Wieso ich Dark Souls liebe

Lust auf Frust? Keinen Nerv mehr auf stumpfes Tastenkloppen? Die meisten Games reizen dich nicht mehr? Dagegen habe ich nur zwei Worte: DARK SOULS. Dazu liefere ich dir 5 gute Gründe, wieso der 3rd Person-Schnetzler in keinem Regal fehlen sollte und wieso es für mich eines der besten Spiele aller Zeiten ist.

Leveldesign

Die Spielwelt ist gerade für Rollenspiele ein wesentlicher Faktor. Sie trägt entscheidend zur Stimmung und dem Spielgefühl bei. Ist sie bunt, wie etwa in diversen MMOs, dann geht es eher froh und fluffig zu. Mangelnde Kontraste, triste Umgebungen und Stille erzeugen etwas Bedrückendes. Ähnlich wie in dem Kunststück Shadow of the Collossus ist die optische Darstellung der Welt Lordran ist aber nicht nur wegen der Farben ein eigener Teil der tollen Story. Die Macher FromSoftware haben einen simplen Ansatz verfolgt: Alles was der Spieler sehen kann, kann im Verlauf der Story begangen werden. Schluss mit kulissenhaften Hintergründen und optischen Tricks um die Welt größer zu machen als sie ist. Sicher kann Lordran nicht mit Skyrim konkurrieren, aber der intelligente Aufbau und die Verknüpfung der einzelnen Level an sich ist schon unglaublich motivierend und sorgt beim spielen immer wieder für AHA-Momente. Bedenkt man dann noch die Gefahren, die hinter jeder Ecke lauern könnte… oder die vielen Details, die es zu entdecken gilt…

Kampfsystem

Der Umgangston in Lordran ist rau. Jede Menge Untoter wollen unserem Helden an die Wäsche, doch zum Glück gibt es etliches Rüstzeug um sich zu wehren. Während andere Spiele das Drücken einzelner Tasten präferieren und es ausreicht den Gegner nur oft genug zu treffen, erwarten euch in Dark Souls Gegner, die Taktik und Geschick erfordern. Ständig sind Entscheidungen zu treffen. Blocken mit dem Schild oder besser eine Ausweichrolle? Das ständige Haushalten mit der Ausdauer erfordert stetige Aufmerksamkeit. Eigentlich selbstverständlich, aber die verschiedenen Gegner benötigen auch verschiedene Herangehensweisen. Keiner gleicht dem anderen und die beste Technik ist immer vom Charakter abhängig. Während flinke Helden schnell ausweichen und wenig Schaden machen, kann der langsame mit ordentlicher Rüstung mehr einstecken und austeilen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, denn alle Startcharakte können in jede beliebige Richtung geskillt werden. Das alle Waffen verschiedene Bewegungsmuster haben sorgt zusätzlich für völlige Individualisierung.

Sind sie zu stark, bist du zu schwach

Das Hauptmerkmal der Spielreihe oder Souls-Reihe, ist ohne Frage der Schwierigkeitsgrad, denn während vielerorts die Publisher ihre Werke massentauglicher und leichter zugänglich halten wollen, bestraft FromSoftware Fehler gnadenlos. Ich habe noch kein Spiel mit einer derart heftigen Lernkurve erlebt. Denn obwohl überall der Tod lauert, ist das Game nie unfair. In keiner Situation hatte ich das Gefühl, dass ich zu unrecht das Zeitliche gesegnet habe. Egal ob im falschen Moment geheilt, dem Gegner den Rücken zugekehrt oder zu viel auf einmal gewollt. Immer wenn der „Sie sind gestorben“ Schriftzug über den Bildschirm flimmert, weißt du, so wie du es gemacht hast, war es falsch. Mit diesem Wissen gehst du gestärkt in den Kampf. Nicht selten gibt es Kämpfe die 10 – 15 solcher Erkenntnisse benötigt. Insgesamt bewegt sich Dark Souls auf dem sehr schmalen Grat zwischen Frustration und Motivation. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass es keine individuelle Speicheroption gibt. Die einzige Möglichkeit den Spielstand festzuhalten sind die vereinzelten Leuchtfeuer. Das Rasten an selbigen heilt unseren Charakter und füllt alle Heilmittel wieder auf, lässt aber die besiegten Gegner ebenfalls zurückkehren. Eigentlich nur fair, oder? Und wem das noch nicht schwer genug ist, der kann nach dem Durchspielen mit seiner Ausrüstung in das NG+ gehen. Dasselbe Spiel nur schwerer. Dazu kommt, dass es nur eine Währung für alles gibt. Besiegte Gegner bringen Seelen, die unser Held in Levelupgrades oder Verbesserungen seiner Ausrüstung stecken kann. Der Tod bedeutet den Verlust aller Seelen. Das kann ärgerlich sein, muss es aber nicht wenn du aufpasst.

4. Story

Wann ist eine Geschichte in einem Spiel gut durchdacht? Wenn sie Sinn ergibt? Oder wenn sie besonders berührt? Im Fall von Dark Souls wird sie nur sehr oberflächlich über Dialoge angerissen. Der Rest wird von der Spielwelt und den Beschreibungen auf Items und Gegenständen getragen. Dieser vielschichtige Ansatz hinterlässt nach dem Abspann zwar zunächst Ratlosigkeit, bringt aber den eigenen Denkapparat wieder in Schwung. Ab dem zweiten Durchgang allerdings geht man offener durch die Welt. Die unfassbar vielen Details über die Geschehnisse rund um die erste Flamme und den König Gwyn, seine Motivation oder den Zustand der Welt. Jede neue Waffe, jedes neue Schild, jede Bossseele… Alles Teile eines riesigen Puzzels.

5. Wiederspielwert

Zu guter Letzt der wohl mit Abstand wichtigste Teil. Nach dem Durchspielen ist es nicht getan. Denn mit Sicherheit hast du diverse Dinge verpasst. Vielleicht einen falschen Orden gewählt oder einen optionalen Boss nicht gelegt. In einem neuen Durchgang kannst du neue Skillungen ausprobieren. Statt dem Krieger mal einen flinken Magier mit Dolchen. Natürlich kannst du auch verschiedene Waffen nutzen. Denn es gibt kein richtig oder falsch. Jede Waffe verfügt über eine eigene Geschwindigkeit, ein individuelles Skaling bezogen auf deine Statuswerte und unterschiedliche Move-Sets. Dadurch gibt es keine „beste“ Waffe. Die Spielweise bestimmt die Ausrüstung. Die Welt von Lordran ist groß, toll strukturiert, geheimnisvoll und einladend. Das Spiel ist voller Mysterien, die unmöglich alle in einem Durchlauf schaffbar sind. So bekommt man ein bestimmtes Schwert nur, wenn der Charakter sich für eine Minute regungslos in einen Sarkophag legt. Darauf muss man erst mal kommen.

Natürlich gibt es noch weitere Gründe, die für einen Besuch in dieser Welt sprechen. Der tolle Multiplayer-Aspekt beispielsweise, der darauf basiert, dass sich fremde Spieler weltweit gegenseitig helfen oder bekämpfen können. Ohne Absprache und zu jeder Zeit. Oder aber die imposanten Bosskämpfe. Die Soundkulisse ist ebenfalls großartig. Insgesamt gibt es wenig Spiele, die solche Glücksgefühle erzeugen können.

Glaubt mir. Es lohnt sich.

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