wir mit meinem persönlichen Schocker: Batfleck! Das lassen wir jetzt mal so stehen.

Was lief es mir kalt den Rücken runter, als ich diese Entscheidung damals las. Der Mann, der noch vor einigen Jahren aus Daredevil eine Witzfigur machte, soll jetzt den Dunklen Ritter im K(r)ampf gegen Superman mimen? Skandal. Blasphemie. Ein Todesurteil für den noch nicht gedrehten Film. Und ich gebe zu, dass es auch mir so ging. Nach der tollen Leistung eines Christian Bale in der Nolan-Trilogie dachte ich, es ist schlichtweg zu früh für ein neues Gesicht. Und dann auch noch dieser untalentierte Kastenkopf… Es war schlichtweg Angst, die sich in mir aufbäumte. Eine Ablehnung, die mit dem Mann ohne Furcht begann und nie wieder so richtig abflaute. Zumindest bis ich mir den Klassiker „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ zur Hand nahm, dem Comic, der zumindest die Vorlage für die Darstellung Batmans bieten sollte. Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: der Mann sieht 1:1 aus wie Bruce Wayne.

Zum ersten Mal machte ich mir keine Sorgen mehr, sondern erkannte, wie gut und mutig diese Darstellung werden konnte. Ebenfalls holte ich einige der jüngeren Werke Afflecks nach und revidierte meine Meinung zu dieser Castingentscheidung. Die Angst, die auf einem 15 Jahre altem Film beruhte, war schlichtweg unnötig. Zum ersten Mal seit ich Comics lese und die Verfilmungen schaue, könnte es passieren, dass eine Figur auf der Leinwand aussieht, wie die Vorlage. Wer mir nicht glaubt, soll sich an dieser Stelle einfach mal ein paar Bilder von Affleck und der Vorlage anschauen.

Auch aus schauspielerischer Sicht hat der gute Mann in den letzten Jahren ordentlich zugelegt, denn egal ob ‚Argo‘, ‚Gone Girl‘ oder ‚The Town‘; Affleck hat in allen eine gute Vorstellung abgeliefert. Und letztlich ist es doch das, worum es bei Filmen gehen sollte. Gute Darstellung einer Figur. Und im Falle von Affleck als Batman mache ich mir da nun so gar keine Sorgen mehr. Ganz im Gegenteil.

Im nächsten Teil möchte ich mich mal um den kommenden Joker kümmern und aufzeigen, wieso Leto eben keine schlechte Wahl ist.

Civil War – der Bürgerkrieg der Superhelden

Da tobt gerade noch der „epische“ Kampf der Avengers im heimischen Lichtspielhaus, da erreichen uns ständig neue Details zum neusten Streich aus dem ‚Haus der Ideen‘. Der mittlerweile dritte Teil von Captain America trägt den unscheinbaren Untertitel „Civil War“ und dabei gehen dem Comicfan die Herzen auf, denn das Mega-Event zählt zu einer der spannendsten und weitreichendsten Erzählungen der jüngeren Zeit. Allerdings habe ich nach Age of Ultron eine gewisse Skepsis, dass sich die Russo – Brüder vielleicht übernehmen könnten.

Worum gehts?

Aufhänger des namensgebenden Krieges ist ein missglückter Einsatz junger Superhelden, der vor laufender Kamera Zivilopfer fordert. Empört und zutiefst verunsichert werden Rufe der Bevölkerung laut, die selbsternannten Helden unter Aufsicht zu stellen und sie zu überwachen. Tony Stark, aka Iron Man, arbeitet zusammen mit S.H.I.E.L.D. an einem Gesetz, dass jeden maskierten Helden zur Registrierung bewegen soll und fortan zu einem offiziellen Agenten im Dienste der Regierung macht. Er hofft damit künftig Katastrophen zu verhindern und Menschenleben zu retten. Ein wesentlicher Teil dieser Registrierung ist die Offenlegung der Geheimidentität. Jeder, der sich dieser Anordnung widersetzt, macht sich strafbar und damit zum Feind des Landes.

Captain America, der seine Anfänge im zweiten Weltkrieg nahm, fürchtet um die Unabhängigkeit und moralische Integrität wenn die unterschiedlichen Helden anfangen, die Befehle einer undurchsichtigen Organisation auszuführen, weshalb er sich öffentlich gegen die Pläne seines einstigen Waffenbruders stellt. So entstehen zwei Lager deren Zusammensetzung unterschiedlicher nicht sein könnte, denn die Motivationen jedes Helden sind grundverschieden. Während einige fest an die Motive von Tony Stark glauben, teilen andere die Befürchtungen von Captain America. Und so entbrennt eine Schlacht, die das Marvel-Universum für lange Zeit verändern sollte, denn es gibt Verluste auf beiden Seiten. Vertrauen, Freundschaft und Leben. Alles nimmt ein Ende.

Und wo liegt das Problem?

Hauptsächlich zunächst gibt es zu wenig bekannte Helden, deren Konflikt interessant sein könnte. Die Vorlage zeigt jeden erdenklichen Superhelden und Schurken und beleuchtet kurz dessen Beweggründe. Für die Filmvariante gibt es aber nur eine Hand voll neben Captain America und Tony Stark. Jedenfalls nicht genug um es zu einem Krieg werden zu lassen. Bestenfalls ein Scharmützel, wenn auch mit ordentlich Bumms, wie in der Szene Hulk vs. Hulkbuster bereits zu sehen war. Ich fürchte einfach, dass die Stimmung des Comics, der Bruch mit alten Gepflogenheiten nicht wirklich eingefangen werden kann, denn es gibt kaum Charaktere, deren Schicksal mir wirklich zu Herzen geht. Klar haben wir ein paar Namen auf der Liste und ja, bei einigen wäre ich traurig, wenn sie sterben, aber im großen und ganzen ist mir deren Entwicklung recht gleichgültig.

Ein anderer Grund ist die Zeit. Selbst wenn der Film die mittlerweile üblichen 2 Stunden überschreitet, so bleibt doch recht wenig Screentime um alle Seiten des Konflikts zu beleuchten. Entgegen der üblichen Comicregeln gibt es kein Schwarz und Weiß ebenso kein richtig oder falsch. Lediglich unterschiedliche Ansichten und ein jeder hat sich zu entscheiden. Da es Caps dritter Soloausflug ist, nehem ich stark an, dass wir die Erlebnisse aus seiner Sicht sehen und damit wird Iron Man zum Buhmann. Das wäre sehr schade, denn damit wäre die Story um ihre Vielschichtigkeit beraubt. Civil War wäre ein schönes Beispiel für eine Miniserie, aber das ist ein anderes Thema.

In Age of Ultron sind mir gleich zwei Sachen sehr unschön aufgestoßen. Zum einen ist es die fehlende Konsequenz einen Bösewicht wirklich böse zu machen, denn Ultron wirkte nur im Trailer wirklich bedrohlich. Im Film hingegen war er lediglich ein Kindskopf im Blechmantel, wie Iron Man, nur eloquenter. Hier muss Marvel dringend justieren und mir einen Thanos liefern, der wirklich in der Lage ist, alles und jeden zu vernichten. Allmählich wirkt dieses gut über böse Geplänkel ermüdend. Eine andere Sache wäre das Überraschungsmoment. Hätten wir nicht alle Bauklötze gestaunt, wenn Hawkeye oder Black Widow gegen Ultron den kürzeren gezogen hätten? Wenn sie gestorben wären, ohne Wiederkehr, ohne Hintertürchen. Mausetot? Damit würde allem wieder eine Bedrohlichkeit zugesprochen werden, die ich aktuell leider vermisse. in ‚Civil War‘ gibt es Verluste auf beiden Seiten und ich würde mir sehr wünschen, dass die Verfilmung sich darin ernst nimmt.

Ein anderer Aspekt ist die Sache mit den Geheimidentitäten, denn soweit ich das überblicke weiß die Bevölkerung im MCU über jeden einzelnen Bescheid. In der Vorlage ist das anders, was dem Gesetz eine notwendige Brisanz verleiht Die Entscheidung, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, lässt sich nicht rückgängig machen.

Alles in allem wünsche ich mir, dass der Film der Vorlage gerecht wird und sich vielleicht etwas mehr an der wirklich mutigen Daredevil-Serie orientiert und weniger an dem klamaukigen GotG. Hoffen wir darauf, dass Spiderman seinen Weg in den Plot findet, hoffen wir auf einen sinnvollen Einsatz des Black Panthers. Aber vor allem hoffen wir auf einen guten und spannenden Film.

 

Nerdkram und Kultur – meine Woche in Worten

Die Woche neigt sich dem Ende, während die Sonne heftigen Schauern Platz gemacht hat. Zeit sich mit einem warmen Tee an die Rekapitulation der letzten Tage zu machen. Ich habe ein Buch gelesen, eine Serie beendet, Avengers gesehen und die ersten Gehversuche in Bloodborne gewagt. Aber wie so oft, alles der Reihe nach. An einem kuscheligen Sonntag sollte man grundsätzlich nichts überstürzen oder sich mit unnötiger Eile plagen. Beginnen wir also ganz gemächlich, Zeit haben wir schließlich genug.

Der kleine Prinz

Wie in so vielen Bereichen, habe ich auch bei Büchern diversen Nachholbedarf. Es gibt aber auch einfach zu viel, das man Lesen, Sehen Hören oder Erleben sollte. Dafür ist das Leben einfach zu kurz. Eines der Werke, die auf der ewig währenden Liste der muss man gelesen haben Bücher verweilt ist Der kleine Prinz. Das französische Kinderbuch, dass binnen kürzester Zeit Kultstatus erlangte, weil die philosophischen Ansichten darin weit über das Kindesalter hinaus Anklang finden. Einige Zeit wehrte ich mich dagegen, fand es albern und unnötig dieses Buch zu lesen, muss aber zugeben, dass ich jetzt, da ich es gelesen habe, froh bin mich geirrt zu haben. Denn es ist toll. Ich denke für jeden ist etwas dabei und jeder kann aus dem einen oder anderen Satz etwas für das eigene Leben ziehen. Zur Handlung gibt es nicht viel zu sagen, es geht mehr um die Ansichten, die beschrieben werden. Etwas, dass man erlebt haben sollte. Mein Satz, ist einer, der das Leben besser beschreibt als irgend ein anderer, einfach nur, weil er wahr ist:

Man muss die Raupen ertragen um die Schmetterlinge zu sehen

Bloodborne

Harter Schnitt! Von dem einen, dass schön ist, zum anderen, das brutal, grausam und frustrierend ist. Das Spiel, auf das ich so lange gewartet habe ist bei mir eingekehrt. Und es ist wundervoll. Grafisch waren die Spiele von From Software noch nie ein Leckerbissen, aber das wollten sie auch nie sein. Vielmehr schaffen sie eine stimmige Welt, eine Atmosphäre, die dichter kaum sein könnte und rätselhafte und gleichzeitig faszinierende Geschichte. So auch in Bloodborne. Ein Spiel, dass es zu meistern gilt. Man macht Erfahrungen, scheitert, lernt dazu, wir besser, scheitert erneut. Nirgendwo sonst ist die Motivationskurve so groß, der Anreiz das scheinbar unüberwindbare zu überwinden, nur um des eigenen Egos wegen. Bloodborne ist das, was Dark Souls II nicht war. Eine echte Neuerung, eine intelligente Weiterentwicklung eines bewährten Konzepts. Die Welt ist blutig, die Kreaturen seltsam, die Schwierigkeit immens. Der Tod lauert überall und diese Gefahr ist spürbar, fast schon real. Die viktorianische Stadt in ihren Schwarz-grau-Tönen zieht jeden sofort in seinen Bann. Man will sie erkunden, ihr ihre Geheimnisse entlocken ohne dabei ein Teil davon zu werden. Naja, dann bin ich noch auf den ersten Boss gestoßen und der hat mir direkt den Arsch aufgerissen. Sicher werde ich das nochmal gesondert behandeln, wenn meine Erfahrungen mehr hergeben als 3 Spielstunden.

Avengers – Age of Ultron

Lange habe ich den Tag herbeigesehnt, bis das Superheldenteam um Captain America und Co. in den Kampf gegen den namensgebenden Superroboter zieht. Der Trailer versprach viel, der Film bot alles und dennoch bleibt eine gewisse Ernüchterung zurück. Die Action war bombastisch und gerade die Startsequenz war toll inszeniert. Allerdings gab es einige Aspekte, die mir zu schnell abgehandelt wurden. Für vieles hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, mehr Erläuterungen und mehr Verbundenheit zum gesamten Gefüge. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass Leser beim Anschauen der Harry Potter- Filme gehabt haben müssen. „Ohne Hintergrundwissen, steigt doch keiner mehr durch.“ Vieles wirkte auf mich wie reiner Fanservice.Der Hulkbuster, die offensichtliche Einführung von Wakkanda als Teil des MCU. Easter Eggs sind eine tolle Sache, aber nur, wenn ich danach suchen muss. Vorgelegt machen sie mir keine Freude und erzeugen mehr das Gefühl, als wollte Marvel da zuviel. Insgesamt war mir einiges zu dünn. Von der wirklich enttäuschenden Mid-Credit-Scene mal ganz zu schweigen. Mir fehlte für die Story der große Bämm, die Überraschung. Vielleicht war ich auch einfach nur meiner eigenen Erwartungshaltung erlegen… Ich hoffte auf  nicht weniger, als ein kleiner Hinweis zu Spiderman oder die lange verleugnete Ankündigung für Planet Hulk. Nach dem letzten Interview mit Marc Ruffalo wäre das ein wirklicher Knaller gewesen, mit dem keiner gerechnet hätte. Doch leider blieb sie aus. Alles in allem ist Avengers AoU ein toller Film, der über seine Spielzeit ohne Längen zu unterhalten weiß, aber irgendwie einen fahlen Beigeschmack mit sich bringt.

Wie so oft, nehme ich mir mehr Themen vor, als ich letztlich abhandeln kann. Vertagen wir die auf ein anderes Mal. In diesem Sinne, schönen Sonntag.

Da isser ja, der Wochenrückblick

Na was ist das schon wieder spät geworden. Kaum hat die Woche begonnen, da ist sie auch schon wieder vorbei und wie so oft, lasse ich meine Gedanken schweifen, blicke zurück auf vergangenes und alles was mich die letzten sieben Tage so bewegt hat. Da gab es nämlich einiges zu erleben. Neben einer kurzen Abhandlung zu Trailern, gab es Einblicke in meine Gedankenwelt, ein ereignisreiches Wochenende und vieles mehr. Dem geneigten Leser wünsche ich viel Spaß.

Was heute so los war?

Ich sitze erst jetzt vor meinem Notebook und tippe diese Zeilen, weil wir zusammen mit einigen Freunden im Heidepark waren. Freizeitpark macht auch ohne Kinder und mit Anfang 30 einen riesen Spaß. Schafft den Körper aber auch deutlich mehr, als noch mit zwanzig. Nicht mehr lange und ich muss mir nach so einem Tag erst Mal Urlaub nehmen. Hinzu kommt, dass ich Freitag Abend ein wenig kränklich war und mit Fieber frühzeitig in eine schlaflose Nacht gewandert bin. Samstag waren wir dann den ganzen Tag unterwegs und abends sogar noch mitttels 3-stündiger Bahnfahrt auf einer Einweihungsfeier (jedoch in der alten Wohnung) in Harburg. Auch sehr nett, weshalb es später wurde als geplant. Aber wir wollen ja nicht in Selbstmitleid zergehen. Jedenfalls war der Tag absolut perfekt, unsere bunt zusammen gewürfelte Truppe hat viel Freude bereitet, das Wetter war angenehm warm, aber nicht so heiß, dass der Park vollkommen überlaufen wäre mit schreienden Kindern. Falls das noch nicht reicht, waren die Eintrittskarten auch noch umsonst. Hammer, oder? Der Park war überraschend leer und wir mussten kaum anstehen. Manche Attraktionen konnten wir sogar mehrfach hintereinander fahren ohne erneut zu warten. Wie oft kommt das denn bitte vor? Also folgte ein bunter, lauter, sonniger, lustiger und irgendwie auch stimmiger Tag, den ich gerade, vollkommen erschöpft, ausklingen lasse. Denn neben all dem guten, bin ich auch erschöpft und platt, aber glücklich.

Ein Gedanke zum Werden

Wo wir gerade dabei sind. In den gefühlt letzten 200 Beiträgen habe ich mich über meine Perspektivenarmut aufgeregt und immer wieder betont, dass ich keine Ahnung habe, wo ich hin will. Dazu kann ich zweierlei ergänzen. Denn zum einen lese ich nach ‚Gone Girl‘ ein Buch, dass mir genau dabei helfen soll zu finden was ich suche, bzw. mir die richtigen Fragen aufzeigt. Noch bin ich nicht sonderlich weit gekommen, aber es macht den Anschein, als könnte ich daraus wirklich das eine oder andere lernen.

Für den anderen Teil muss ich leider etwas ausholen. Am Freitag war eine Freundin bei uns zu Hause, weil ihr Freund sie kürzlich verlassen hatte. Deswegen brauchte sie Trost, Nähe und ein wenig Zuspruch. Freunde eben. Während sie mir so erzählte, vor sich hin weinte und vermeintliche Fehler ihrerseits analysierte, wurde mir bewusst, dass ich solche Verstrickungen sehen kann. Und es interessiert mich. Ja, es macht mir sogar Spaß mich tiefer in die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Menschen einzuarbeiten und zu verinnerlichen, wie sie an den Punkt X gekommen sind. Das war für mich dann auch der Ausschlag, der mich dazu brachte näher mit dem Thema des Coachs zu befassen. Vielleicht ist das ein Bereich, den ich auch mit Herz und Seele füllen kann, etwas das mir Spaß macht und meine Talente zum Einsatz bringt. Psychologie hat mich schon immer interessiert und ansonsten gibt es kaum Themen, die in meiner Freizeit akut wären. Deswegen ist der Gedanke an sich meiner Meinung nach weder falsch noch an den Haaren herbeigezogen. Gemeinsam mit der Liebsten habe ich dann schon Witze darüber gemacht, dass wir ja eine Praxis aufmachen könnten. Möglicherweise keine schlechte Idee.

Trailerpark

Wahrscheinlich final noch ein paar Worte zur cineastischen Woche bzw. kurzen Werbefilmchen mit viel Aufsehen. Wahrscheinlich ist niemandem entgangen, dass der zweite Teaser zum neuen Star Wars Film offiziell vorgestellt wurde. Binnen kürzester Zeit drehten sämtliche Social-Media-Dienste völlig durch und ganze Steams waren ausschließlich voll mit dem zweiminütigem Filmchen, das niemanden kalt zurück ließ. In einem älteren Beitrag habe ich mich genau dazu nochmal geäußert.

Fast zeitgleich folgte seitens Warner die Ankündigung, dass am 20.04, also morgen, der erste Teaser für den umstrittenen Batman v Superman gezeigt werden sollte. Gerade darauf war ich sehr gespannt, weil ich wissen wollte, wie sich Ben Affleck als Dark Knight macht. Ebenso war ich neugierig, wie sich das Treffen der Comicgrößen von der bunten Marvelwelt abgrenzen will. Der Trailer leakte aber wenig später und erschien zunächst in einer spanischen Wackel-Version. Natürlich ging das Teil los wie ein Lauffeuer, weshalb Warner zur Schadensbegrenzung den echten Trailer zeigte. Inhaltlich muss ich sagen, dass es mich recht kalt gelassen hat. Obwohl die Ausgangslage durchaus Spannung in den generischen Superheldenmarkt bringen könnte. Aber warten wir das Ergebnis einfach mal ab, vielleicht tut sich da ja noch was.

100 Tage Unfug schreiben

Die Sonne lacht, mein Fieber scheint weg, der Kaffee schmeckt vorzüglich. Alles in allem ein sehr gelungener Start in den Tag. Dazu kommt noch, dass ich heute ein Jubiläum zu verbuchen habe, denn seit exakt 100 Tagen schreibe ich täglich 750 Wörter. Das macht insgesamt 75. 000 Worte, die beinahe willkürlich zu Sätzen geformt werden. Da ich das ganze als eine Art Schreibübung begonnen habe, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und ausführen, was mir der Aufwand gebracht hat. Denn machen wir uns nichts vor, jeden Tag einen zusammenhängenden Text zu zaubern ist aufwändig und raubte mir mehr als einmal den letzten Nerv.

Eigentlich hatte ich vor, alle Texte auf meinem Blog hier zu veröffentlichen. Könnt ihr euch das vorstellen? Dann wäre ich heute bei 100 Beiträgen von jeglicher Qualität. Sowohl furchtbar und kaum lesbar als auch interessant und gut geschrieben. Alles lässt sich hier finden. Angefangen habe ich mit einer Aufstellung der kommenden Superheldenfilme bis 2020. Das war für den Start ganz gut, denn da war ich im Thema. Zu jedem Projekt habe ich ein paar Fakten zusammen getragen und meine Meinung dazu preisgegeben. Nur fiel mir schnell auf, dass die Informationsdichte gerade für den Bereich ab 2017 oder später mehr als dürftig ist. Deswegen habe ich damit aufgehört. Aus heutiger Sicht auch keine blöde Idee, denn wirklich interessant ist das nur für Nerds und die wissen alles, was da steht.

Nach ein paar sehr durchwachsenen Texten ging ich dazu über mir Kurzgeschichten aus den Rippen zu leiern. Als Basis dienten einzelne Sätze aus irgendwelchen Büchern im Regal. Auf diesem Satz entwickelte ich eine Geschichte, oder einen kurzen Text. Manche sind dabei geblieben, andere wurden über die Tage zu Mehrteilern. Dunkle Pfade hat mir dabei sogar so viel Spaß gemacht, dass ich die Geschichte in ein Buch packen möchte. Das ist auch der Grund, wieso nicht alle Beiträge hier auf dem Blog zu finden sind. Manche liegen ordentlich abgelegt in einer Word-Datei und warten auf Vollendung. Auch wenn Dunkle Pfade (Arbeitstitel) eine Fantasygeschichte ist und ich dem Genre in Buchform wenig abringen kann, macht es mir doch zu viel Freude, die Welt, ihre Personen und den Plot zu entwickeln.

Damit wären wir auch schon bei dem Punkt auf den ich hinaus wollte: Was ich gelernt habe. Texte gehen mir nach den ersten drei Sätzen wesentlich leichter von der Hand. Ist der schwierige und meist holprige Start gemacht, dann läuft der Rest eigentlich gut. Natürlich gibt es dann und wann Aussetzer, aber die haben mit Sicherheit selbst die Profis. Ich denke ich habe ein gewisses Selbstvertrauen erlangt, weswegen ich nicht pauschal alles lösche, wenn es nicht perfekt ist. Fehler oder besser Sätze, Absätze oder ganze Texte mit denen ich nicht zufrieden bin, lasse ich ebenso stehen, wie die, die ich richtig gut finde. Auch auf der Arbeit fällt es mir leichter Sätze, beispielsweise in E-Mails, zu formulieren. Das war es ja auch, was ich erreichen wollte. Die Freue an Worten, das Konstruieren von Sätzen und erzeugen von Klangwelten hat mich schon immer interessiert, nur war ich meistens nicht mutig genug, wirklich zu bloggen. So gerne ich auch wollte. Die leere weiße Seite, der streng blinkende Cursor, meine eigene Erwartungshaltung… Da habe ich es lieber gelassen anstatt etwas aufs Papier zu bringen. Durch den auferlegten Zwang, habe ich jetzt nicht mehr die Wahl. Am Ende müssen 750 Wörter stehen, ganz egal wie. Ich zwinge mich also zu Mut, zu Selbstvertrauen und vielleicht entdecke ich ja ungeahnte Talente. Wer kann das schon sagen.

Mein Schreibstil ist noch lange nicht perfekt, aber gerade im Vergleich zwischen den ersten Gehversuchen und den neueren Exemplaren fällt auf, dass sich doch einiges getan hat. Sie wirken runder, nicht länger abgehackt und blutleer (mein neues Lieblingswort). Früher hatte ich starke Probleme meine Gedanken in Schriftform zu kanalisieren. Es fiel mir schwer Thesen und Behauptungen auszuführen, Gedankengänge vielleicht in 2-3 Sätzen mit anderen Worten zu umschreiben oder Beispiele anzubringen. Durch das Limit von 750 Wörtern, war ich gezwungen, eben genau das zu tun, denn sonst hätte ich sehr schnell Probleme bekommen. Und an manchen Tagen hatte ich die auch.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich hundemüde war, weil ich sehr schlecht geschlafen habe. Jedes Wort war eine Qual. Buchstabe um Buchstabe quälte ich mich durch den Text und das Ergebnis ist auch entsprechend. Aber ich habe es durchgezogen und darauf kommt es an. Insgesamt habe ich das Texten mittlerweile in meinen Alltag integriert und auch die Liebste ist sich dessen bewusst. Ich bin stolz und froh, dass ich es bis hierhin geschafft habe und freue mich auf die nächsten 100. Und wer weiß, vielleicht habe ich zum Ende des Jahres mein Buch fertig. Auch wenn ich das nicht glaube 😀